Möchte man das ganze Jahr über den Anblick blühender Stauden genießen, bekommt man häufig die Empfehlung, eine Vielzahl von Blumen zu pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Verwelken die ersten Frühlingsblüher, werden sie von den Stauden des Frühsommers abgelöst, diese wiederum von den Spätsommerblumen und so weiter.

Dies erfordert jedoch Planung. Unkomplizierter geht man vor, wenn man einfach auf Stauden zurückgreift, die vom Frühjahr bis zum Herbst blühen.
Die Sache hat allerdings einen Haken: Es gibt nur wenige Blumen, die den Namen Dauerblüher wirklich verdient haben.

Viele von ihnen legen zwischendurch Blüh-Pausen ein, um Kraft für die nächste Blüte zu sammeln. Andere blühen nur dann immer weiter, wenn man ihre verwelkten Blüten regelmäßig abschneidet, so dass sich keine Samen bilden können. Und dann gibt es noch die klassischen Dauerblüher wie Geranien und Petunien, die es günstig in Baumärkten und Garten-Centern zu kaufen gibt. Sie sind in unseren Breiten jedoch nicht winterhart und werden deshalb i.d.R. jedes Jahr neu gekauft. Deshalb klammere ich sie im Folgenden aus.

Endlose Blütenfülle: Diese 6 Pflanzen blühen von März bis Oktober

1. Frühlingsbote: Das Hornveilchen (Viola cornuta)

Dauerblüher Frühling
Wer sie regelmäßg wässert, hat lange Freude an den Hornveilchen, Image by Marzena P. from Pixabay

Das hübsche Hornveilchen, welches unzählige Farbvariationen hervorbringt, kann schon im zeitigen Frühjahr gepflanzt werden. Es verdankt seinen Namen einem kleinen Horn, das am Ende der Blüte sitzt.

Hast du es einmal in Beet oder Kübel gepflanzt, benötigt es kaum weitere Pflege. Selbst Verwelktes muss nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden – das Hornveilchen blüht trotzdem das ganze Frühjahr hindurch bis zum Sommer. Lässt man die kleine Staude Samen bilden, so findet man im Laufe des Jahres überall im Garten neue Hornveilchen, die allerdings noch kleiner sind als ihre Eltern.

Zwar verträgt das Hornveilchen keine Staunässe, doch sollte man es regelmäßig gießen. In der Sonne gedeiht es am besten, aber die Erde sollte nie ganz austrocknen! Da seine Blüten recht klein sind, entfaltet das Hornveilchen erst dann eine schöne Fernwirkung, wenn es in Gruppen gepflanzt wird. 

2. Eindrucksvoll: Die Ringelblume (Calendula)

Die Ringelblume gehört zu den Blumen in meinem Garten, die ich jedes Jahr aufs Neue aussäen muss. Belohnt werde ich mit wunderschönen Sommerblumen. 

In voller Sonne entwickeln sich die Keimlinge zuverlässig zu aufrechten Blumen mit farbintensiven Blüten in Gelb und Orange. Diese blühen etwa von Mai bis in den Oktober hinein. Übrigens enthalten die Blütenblätter der Ringelblumen entzündungshemmende Substanzen. Sie werden zu Salben verarbeitet oder als Aufgüsse zur Behandlung von Wunden eingesetzt.

Auch die Ringelblume bedarf nur wenig Zuwendung. Zu viel Stickstoff (in Form von Dünger) schadet sogar ihrer Blütenfülle. Wasser benötigt die Pflanze nur bei längerer Trockenheit.

3. Anspruchsvoll: Das Eisenkraut (Verbena officinalis)

Eisenkraut, Bild von Annette Meyer auf Pixabay

Die duftenden lavendel- bis rosafarbenen Blütenbüschel des Eisenkrauts locken allerlei Schmetterlinge und andere Insekten an. Der bedingt winterharte Dauerblüher wird bis zu 100 cm hoch und kommt besonders gut in Gruppen gepflanzt zur Geltung.

Beim üppig blühenden Patagonischen Eisenkraut, eines der ca. 250 Arten des Eisenkrauts, handelt es sich um eine aus Südamerika stammende Staude, die aber in unseren Breiten nicht ausreichend winterhart ist. Allerdings kann sie sich – ähnlich wie die Ringelblume – durch Selbstaussaat über Jahre im Garten halten. 

Das Eisenkraut schätzt sonnige, geschützte Lagen mit mäßig nährstoffreichen Böden und hat im Sommer einen hohen Wasserbedarf. Passen die Gegebenheiten, so blüht die Staude ausdauernd von Juli bis Oktober.

4. Dauerhaft hübsch anzusehen: Der Frauenmantel (Alchemilla)

Frauenmantel als winterharter Dauerblüher
Gefällt es dem Frauenmantel an seinem Standort, bildet er ohne Zutun große Teppiche

Die schon seit Jahrhunderten kultivierte Staude wird dank ihrer prägnant geformten, hellgrünen Blätter gern als Bodendecker verwendet. Dagegen wirken ihre Blüten recht unauffällig, denn sie sind klein und von gelblich-grüner Farbe. Nichts desto Trotz sind sie bei Bienen sehr beliebt. Schließlich sind sie reich an Nektar – und blühen lange: Vom Frühsommer bis in den Herbst. Die Alchemilla-Arten benötigen eine gute Wasserversorgung, ausreichend Licht sowie in harten Wintern einen Frostschutz.

Mit etwas Pflege entwickelt sich der Frauenmantel zu einer langlebigen Gartenpflanze, die sich gut mit anderen Frühjahrsblühern kombinieren lässt. Das Laub sieht die ganze Saison über gut aus – ein Blickfang, auf den man vom Frühling bis zum Herbst zählen kann.

5. Mediterraner Dauerblüher: Goldlack / Schöterich (Erysimum cheiri)

Der meist kurzlebige Goldlack (auch unter dem Namen Mauerblümchen bekannt) wird in zahlreichen Sorten von Hellgelb über Orange bis Dunkelrot angeboten, auch mit mehrfarbigen Blütenständen. 

Die pflegeleichte Pflanze eignet sich hervorragend, um Farbe und Duft in Rabatten und Kübeln zu verbreiten. An einem sonnigen Platz entfaltet sie sich besonders gut. Kalten Wind hingegen verträgt der Goldlack überhaupt nicht. 

Goldlack wird zwischen Mai und Juli ausgesät. Entsprechend spät blüht die Staude. Man kann sie natürlich auch vorgezogen kaufen. Dann blüht sie schon von Mai an bis in den Oktober. Der Boden sollte gut durchlässig sein, vorzugsweise neutral oder leicht alkalisch. Kalkböden werden bevorzugt.

Die zweijährige Art ist sehr anspruchslos und robust. Besonders Hummeln und Bienen lieben die nektarreiche Pflanze. Im ersten Jahr bildet Goldlack nur eine Blattrosette, im zweiten Standjahr blüht die Gattung und stirbt dann ab.

6. Die Königin der Blumen: Die Rose (Rosa)

Rose hagebutte
Schneidet man die Blüten nicht ab, bilden sich Früchte: Hagebutten

Zugegeben, sie zählt nicht zu den Stauden. Ich möchte die Rose dennoch an dieser Stelle erwähnen, da sie unbestritten zu den Dauerblühern zählt. Selbst im Januar habe ich vereinzelt Blüten an Rosenbüschen gesehen!

Unter den unzähligen Sorten, die Züchter hervorgebracht haben, befinden sich vor allem Strauchrosen, die das ganze Jahr über blühen. Verblühtes muss lediglich regelmäßig entfernt werden, dann bringen die Pflanzen zuverlässig neue Blüten hervor. Und sie duften sogar ganz bezaubernd!

Mehrfach blühende Rosen blühen – ja nach Lage des Gartens – ab dem späten Frühjahr in mehreren Schüben und bringen bis zum ersten Frost Blüten hervor.

Rosen gelten als kompliziert und pflegeintensiv. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Man muss sich kaum um sie kümmern. Zudem sind sie von Natur aus krankheitsresistent und damit weniger anfällig als andere Pflanzen. In Anbetracht all dessen ist es kein Wunder, dass sie die perfekte Wahl für jeden Garten sind. Lasst euch am besten in der Gärtnerei beraten, welche Rosen für euren Standort am besten geeignet sind.


Hoffentlich habt ihr ein paar gute Ideen bekommen, wie ihr dauerhaft mehr Farbe in euren Garten bringen könnt. Auf die Idee mit den Dauerblühern kam ich, als ich feststellte, wie viel Geld ich jedes Jahr im Garten-Center ließ. Mindestens einmal im Quartal bin ich losgefahren, um neue Stauden zu kaufen. 

Mit den o.g. Dauerblühern habe ich nun eine Vielzahl von Farbtönen und Formen in meinem Garten, an denen ich mich monatelang erfreuen kann.  Ich habe somit weniger Aufwand – und spare dazu noch Geld!

MM