Verwechslungsgefahr: Die Blaue Bergminze ist nur dem Namen nach minzig!

Neulich beim Samenkauf musste es schnell gehen. Ich las „Bergminze“ und dachte an die typisch durftenden Kräuter, die man frisch oder getrocknet dazu verwenden kann, einen magenfreundlichen Tee aufzubrühen. Genau das Richtige für mein Kräuterbeet, also her damit!

Ich kaufte, säte, die Samen keimten, wuchsen schnell zu prächtigen Pflanzen heran, die ich bald schon in mein Kräuterbeet hinauspflanzte (gestern war das, Februar!!!).

Weil ich alles richtig machen wollte, schaute ich doch noch mal nach, welche Bedürfnisse die Blaue Bergminze denn hat, und stellte – auweia – fest: eine richtige Minze ist das gar nicht.


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Agastache rugosa ist eigentlich eine Asiatische Duftnessel.

Ob als Tee oder Schmuckstaude, für Agastache rugosa findest du immer Verwendung

Was auch nicht weiter schlimm ist, denn auch die Asiatische Duftnessel ist genießbar. In Korea wird sie als Gewürz benutzt. Tee lässt sich ebenfalls aus ihren Blättern zubereiten. So falsch steht sie also gar nicht in meinem Kräuterbeet…

Hierzulande gilt die Blaue Bergminze allerdings als Staude, die aufgrund ihrer langen Blütezeit ins Blumen- oder Gräserbeet gepflanzt wird. Insbesondere mit der Rutenhirse und Präriestauden wie Echinacea (Purpursonnenhut) harmoniert sie gut. Dort kommt die mittelgroße Staude (wird einen halben Meter hoch und ebenso breit) mit ihren bläulich-violetten Lippenblüten bestens zur Geltung.

Weshalb die Blaue Bergminze / Agastache rugosa im pflegeleichten Garten nicht fehlen darf:

  • lässt sich einfach und schnell aus Samen ziehen
  • versamt sich auch im Beet außerordentlich gut, nimmt also im Laufe der Zeit immer mehr Platz ein
  • robust gegen Schädlinge und Krankheiten
  • kommt mit sandigen und trockenen Böden zurecht, dafür nicht mit Staunässe
  • gedeiht in Sonne und Halbschatten
  • benötigt nur geringe Wassergaben
  • ist zwar frosthart, sollte in sehr rauen Lagen jedoch geschützt werden (z.B. mit Tannenreisig)
  • duftet frisch nach Minze
  • Bienenweide

So leicht lässt sich Agastache rugosa aus Samen ziehen

Ich will ja nicht angeben – wirklich nicht!!! – aber nach drei Tagen schon sind meine oben erwähnten Bergminzesamen gekeimt. Am Tag 4 sahen sie so aus:

Zugegeben, sie hatten optimale Bedingungen, denn ich habe eine LED-Pflanzenlampe verwendet. Unter der war es schön hell und warm. Außerdem habe ich auf Anzuchterde zurückgegriffen, nicht auf normale Blumenerde!

Deshalb sah meine Bergminze nach 6 Wochen schon so aus:

Zu diesem Zeitpunkt habe ich sie zweimal mit Flüssigdünger gedüngt, damit sie ein paar Nährstoffe erhielten. Anzuchterde ist nämlich sehr nährstoffarm und keimfrei. Theoretisch kann man auch alte Erde (z.B. aus Blumentöpfen/Kübeln/Balkonkästen) durchsieben und noch mal als Anzuchterde verwenden. Das habe ich selbst allerdings noch nicht probiert, weiß also nicht, wie das Ergebnis damit ausfällt.

Und jetzt wachsen meine Kräuter draußen im Beet und haben den ersten leichten Bodenfrost überstanden. Um sie einzupflanzen, habe ich normale Blumenerde benutzt.


Zeitgleich habe ich übrigens Limetten-Melisse (Melissa officinalis ssp. altissima) ausgesät, eine robustere Art der Zitronenmelisse. Das klappte genauso gut wie mit der Bergminze! Ebenfalls aus Samen gezogen habe ich bereits etwas früher Dahlien. Die muss man allerdings pinzieren, damit sie schön buschig wachsen. Wie das funktioniert, liest du hier>>

Gerade ausgesät habe ich die klitzekleinen Samen der Indianernessel. Bis sie keimen, bedecke ich die Töpfe noch mit einer Frischhaltefolie, damit die Erde schön feucht bleibt. Nach fünf Tagen zeigen sich die ersten winzigen Keimlinge. Sonderlich schnell wachsen sie nicht gerade.


Ja, das Internet steckt voller Erfolgsgeschichten. Alles scheint immer supereinfach. Dabei spielte Glück mit Sicherheit auch eine Rolle bei der Aussaat von Bergminze und Limetten-Melisse. Mit meinem Basilikum hat es jedenfalls überhaupt nicht geklappt. Gekeimt sind die Pflänzchen zwar, jedoch nicht weitergewachsen. Auch den Purpursonnenhut habe ich einst ausgesät. Von den zig Pflänzchen hat nur eines überlebt. Man muss wohl einfach dran bleiben…

Viel Glück!

MM