Gräser für trockene und sonnige Standorte

Für jeden Boden und Standort gibt es entsprechende Pflanzen, so auch für sonnig-heiße und trockene Plätze. Vor allem Gräser bieten sich hier an. Schließlich wachsen viele von ihnen von Natur aus unter extremen Bedingungen.

Unsere Terrasse ist südwestlich ausgerichtet. Zudem fällt nachmittags und abends kein Schatten mehr auf diesen Bereich des Gartens. Insofern brutzeln nicht nur wir in der Sonne, sondern vor allem die Pflanzen rund um unsere Terrasse.

Natürlich könnte ich – wie alle meine Nachbarn – täglich stundenlang den Rasensprenger anstellen. Aber ich denke, es ist ökologischer, einfach Pflanzen zu verwenden, die von Natur aus wenig Wasser benötigen, um zu wachsen und zu gedeihen.

Gräser für trockene & sonnige Standorte
Gräser für trockene & sonnige Standorte

Gräser sind – im Gegensatz zum klassischen Rasen – in diesem Zusammenhang die dankbarsten Pflanzen, die ich mir vorstellen kann. Viele von ihnen sind nicht nur trockenheitstolerant, sondern lieben geradezu die sommerliche Hitze. Darüber hinaus steht schon lange außer Frage, dass Ziergräser den passenden Hintergrund für Präriestauden bilden – ja, sogar einem Rosenbeet das gewisse Etwas verleihen.

Hier sind sie also, meine Favoriten unter den hitzetoleranten Ziergräsern, die zudem trockene, sandige Böden bevorzugen.

1. Rutenhirse (Panicum virgatum)

Die Rutenhirse gehört auf Grund ihrer Größe zu den spektakulärsten Ziergräsern. Je nach Sorte kann sie über zwei Meter hoch wachsen. Sie liebt sonnige Gartenplätze mit durchlässigem Boden, kommt sogar auch ohne zusätzliches Gießen aus.

Rutenhirse
Riesen-Rutenhirse

Besonders Panicum virgatum „Dallas Blues“ liebt die Sommerhitze. Auch die Rutenhirse Cloud Nine braucht keinerlei Bewässerung, obwohl sie die größte Sorte im Panicum-Sortiment ist. Ihr Laub ist bläulich-grün und relativ breit und eignet sich somit perfekt als Hintergrundbepflanzung. Aber auch als Solitärpflanze macht die Rutenhirse eine gute Figur.

2. Pampasgras (Cortaderia selloana)

Auch das Pampasgras ist mit seinen rund zwei Metern Höhe weithin sichtbar. Mit seinen großen hellen Blütenrispen ab September gehört es zu den imposantesten Solitärgräser. Darüber hinaus steht Pampasgras am liebsten in voller Sonne.

Pampasgras
Pampasgras

Einziger Wermutstropfen: Pampasgras gedeiht nicht in zu trockenen Böden. Daher ist regelmäßiges Gießen angesagt.

3. Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens)

Der Blatthorst dieses Ziergrases ist mit seinen 40 cm recht unscheinbar, doch mit seinen Blütenrispen, die sich ab Juli zeigen, ändert sich das schlagartig. Dann nämlich erreicht der Blaustrahlhafer eine Höhe von 120 cm.

Der genügsame Blaustrahlhafer liebt Sonne und Trockenheit sogar dermaßen, dass er sich als Dachbegrünung eignet. Ansonsten macht er sich sowohl in Steppenpflanzungen als auch in Stein- und Kiesgärten gut.

4. Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides)

Dank seiner unverkennbaren flauschigen Blütenären ist das Lampenputzergras eines der bekanntesten Ziergräser in Deutschland.

Lampenputzergras
gräser für trockene und sonnige standorte
Lampenputzergras

Es hat seinen Ursprung in den Tropen und fühlt sich somit an einem warmen Standort am wohlsten. So wie fast alle Ziergräser hält auch das Lampenputzergras gleich mehrere Sorten bereit. Davon ist das Orient-Lampenputzergras am trockenheitsverträglichsten (alle anderen mögen leicht feuchte Böden).

Seine flachen Wurzeln eignen sich perfekt für trockene Böden. Auch steinige Untergründe toleriert das Ziergras. Trotzdem benötigt das Lampenputzergras keinen Winterschutz, da es frosthart bis zu -20 Grad Celsius ist. Damit gehört es wohl mit zu den robustesten und pflegeleichtesten Gräsern.

5. Fuchsrote Segge (Carex buchananii)

Schopfartig überhängend präsentiert sich diese Seggen-Art, die selten bis gar nicht zurückgeschnitten werden muss. Ob im Kübel oder auf Freiflächen, das auffällig rotbraune Ziergras liebt die volle Sonne und toleriert auch trockene Phasen. Der Boden kann ruhig sandig oder steinig sein, allerdings sollte er nicht für längere Zeit austrocknen!

Fuchsrote Segge (Carex)
Fuchsrote Segge

Carex buchananii wird höchstens 40 cm hoch und ebenso breit. Im Winter empfiehlt sich ein leichter Schutz vor Frost, da das Ziergras als ein wenig empfindlich gilt.

6. Federgras (Stipa pennata)

Die überhängende Wuchsform dieses heimisches Grases ähnelt der Fuchsroten Segge. Seine einzelnen Grashalme sind jedoch noch feiner – fedrig eben. Somit bildet das flauschig-weiche Ziergras einen wunderschönen Blickpunkt im Steppen- und Staudenbeet.

gräser für trockene und sonnige standorte
Federgräser

Dabei ist Federgras auch noch unglaublich pflegeleicht. Schließlich liebt es nicht nur die volle Sonne, sondern auch magere Böden! Zu viel Nässe schadet dem grazilen Gras sogar.

7. Schwingel (Festuca)

Auch die vielen Sorten des Schwingels bevorzugen karge Böden ohne viele Nährstoffe. Überdies wachsen sie besonders gut in voller Sonne.

Beim Schwingel handelt es sich um ein Polstergras – es bleibt also niedrig. Lediglich die feinen Blütenären wachsen etwas höher. Besonders kompakt präsentiert sich der Bärenfell-Schwingel. Andere Sorten können auch leicht überhängend wachsen. Allen gemein ist ihr blaugrünes, nadelartiges Laub.

Schwingel findet man vor allem in Steingärten und Kiesbeeten, aber auch als Dachbegrünung.


Dies sind mit Sicherheit noch nicht alle Gräser für trockene und sonnige Standorte! Meine Auswahl soll lediglich eine gewisse Vielfalt reflektieren. Je nach Wuchshöhe, Habitus und Farbe gibt es die unterschiedlichsten Ziergräser, die sich auch auf sandigen oder steinigen Böden wohlfühlen.

Falls ihr Anregungen für weitere trockenheitsverträgliche Ziergräser habt, freue ich mich über eure Kommentare!

MM