Wann hat es das letzte Mal geregnet? -Vor drei Wochen oder vier, fünf? Ich weiß es nicht mehr, doch eines ist gewiss: Ich wohne in einer der trockensten Regionen Deutschlands: Brandenburg. Den gesamten Sommer über gab es nicht einmal eine Handvoll Regentage.

Das freut mein Ausflüglerherz, lässt meine Gärtnerseele jedoch trauern. Schließlich ist der Boden in meinem Garten so trocken, dass er sich selbst dann staubig anfühlt, wenn ich am Vorabend erst gegossen habe. Ich übertreibe (leider) nicht.

So richtig wahrhaben wollte ich das anfangs nicht und habe erst einmal drei wunderschöne Hortensien gepflanzt. Ich liiieeebe Hortensien! -Zumal ich über genügend schattige Bereiche in meinem Garten verfüge. Doch selbst dort ist es staubtrocken. Die Hortensien sind hier völlig fehl am Platz. Schließlich wollte ich doch einen pflegeleichten Garten, der sich an der ursprünglichen Vegetation orientiert!

Auch das Ödland will begrünt werden – zumindest wünsche ich mir das

Die Lösung sind stattdessen Pflanzen für trockene Standorte. Der Begriff Ödlandbegrünung trifft es fast noch besser 😉 Etwas positiver klingt immerhin: Pioniergehölze. In diesem Beitrag widme ich mich zunächst den Gehölzen: Sträucher für trockene Standorte. Später gehe ich natürlich noch auf Stauden, Bodendecker und Blumen ein.

Die Ausgangslage: Der Boden

Tatsächlich ist meine Gartenerde ziemlich öde: Sie besteht fast ausschließlich aus Sand. Vom Hausbau und der vorherigen Bebauung mit einer Gartenlaube sind zudem viele Betonstücke (Recycling) übriggeblieben, die nun mal flacher, mal tiefer im Sand stecken. Ich musste schon so manches Mal mit der Spitzhacke den Boden bearbeiten, nur um eine Staude zu pflanzen!

Was die Bepflanzung angeht: Bis auf ein paar Kiefern und Scheinakazien (Robinien) gab es hier nicht viel. Ach ja, das Unkraut nicht zu vergessen, das hier trotz kargen Bodens meterhoch sprießt!

Sträucher für trockene Standorte – für diese habe ich mich entschieden:

pflanzen für trockene standorteKolkwitzie (Perlmuttstrauch)

Einer der ersten Sträucher, die ich pflanzte, da die Kolkwitzie den Ruf hat, auch in sauren Böden zu gedeihen. Eine Kolkwitzie steht im Halbschatten, die andere in voller Sonne. Beide wachsen zwar sehr langsam, offenbar geht es ihnen jedoch gut. Trotz Trockenheit sehen ihre Blätter makellos aus. Da die Pflanze eigentlich wunderschöne rosa Blüten hat, hoffe ich, dass sie nächstes jahr blüht! Dieses Jahr war ich zu spät dran (habe sie nach der Blüte gekauft & gepflanzt).

sträucher für trockene standorte: prachtspierePrachtspiere (Spiraea vanhouttei)

Kein Strauch, der einem aufgrund seines Aussehens sofort ins Auge springt, aber immerhin anspruchslos. Auch meine Prachtspiere habe ich nach der Blüte gekauft. Ich bin durch die hiesige Parkbepflanzung auf den Strauch aufmerksam geworden. In den Gärten wird er oft als Hecke gepflanzt. Ich habe ihn im Vorgarten und gieße ihn nur selten.

rosa zwergspiereRosa Zwergspiere (Spiraea japonica)

Auch die Zwergspiere wächst bei mir im Vorgarten. Ich habe sie als kleine Hecke angelegt. Als sie mir geliefert wurde (habe sie online bestellt), sah sie echt lädiert aus: baune Blätter, teils ganz kahle Zweige. Doch innerhalb kürzester Zeit hat de Rosa Zwergspiere neue Blätter und Triebe gebildet. Man sieht es ihr nicht an, aber diese zierliche Pflanze ist extrem hart im Nehmen. Zwei Wochen Sommerurlaub, ohne dass jemand gießt? -Sie verzeiht’s.

Sanddorn

Der Klassiker für sandide Böden – er ist schließlich ein Dünengewächs. Trotzdem sind von den vier gepflanzten Sanddornsträuchern nur zwei angewachsen. Die Überlebenden (Containerware) gedeihen prächtig. Mit den Wurzelnackten hatte ich kein Glück. Wahrscheinlich lag’s an mangelnder Erfahrung meinerseits. Es waren die ersten wurzelnackten Pflanzen, die ich je in den Boden gesetzt habe.

hagebutte

Hagebutten (Apfelrose)

In der Sonne gedeihen sie prächtig. Die Hagebutten im Halbschatten sind leider eingegangen. Eigentlich seltsam, denn gerade die in der Sonne habe ich so gut wie nie gegossen, sondern sie mehr oder minder sich selbst überlassen. Geblüht haben sie dieses Jahr auch schon, wenn auch nur spärlich. So richtig zufrieden bin ich mit ihnen nicht. In freier Natur sehen sie schöner aus als in meinem Garten. Bleibt zu hoffen, dass sie sich noch entwickeln…

haselnussHaselnuss

Der Haselnussstrauch stand schon auf unserem Grundstück, bevor wir hergezogen sind. Allerdings befand er sich im Stillstand: keine neuen Blätter oder Triebe, das Vorhandene wollte auch nicht weiterwachsen. Ein radikaler Rückschnitt hat seinen Lebenswillen neu entfacht. Gegossen habe ich den Strauch nie (weil ich dachte, er sei ohnehin schon tot). Jetzt, wo die Haselnuss wieder austreibt, kriegt sie hin und wieder Wasser.

Pfaffenhütchen

Als ich gelesen habe, dass das Pfaffenhütchen in den Brandenburger Wäldern zu den Pioniergehölzen zählt, musste ich mir unbedingt eines besorgen. Weil es so billig war, habe ich gleich vier Stück gekauft: zwei kleine (100cm) und zwei große (250cm). Letztere haben mehrere Monate gebraucht, um anzuwachsen. Die jungen Büsche hingegen kamen sofort klar in ihrer neuen Heimat.

Alle meine Pfaffenhütchen stehen exponiert in voller Sonne und werden sehr selten gegossen. Trotzdem haben sie viele saftig grüne Blätter entwickelt, allerdings nicht die typischen Früchte ausgebildet. Mal schauen, wie sie auf den nahenden Winter reagieren…


Das sind natürlich noch nicht sonderlich viele Sträucher. Gepflanzt habe ich weiterhin kleine Weiden (salix hakuro nishiki – allerdings als Büsche, nicht als Hochstämmchen!) sowie Flieder. Da ich diese erst kürzlich erworben habe, kann ich noch nicht beurteilen, ob sie sich für meinen sandigen Garten eignen. Damit sie anwachsen, gieße ich sie regelmäßig und ausgiebig.


Update 05/2018

Von den o.g. Büschen haben sich vor allem die Hagebutten als Enttäuschung erwiesen: Sie brauchen doch mehr Wasser als ich dachte – die meisten Sträucher sind daher eingegangen. Auch die Weiden benötigen viel Feuchtigkeit. Zum Glück wurde mir das schnell klar. Deshalb gieße ich sie regelmäßig (und sie gedeihen prächtig).

Dem Flieder hingegen habe ich keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt. Nun, er hat es überlebt, wesentlich größer ist er allerdings nicht geworden… 😉

Später hinzugekommen sind noch Kletter- und Bodendeckerrosen: Sie empfehlen sich wirklich für trockene Standorte! Ich muss sie nur selten gießen und trotzdem wachsen sie und blühen wunderschön. Ja, sie lieben die Sonne! Hier muss man nur aufpassen, dass sie nicht von Blattläusen oder Mehltau befallen werden.

Meine zukünftigen Pflanzabsichten

Auf meiner Wunschliste steht jedenfalls noch Philadelphus (Falscher Jasmin), weil er sich – genau wie die Kolkwitzie – sogar für trockene schattige Standorte eignen soll. An Bäumen brauche ich 1-2 Österreichische Schwarzkiefern und eine Trauerweide. Ja, ich will mal richtig große Bäume haben 🙂 Um sie brauche ich mir keine großen Sorgen zu machen, denn sie wurzeln tiefern und sind daher etwas unabhängiger von Regenfällen.

In meinem Garten wachsen bereits viele Robinien und ein paar Ahornbäume von selbst, ferner zwei, drei winzige Eichen. Sie alle scheinen sich gut mit den kargen Verhältnissen arrangiert zu haben.

Weiterhin möchte ich meine Zäune unbedingt mit Rankpflanzen begrünen. Meine Wahl fiel auf den Wilden Wein (Veitchii), weil ich den in unserer Gegend häufig sehe (v.a. als Autobahn-Lärmschutzwall-Bepflanzung). Da er dort nie gegossen wird (und trotzdem prächtig wächst), nehme ich an, dass er Trockenperioden sehr gut übersteht.


Übrigens, die haben’s (fast) nicht überlebt:

Clematis: Innerhalb kürzester Zeit eingegangen, hätte ich vielleicht doch etwas öfter gießen sollen.

Lebkuchenbaum: Habe ich geschenkt bekommen – leider liebt er feuchte Standorte, deshalb gieße ich ihn ausgiebig. Ohne diese Maßnahme verliert er alle seine Blätter (als wir im Urlaub waren, ist genau dies geschehen)

Schneeballhortensie: Auch ein Geschenk. Wäre im Urlaub auch fast eingegangen, konnte aber in letzter Sekunde gerettet werden. Jetzt gieße ich sie regelmäßig. Ohne diese Maßnahme hätte sie in meinem Garten keine Zukunft.

Nun ja, aus Fehlern lernt man bekanntlich 🙂

Und ihr?: Mit welchen trockenheitsliebenden Sträuchern & Gehölzen habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Meine Auflistung ist schließlich weit davon entfernt, vollständig zu sein. Also: Welche Pflanzen für trockene Standorte könnt ihr  weiterempfehlen?

Eure Miss Minze