Klassische Kräutertees mit heilender Wirkung kennen viele von uns lediglich in Bezug auf Erkrankungen der oberen Atemwege und des Bauches. Kamille hat bestimmt jeder zu Hause, um damit den Schnupfen zu kurieren. Und kaum ein Haushalt, in welchem sich kein Pfeffitee findet, um Bauchschmerzen zu lindern.

Heilkräuter, die bei leichten Hautproblemen wahre Wunder wirken, sind hingegen eher unbekannt. Allenfalls liest man auf Kosmetikprodukten hin und wieder von „Nachtkerze“, „Hamamelis“ oder „Ringelblume“. Dabei handelt es sich jedoch um Präparate, die auf die Haut aufgetragen werden. Dass sich auch Tees positiv auf die Haut auswirken, wusste selbst ich nicht. Erst im Rahmen meiner „Heilkräuter-Recherchen“ bin ich auf sie gestoßen. Nun möchte ich mein neu erworbenes Wissen mit euch teilen:

Tees gegen Akne und fettige Haut

Als Hausmittel gegen unreine Haut hat sich vor allem das Stiefmütterchen hervorgetan. Darüber hinaus kommt es in Teemischungen zur Blutreinigung, gegen Rheuma und Gicht zum Einsatz.

tee für die haut
Wildes Stiefmütterchen, Bild von dae jeung kim

Heutzutage kennt man das Stiefmütterchen (Viola Tricolor) vor allem in gezüchteter Form: Es schmückt im Frühjahr so manchen Garten und Balkonkasten. Als Heilkraut eignet sich das Gartenstiefmütterchen jedoch nicht. Wirksam ist ausschließlich die Wildform, die es getrocknet zum Beispiel in Apotheken zu kaufen gibt. 

Wahrscheinlich sind es seine Gerbstoffe, die sich positiv auf die Haut auswirken. Außerdem wird es in Anwendungen für Kinder, zum Beispiel als Waschung bei Windeldermatitis und bei Milchschorf, besonders geschätzt. Hierfür könnte die im Wilden Stiefmütterchen enthaltene Salicylsäure verantwortlich sein.

Stiefmütterchen-Tee zubereiten

Für einen Stiefmütterchen-Tee werden 2 Teelöffel Kraut mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Man trinkt 3 Tassen täglich.

Es gibt darüber hinaus unterschiedliche Teemischungen, denen das Stiefmütterchen beigefügt wird. Ein Kräutertee, der sich allgemein positiv auf die Haut auswirken soll, ist folgender:

Man mischt zu gleichen Teilen getrocknete Stiefmütterchen, Gänseblümchen und Ringelblumenblüten. Zwei Teelöffel der Mischung werden mit 250 ml Wasser aufgekocht und fünf Minuten ziehen gelassen.

Stärkt das Bindegewebe: Schachtelhalm (Equisetum Arvense)

tee für die haut
Schachtelhalm, Bild von blabla5

Alle Welt spricht vom Bindegewebe, aber die wenigsten können es definieren. Auch ich musste erst Wikipedia bemühen, um herauszufinden, was das Bindegewebe überhaupt ist:

Bindegewebe bezeichnet verschiedene Gewebetypen, die in allen Bereichen des Körpers vorkommen und dort vielfältige unterstützende Aufgaben verrichten. Bindegewebe ist für den Körper unverzichtbar, denn es erhält Organformen aufrecht und schützt vor Beschädigungen, dient als Wasserspeicher und spielt als Ort von Abwehrreaktionen gegen Krankheitserreger eine zentrale Rolle.

Wikipedia

Auch in der Haut befindet sich Bindegewebe, was sich optisch oft erst dann zu erkennen gibt, wenn eine Bindegewebsschwäche vorliegt: eine der bekanntesten ist Cellulite.

Um das Bindegewebe zu stärken, eignet sich der Ackerschachtelhalm (auch unter dem Namen Zinnkraut bekannt). Als Tee oder Badezusatz wirkt er dank der enthaltenen Kieselsäure lokal anregend. In Kombination mit seinen weiteren Inhaltsstoffen (Flavone und Saponin) wird Ackerschachtelhalm erfolgreich angewendet, um den Stoffwechsel der Haut anzuregen.

So wird ein Ackerschachtelhalm-Tee zubereitet:

1-2 Teelöffel getrocknetes Kraut werden in einen Viertel Liter kaltes Wasser gegeben: 12 Stunden lang ausziehen lassen. Alternativ kann man das Kraut auch mit heißem Wasser übergießen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Drei Tassen Tee pro Tag sollten über einen längeren Zeitraum getrunken werden.

Wird Schachtelhalm zu gleichen Teilen mit Brennesselblättern gemischt, wirkt der Tee zusätzlich entwässernd. Erkaltet kann der Tee auch als Umschlag bei geschwollenen Beinen verwendet werden.

Selbst zur Vorbeugung von Krampfadern kommt unter anderem Schachtelhalm zum Einsatz: Dann wird das Kraut allerdings mit Schafgarbe, Buchweizenkraut und Rotem Weinlaub gemischt. Auch dieser Tee sollte über einen längeren Zeitraum genossen werden.

Der Ackerschachtelhalm hat keine Nebenwirkungen.

Schönheit kommt von innen

Wenn einem Tee nachgesagt wird, ein wahres Schönheitselixier zu sein, dann ist es Grüner Tee. Somit komme ich nicht umhin, ihn an dieser Stelle zu erwähnen, obwohl ihn die wenigsten von uns im Garten haben. Die Teepflanze ist – bis auf eine Züchtung – nicht frosthart.

Über die Jahre haben sich Wissenschaftler und Ernährungsspezialisten in Studien und Experimenten immer wieder der Teepflanze gewidmet, um herauszufinden, dass Grüner Tee auf Grund seiner Inhaltsstoffe nicht nur allen möglichen Krankheiten vorbeugt und den Alterungsprozess hemmt, sondern auch gesund für die Haut ist.

Grüner Tee kann – als Getränk oder in Cremes – gegen Akne helfen und Hautkrebs vorbeugen. Erste Studien und Experimente weisen jedenfalls darauf hin. Langzeitstudien fehlen allerdings noch:

Viele Studien sind sehr ermutigend und sprechen für einen Einsatz von grünem Tee als wirksame Therapieoption bei chronischen, infektiösen und inflammatorischen Erkrankungen und Haarwachstumsstörungen sowie zur Vorbeugung nicht nur gegen Hautalterung sondern auch gegen Hautkrebs. Bislang gibt es zur Anwendung von Grüntee-Extrakten jedoch nur wenige Studien mit randomisiertem und doppelblindem Design und großer Patientenzahl.

Wiley Online Library

Trotz dass sich die Teepflanze hierzulande nicht – wie die oben genannten Kräuter – am Wegesrand findet, ist sie doch leicht zugänglich und verhältnismäßig günstig. Außerdem lässt sich Grüner Tee einfach zubereiten, indem er mit maximal 80°C heißem Wasser überbrüht wird. Länger als vier Minuten sollte er nicht ziehen, da er sonst seine belebende Wirkung verliert.

Wohl bekomm’s –

MM