Eigentlich habe ich nach einem Kraut gesucht, dass sich insbesondere bei Kindern motivierend aufs Lernen auswirkt. Meine Hoffnung war, dass ich meiner Tochter frühmorgens lediglich eine Tasse Tee verabreiche und sie danach gut gelaunt und voller Tatendrang zur Schule geht.

Ein solches Kraut habe ich trotz langer Recherche leider nicht gefunden. Umsonst war meine Suche jedoch nicht, denn ich habe stattdessen ein paar Kräuter ausgemacht, die immerhin Konzentration und Erinnerungsvermögen positiv beeinflussen. Und das kann meinem kleinen Träumerlieschen auch nicht schaden.

Wahre Brain-Booster zum Trinken

Tatsächlich handelt es sich um drei sehr bekannte Kräuter, die man hierzulande in fast jedem Garten findet – und wenn nicht, so kauft man sie günstig im Supermarkt: Zitronenmelisse, Salbei und Rosmarin. Dass sie Wirkstoffe enthalten, die das Gehirn beim Denken unterstützen, ist wissenschaftlich belegt.

1. Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Beginnen wir mit der Melisse, da sie über eine Vielzahl an Wirkungen verfügt und daher als Multitalent unter den Heilpflanzen gilt.

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unscheinbar: Zitronenmelisse

Im Westen wird sie schon lange traditionell als Beruhigungsmittel, zum Beispiel in Kombination mit Baldrian oder Lavendel, verwendet. Stress und Schlafproblemen wirkt sie entgegen, indem man regelmäßig Tee aus ihren getrockneten Blättern trinkt.

Neuere Studien fanden zudem heraus, dass die Melisse das Gedächtnis junger Menschen verbessert. Auch die Aufmerksamkeit wird erhöht, Nervosität und Anspannung hingegen gelindert.

Kontrollierte Studien belegen, dass Zitronenmelisse die Stimmung aufhellt, nervöse Anspannung, Unruhe und Herzrhythmusstörungen lindern kann, bei Demenzpatienten die Lebensqualität verbessert und junge Menschen beruhigt. […] Observationsstudien an Vorschulkindern zeigen, dass sie in Kombination mit Baldrian Hyperaktivität, Konzentrationsschwierigkeiten und übermäßige Impulsivität lindert.

Heilpflanzen für Kopf und Seele (N. & E. Perry), Haupt verlag

Das allein klingt schon sehr vielversprechend, doch es gibt ja noch andere Kräuter: Warum also nicht ein paar weitere Wirkweisen mitnehmen?

2. Salbei (Salvia officinalis)

Genau wie die Melisse ist Salbei eine völlig unkomplizierte Gartenpflanze, die kaum Pflege benötigt und auch unter widrigsten Umständen (Hitze & Trockenheit) gedeiht. Und auch Salbei stärkt sowohl das Gedächtnis als auch die Aufmerksamkeit:

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die weichen Blätter des Salbeis

In einer Pilotstudie […] wurde Probanden unter 63 Jahren Salbei zusammen mit Zitronenmelisse und Rosmarin verabreicht. Die Merkfähigkeit für eine Wortliste stieg um über 50 Prozent.

Heilpflanzen für Kopf und Seele (N. & E. Perry), Haupt verlag

Die Salbeiblätter können entweder frisch oder getrocknet als Tee zubereitet werden. Dieser schmeckt jedoch recht bitter. Kinder werden ihn wohl kaum ungesüßt trinken. Wer ihn jedoch regelmäßig konsumiert, beugt dem kognitiven Verfall vor und schützt die Nerven.

Darüber hinaus wirkt Salbei entzündungshemmend, antibakteriell und hilft bei Erkältungen sowie Magen- und Darmbeschwerden. Der kleine wintergrüne Strauch ist also auch ein echter Allrounder.

3. Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Zu guter Letzt möchte ich das Gewürz Rosmarin erwähnen, denn auch dieses findet als Heilkraut in Form von Tee Verwendung, und soll vor allem die Gedächtnisleistung verbessern.

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Im Frühjahr zeigen sich kleine blaue Blüten am Rosmarin

Ebenso wie Salbei kommt Rosmarin aus dem Mittelmeerraum, gedeiht aber auch hierzulande bestens. Nur starken Frösten hält der immergrüne Strauch mit den nadelartigen Blättern nicht stand und muss daher geschützt werden.

Klinischen Studien zufolge stärkt Rosmarinextrakt Gedächtnis und Aufmerksamkeit bei gesunden Schülern, Erwachsenen und älteren Menschen. […] Studien zeigen, dass Rosmarin die Durchblutung der Kapillargefäße verbessert, was den Hirnfunktionen zugutekommt.

Heilpflanzen für Kopf und Seele (N. & E. Perry), Haupt verlag

Rosmarin wirkt nicht nur als Tee eingenommen, sondern – ähnlich wie Lavendel – auch in der Aromatherapie, also durch Inhalation. Das muss nicht unbedingt durch ein Dampfbad geschehen, oft genügt es schon, wenn man sich das Öl auf den Hemdkragen träufelt.


Wenn die Studien stimmen, dürften Melisse, Salbei und Rosmarin das Gehirn optimal stimulieren – vorausgesetzt man trinkt den Tee täglich über mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate.

Hier wären wir auch schon beim Knackpunkt: Da insbesondere Rosmarin und Salbei sehr intensiv und herb schmecken, dürfte sich die Begeisterung beim Kind in Grenzen halten. Insofern fange ich lieber erstmal nur mit Zitronenmelisse an.

Zusätzlich könnte man ja noch den Raum beduften, in welchem die Hausaufgaben gemacht werden. Es gibt sogar kleine Duftsteine, die man in einer Dose mit sich tragen kann.

MM