eingriffeliger & zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus)

Die kleinen weißen Blüten des sparrigen Strauchs riechen (angeblich) nach Mäuseurin. Wie auch immer Mäuseurin riecht (vermutlich nicht angenehm). Ich erwähne das gleich zu Beginn meiner kurzen Charakteristik, weil es die Entscheidung, ob man sich Weißdorn in den Garten holt und – falls ja – in welche Ecke man ihn pflanzt, mit Sicherheit beeinflusst.

Robust, anspruchslos & pflegeleicht

Ursprünglich habe ich mir den Weißdorn als Windschutz in den Garten gepflanzt, da er gegen Wind und Wetter sehr robust ist, selbst Hitze verträgt das Gehölz gut. Darüber hinaus ist es so dicht verzweigt, dass es auch als Sichtschutz verwendet werden kann.

Weißdorn ist als Heckenpflanze beliebt, da er schnell wächst, dabei aber nicht übermäßig groß wird (unbeschnitten bis zu 5 Meter hoch). Er galt schon in früheren Zeiten als ideale Abgrenzung des Grundstücks, da ihm nachgesagt wurde, böse Geister fernzuhalten. Auch aus ökologischer Sicht bietet der Weißdorn Vorteile, weil er dank seiner recht langen Dornen zahlreichen Vögeln Schutz bietet.

Das zu den Kernobstgewächsen zählende Gehölz kann sowohl als Strauch als auch als Baum kultiviert werden. Im Spätsommer reifen seine kleinen roten Früchte heran. Diese sind essbar, schmecken allerdings mehlig. Sie werden vorwiegend als Arznei bei Herzbeschwerden verwendet, doch dazu später mehr.

Weißdorn: Standort, Boden und Pflege

weißdorn heilpflanze
Der Weißdorn bringt ab April zahlreiche weiße Blüten hervor.

Crataegus bevorzugt einen sonnigen Standort, doch auch mit Halbschatten kommt er zurecht. Tatsächlich stellt er kaum Ansprüche an Standort oder Boden. Die Pflanze benötigt regelmäßige Wassergaben (insbesondere beim Anwachsen), verträgt allerdings keine Staunässe. Nährstoffe in Form herabfallenden Herbstlaubs genügen ihr in der Regel.

Man sollte ihn nicht zu stark zurückschneiden, da dies seine Blütenfülle beeinträchtigt.

Welche Heilkraft geht vom Weißdorn aus?

Weißdorn, die mystische Heil- und Heckenpflanze
Weißdorn, die mystische Heil- und Heckenpflanze

Im Gegensatz zu vielen anderen Zier- und Heckensträuchern kann der Weißdorn mit einer weiteren Besonderheit punkten: Er ist eine Heilpflanze, deren getrocknete Blätter, Blüten und Früchte vor allem in Tees zum Einsatz kommen.

Weißdorn gilt als Schutzpflanze fürs Herz, indem er für eine bessere Durchblutung und damit Sauerstoffausnutzung sorgt. Doch nicht nur zur Stärkung des Herzens kommt die Pflanze zum Einsatz, sondern auch bei Schlafstörungen und in der Genesungsphase nach überstandener Krankheit (zur Stärkung). Die positive Wirkung aufs Herz ist wissenschaftlich belegt und so verwundert es kaum, dass der Weißdorn 2019 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt wurde.

Das Committee on Herbeal Medicinal Products der EMA hat eine Neuberwertung vorgenommen und sieht den sinnvollen Einsatz von Weißdorn zur symptomatischen Behandlung bei zeitweiligen nervösen Herzbeschwerden wie Herzpochen, wenn schwerwiegende Erkrankungen durch einen Arzt ausgeschlossen wurden, sowie die Linderung milder Stresssymptome und als Schlafhilfe.

WWU münster

Crataegus sorgt also für mehr Vitalität, sofern der Tee über einen längeren Zeitraum genossen wird (hier ist Geduld angebracht), birgt jedoch keinerlei Nebenwirkungen.

Weißdorntee zubereiten

Weißdorntee aus Blüten oder Blättern des Strauchs überzeugt geschmacklich nicht sonderlich. Daher kann man ihn ruhig kombinieren, beispielsweise mit Zitronenmelisse oder Kamillenblüten. Auch Birke, Rose, Holunderblüten, Him- und Brombeerblätter eignen sich für eine leckere und gesunde Teemischung mit Weißdorn.

Zugedeckt etwa 10 bis 15 Minuten ziehen lassen und bei Bedarf zwei bis drei Tassen am Tag trinken.

MM