Der Rasen vertrocknet angesichts häufiger werdender Hitzeperioden immer schneller, und trotzdem soll eine begehbare und möglichst immergrüne Fläche im Garten etabliert werden? Hier bietet sich ein Rasenersatz in Form trittfester Bodendecker an.

In meinen Beiträgen beschäftige ich mich überwiegend mit pflegeleichten Pflanzen, die wenig Wasser brauchen und in voller Sonne gedeihen. Somit dreht sich auch diesmal alles um trockenresistente Bodendecker, die als Rasenersatz genutzt werden können*.

Trittfeste Bodendecker als Rasenersatz

Was sollten die Pflanzen leisten?

  • pflegeleichte Fläche im Garten, die natürlich auch betreten werden darf
  • Mähen ist nicht oder nur ganz selten erforderlich
  • geringerer Wasserverbrauch als bei gewöhnlichem Rasen
  • vielseitige Pflanzen, die gerne auch blühen und/oder duften dürfen
  • da sie den Boden bedecken, verdunstet weniger Wasser, die Erde trocknet nicht aus – dadurch entsteht weniger Staub

Welchen Herausforderungen muss man sich beim Gärtnern stellen?

  • Bodendecker aus Saatgut: Keimung dauert mehrere Wochen; bis die Pflanzen dichte Teppiche bilden, können Monate vergehen
  • Bodendecker als Topfware: kostspielig, da – je nach Fläche – entsprechend viele Pflanzen gekauft werden müssen; auch hier bildet sich der „Teppich“ erst im Laufe der Zeit
  • zu Beginn muss viel gewässert werden, damit die Samen keimen bzw. die Topfware anwächst

Im ersten Jahr ist der Pflegeaufwand eines grünen Teppichs aus trittfesten Bodendeckern daher noch recht hoch. Eventuell muss in den Lücken zwischen den Bodendeckern sogar Unkraut gejätet werden. Kombiniert man mehrere verschiedene Bodendecker, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, fällt das Unkraut aber kaum noch auf.

Hat sich der Rasenersatz einmal etabliert, benötigt er kaum noch Zuwendung seitens des Gärtners.

Welche Bodendecker eignen sich (nicht)?

trittfeste Bodendecker
Es muss nicht immer der typische Rasen sein.

Gesucht werden möglichst niedrig wachsende, mehrjährige Stauden, die auf trockenem Boden optimal gedeihen. Um die passenden Bodendecker zu finden, ist es daher ratsam, die Standortverhältnisse unter die Lupe zu nehmen. Ist es sonnig oder halbschattig? Wie viel Niederschlag fällt im Jahresverlauf? Wie setzt sich der Boden zusammen – ist er eher schwer oder sandig?

Die Größe der Fläche spielt ebenfalls eine Rolle: Nur wenige Bodendecker eignen sich dafür, einen Sport- und Spielrasen zu ersetzen. Viele der hier vorgestellten Pflanzen lassen sich zwar betreten, reagieren aber empfindlich auf eine zu hohe Beanspruchung. Letztere würde ich deshalb nur auf kleineren Flächen pflanzen, etwa 10-15qm.
Wenn eine sehr große Fläche begrünt werden soll, ist eine Wiese wahrscheinlich die bessere Wahl. Auch ein bereits vorhandener Rasen kann in Wiese umgewandelt werden.

Klee (Trifolium)

Beginnen wir mit einem Alleskönner, der auch große Flächen erobert und absolut trittfest ist, dem Klee. Die krautige Pflanze hat eine Vielzahl von Arten hervorgebracht, in diesem Beitrag konzentriere ich mich jedoch nur auf den Erdbeerklee (Trifolium fragiferum) und den Weißklee (Trifolium repens L.), da diese beiden die einzigen trockenheitsresistenten Arten sind, die auch auf sandigen Böden gedeihen. Viele andere hierzulande bekannte Arten bevorzugen eher feuchte Böden und gedeihen sogar im Schatten!

Bei echten Rasen-Enthusiasten genießt Klee einen schlechten Ruf. Sie betrachten ihn als Unkraut und entfernen die ausdauernde Pflanze regelmäßig. Dabei bindet Klee mit Hilfe von Knöllchenbakterien den Stickstoff aus der Luft und reichert den Boden damit an. Die Pflanze fungiert also als natürlicher Dünger.

Darüber hinaus blüht Klee von Juni bis September und verschafft Bienen dadurch reichlich Nahrung. Als Gründünger lässt sich Klee ebenfalls verwenden.

Die Samen des Klees gibt es günstig im Fachhandel zu kaufen. Sie keimen schnell und zuverlässig (7-20 Tage) und können noch bis Mitte Oktober ausgesät werden. Der Bodendecker kann gemäht werden. Da er recht niedrig bleibt, besteht jedoch kaum eine Notwendigkeit, ihn zu kürzen.

Gänseblümchen (Bellis perennis)

Rasenersatz Gänseblümchen
Bild von Hans auf Pixabay

Auch die Samen des Gänseblümchens können im Garten großflächig verteilt werden. Allerdings benötigen sie eine Mindesttemperatur von 15 Grad, um zu keimen und sollten deshalb erst ab Mitte Mai ausgesät werden.

Das Gänseblümchen ist eine immergrüne, mehrjährige Staude, die sonnige Standorte und eher karge Böden bevorzugt. Als Rasenersatz macht es schon deshalb eine gute Figur, weil es (mit Pausen) das ganze Jahr über blüht. Da die Pflanze mit maximal 15cm Wuchshöhe sehr niedrig bleibt, kann sie in einer echten Wiese kaum gegen die höhere Konkurrenz (z.B. Schafgarbe) bestehen. Pflanzt man sie mit anderen Bodendeckern zusammen, sollte man also darauf achten, dass diese ebenso niedrig bleiben wie sie.

Hat sich das hübsche Gänseblümchen einmal im Garten etabliert, breitet es sich mit Hilfe von Wurzelausläufern aus und bildet schon bald einen strapazierfähigen, trittfestenTeppich.

Teppichverbene (Phyla canescens)

Rasenersatz Teppichverbene
Bild von Thomas auf Pixabay

Über die Teppichverbene (in deutschen Gärtnereien auch als Lippia nodiflora bezeichnet) findet man im Internet ausschließlich Lobeshymnen: trittfest, trockenheits- und hitzeresistent, immergrün, blühend, duftend, wuchsfreudig und trotzdem völlig anspruchslos. Die Teppichverbene ist somit der perfekte Rasenersatz.

Ich persönlich habe allerdings noch keine Erfahrungen mit dem Bodendecker gesammelt, der vor allem in Nord- und Südamerika beheimatet ist. Hierzulande gibt es nicht einmal die Samen der Teppichverbene zu kaufen. Man muss stattdessen auf die teure Topfware zurückgreifen. Wer eine große Fläche bepflanzen will, muss also tief in die Tasche greifen. Alternativ kann man erst einmal eine kleine „Testfläche“ bepflanzen.

Was mich abschreckt, sind die unterschiedlichen Angaben zur Winterhärte: Ich vermute, dass es die Teppichverbene nur in wintermilden Regionen aushält. Oft heißt es, dass sie sich bei Frost braun verfärbt, im Frühjahr aber neu austreibt. Ob’s stimmt, kann ich nicht beurteilen. Ich freue mich über eure Erfahrungsberichte in den Kommentaren! 🙂

Thymian (Thymus)

Rasenersatz Thymian
Teppichartig breitet sich der Sandthymian aus.

Mit dem Thymian hingegen habe ich bereits Erfahrungen gesammelt, und zwar ausschließlich positive! Der immergrüne Bodendecker gehört zu den empfindlicheren Rasenalternativen: Die Pflanze ist zwar trittfest, aber man sollte nicht unbedingt Fußball auf ihr spielen…

Läuft man über die Thymianpflanzen, verströmen sie einen himmlischen Duft, der meiner Meinung nach nur noch von einigen Rosen übertroffen wird. Außerdem bringen die Pflanzen – je nach Art entweder im Frühling oder im Sommer – sehr hübsche Blüten hervor, die vor allem Hummeln magisch anziehen.

Ich bin also ein großer Fan vom Thymian, das soll mein Urteilsvermögen jedoch nicht beeinträchtigen: Der Echte Thymian (Thymus vulgaris) ist dank des sparrigen Wuchses keine Augenweide. Als trittfesten Bodendecker würde ich daher lieber auf Sandthymian, Zwergthymian oder Korsischen Thymian zurückgreifen. Die genannten Pflanzen wachsen sehr niedrig und polsterartig. Auf kleinen Flächen kommen sie besonders gut zur Geltung. Kombiniert man die verschiedenen Arten, erhält man auch unterschiedliche Blütenfarben von Weiß über Violett bis Pink, was den Rasenersatz noch attraktiver macht.

Thymian kommt ursprünglich aus dem mediterranen Raum. Er ist an die dortigen klimatischen Bedingungen angepasst. Hitze und Trockenheit machen der Pflanze nichts aus. Sie bevorzugt weiterhin sandige Böden. Thymian lässt sich im Frühling problemlos aus Samen ziehen, wenn die Erde konstant feucht gehalten wird.

Bei starken Frösten sterben die oberirdischen Triebe ab, was etwas unschön aussehen kann. Im Frühjahr treibt der Bodendecker jedoch neu aus.

Weitere Bodendecker, die als Rasenersatz dienen

Natürlich gibt es noch viele weitere trittfeste Bodendecker, die man als Rasenersatz pflanzen kann. Im Folgenden seien noch ein paar von ihnen erwähnt:

  • Ehrenpreis (diverse Arten)
  • gemeine Schafgarbe, Duftschafgarbe, Meerfenchelblättrige Schafgarbe, Polstergarbe
  • Herzblättrige Kugelblume (bevorzugt Kalkböden)
  • Kamille
  • Kleines Habischtskraut
  • Löwenmaul
  • Oregon-Fetthenne
  • Spitzwegerich
  • Römerkamille
  • Vogelmiere
  • Weißer Mauerpfeffer / Weiße Fetthenne

Ehrenpreis breitet sich zumeist von allein aus, bevorzugt jedoch – genau wie die Vogelmiere – eher schattige Lagen. Die o.g. Schafgarbenarten haben gemein, dass sie, sobald sie in voller Blüte stehen, recht hoch werden, so dass der Rasenersatz den Charakter einer Wiese erhält. Ansonsten aber ist die überaus nützliche Schafgarbe absolut unverwüstlich. Gleiches gilt für die Kamille und die mit ihr verwandte Römerkamille. Beide Pflanzen sind trittfest, vertragen gelegentliche Trockenheit und können gemäht werden, wenn sie zu hoch werden.

Mauerpfeffer als Rasenersatz
Mauerpfeffer, Bild von Christian Peters auf Pixabay

Auch Mauerpfeffer und Fetthenne sind miteinander verwandt – unverkennbar sind die fleischigen Blätter, in denen Wasser gespeichert wird. Die Pflanzen sind folglich perfekt an Dürreperioden angepasst. In Steingärten sieht man sie häufig, auch als Dachbegrünung werden sie gerne verwendet. Als Rasenersatz sind sie eher empfindlich. Zu oft sollten sie nicht betreten werden.


*Natürlich gibt es auch Bodendecker für feuchte Böden und schattige Plätze. Moos ist ein solcher Vertreter, verschiedene Arten Klee, Sternmoos, Golderdbeere,..

MM