Der beliebte Kirschlorbeer birgt Risiken

Schön sieht er aus mit seinen dichten glänzendgrünen Blättern, der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Zudem wächst er unglaublich schnell und erweist sich zumeist als pflegeleicht. Nicht umsonst also gehört die Lorbeerkirsche zu den beliebtesten Heckenpflanzen.

Allerdings hat die mit der Kirsche verwandte Pflanze auch Nachteile: Bei strengen Frösten kann sie bis in die Zweige erfrieren. Regelmäßige Wassergaben sind sowohl im Sommer als auch im Winter nötig, da die Heckenpflanze über ihre großen Blätter viel Wasser verdunstet. Darüber hinaus sind die Kerne ihrer Früchte giftig.

Nichtsdestotrotz wird die Pflanze gerade wegen ihrer Früchte in der Türkei kultiviert. Dort werden sie zu Trockenfrüchten oder Marmelade verarbeitet und – ohne Kern – verzehrt.

Ein exotisches Gehölz, das dem hiesigen Ökosystem fremd ist

Zu guter Letzt zählt der Kirschlorbeer zu den Neophyten, also den nicht-heimischen Pflanzen, die hiesige Gartenlebensräume entwerten.

Es gibt hunderte von Neophyten in Deutschland. Viele von ihnen sind längst eingebürgert und somit kaum wegzudenken aus dem heimischen Landschaftsbild und vom gewohnten Speiseplan (zum Beispiel Tomaten und Kartoffeln).

Allerdings gibt es auch Neophyten, die als invasiv gelten und die deshalb unter besonderer Beobachtung durch die EU stehen. Diese Pflanzen (aber auch Tiere!) stehen im Verdacht, heimische Pflanzenarten zu verdrängen und das angestammte Ökosystem somit negativ zu beeinflussen.

Die Ausbreitung dieser als schädlich eingestuften Pflanzenarten soll zum Beispiel dadurch verhindert werden, dass sie nicht mehr verkauft und angebaut werden dürfen.

Eine Anpflanzung ist unproblematisch

Auf die aus der Türkei stammende Lorbeerkirsche trifft dies nicht zu, obwohl Umweltschutzverbände wie der NABU vor der beliebten Heckenpflanze warnen. Denn auch bei der umgangssprachlich Kirschlorbeer (mit diversen Sorten wie z.B. Portugiesischer Kirschlorbeer) genannten Pflanze wird vermutet, dass sie sich mittels Versamung ungehindert in den heimischen Wäldern verbreitet, dort jedoch kaum einen Mehrwert bietet. Seine Blätter sind giftig und können daher nicht von den hiesigen Waldtieren konsumiert werden. Und auch kleinere Tiere wie Vögel und Insekten haben sich noch nicht auf die Pflanze eingestellt.

Gartenabfälle niemals im Wald entsorgen!

Wenn der Kirschlorbeer im eigenen Garten etabliert werden soll, so spricht rein rechtlich nichts dagegen. Auf gar keinen Fall jedoch sollte sein Heckenschnitt oder sogar die ganze Pflanze im Wald entsorgt werden. Gartenabfälle in Wald und Feld zu hinterlassen, ist ohnehin illegal. Sich eines Neophyten auf derartige Weise zu entledigen, schädigt das – wie oben beschrieben –  die Umwelt besonders stark.

Alternativ: auf Heimische Heckenpflanzen zurückgreifen

Heimische Heckenpflanzen, die über ein ebenso dichtes Blattwerk verfügen wie der Kirschlorbeer, sind beispielsweise die Hainbuche (Carpinus betulus) und der Liguster (Ligustrum vulgare). Letzterer ist – je nach Sorte – ebenfalls immergrün. Beiden Sträuchern ist gemein, dass sie nur wenig Wasser benötigen und auch sonst sehr pflegeleicht und robust sind.

Wer lieber auf ein Nadelgehölz setzt, an das sich die heimische Tier- und Pflanzenwelt bereits gewöhnt hat, kann seinen Garten auch mit einer Hecke aus Eiben (Taxus baccata) oder Lebensbaum (Thuja) umfrieden. Diese sind besonders blickdicht und lassen sich zudem hervorragend in Form schneiden.

MM