Gegen Unruhe, Schlafstörungen, Gereiztheit und depressive Verstimmungen sind gleich mehrere Kräuter gewachsen. Das wohl bekannteste unter ihnen ist das Johanniskraut. Die mehrjährige Staude mit ihren vielen leuchtend gelben Blüten wächst in meiner Umgebung nahezu überall von selbst: im Garten, am Straßenrand und auf Wiesen. Oft sehe ich sie zusammen mit Schafgarbe – beide Stauden blühen zur gleichen Zeit (Juni-August) und bevorzugen dieselben Bedingungen: Sie kommen mit voller Sonne und Trockenheit ausgesprochen gut zurecht.

Das pflanzliche Anti-Depressivum: Johanniskraut

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Johanniskraut

Johanniskraut lässt sich natürlich auch aus Samen ziehen. Einige Gärtnereien haben die Heilpflanze sogar im regulären Angebot. Dort wird sie als Steingartengewächs gepriesen, weil sie ähnliche Ansprüche hat.

(Neben-)Wirkungen

Die in Johanniskraut enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe Hypericin und Hyperforin sorgen für seine antidepressiven Eigenschaften. Sie sollen auch Ängste lindern.
Es kann jedoch mehrere Wochen dauern, bis der Tee seine stimmungsaufhellende Wirkung entfaltet. Immerhin hat Johanniskraut kaum Nebenwirkungen. Zu letzteren zählt eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Ausgedehnte Sonnenbäder sollten also nicht genommen werden.

Für einen Tee aus Johanniskraut wird etwa ein TL loses Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und 5-10 Minuten ziehen gelassen. Morgens und mittags 1-2 Tassen trinken.

Der Tee leistet Abhilfe bei depressiven Verstimmungen, Angst und nervöser Unruhe. 

Weitere schlaffördernde Kräuter

Doch nicht nur Johanniskraut hat einen positiven Einfluss auf die Gemütslage. Auch Melissenblätter wirken beruhigend und eignen sich zudem bei nervös bedingten Einschlafschwierigkeiten. Extrem populär geworden ist außerdem der Lavendel, der sich ebenfalls bei Unruhe und Schlafstörungen bewährt hat. Überdies blickt der Hopfen auf eine lange Tradition als Heilpflanze in Bezug auf Schlafstörungen zurück. Er findet nicht nur im Bier Verwendung , sondern auch als Tee.

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meine eigene Teemischung

Welche Tees beim Einschlafen helfen

Eine bewährte Teemischung, die beim Einschlafen hilft, besteht folglich aus:

  • 2 Teile Hopfen
  • 3 Teile Johanniskraut
  • 3 Teile Passionsblume
  • 5 Teile Baldrian

Ein EL loses Kraut mit etwa 150 ml Wasser aufkochen, ziehen lassen und abseihen. 

Tatsächlich wird recht vielen unterschiedlichen Pflanzen nachgesagt, eine beruhigende Wirkung auf die Psyche zu haben. Insofern kann die ein oder andere Zutat gern durch andere Kräuter ersetzt oder ergänzt werden. 

Tee aus Hanfblättern

Selbst der Nutzhanf steht im Ruf, bei Schlafproblemen Abhilfe leisten zu können. Ein Tee aus Hanfblättern wirkt beruhigend, ohne einen Rauschzustand hervorzurufen.

Für die Zubereitung einer Tasse Hanftee gibt man ein bis zwei Teelöffel getrocknete Hanfblätter in eine Tasse und übergießt diese mit 200ml kochendem, nicht sprudelndem Wasser. Nach einer Ziehzeit von fünf bis zehn Minuten ist der Tee trinkfertig.

Beruhigend für die Nerven sind folgende Teemischungen:

  • 3 EL Himbeerblätter
  • 3 EL Rosmarinblätter
  • 2 EL Hopfen
  • 1 EL Melisse

Bei der Zusammensetzung muss man sich nicht akribisch ans Rezept halten. So kann man – je nach Geschmack – die Rosmarinblätter auch gegen Orangen- oder Rosenblüten austauschen.

Aus gleichen Teilen Frauenmantel, Johanniskraut und Melisse einen Tee zuzubereiten, kann gegen Unruhe helfen. 

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blühender Frauenmantel in einem Schlosspark

Wirkt Frauenmantel ebenfalls?

Als Hausmittel steht der Frauenmantel, eine wegen ihrer eindrucksvollen Blätter gern gepflanzte Staude, hoch im Kurs. Vor allem gegen Menstruationsbeschwerden und Auswirkungen der Wechseljahre wird Frauenmantel-Tee seit jeher verwendet. Medizinisch belegt ist seine Heilwirkung allerdings nicht – auch nicht in Bezug auf Schlafprobleme. Nebenwirkungen sind ebenso wenig bekannt.

Für den Fall, dass LeserInnen die o.g. Wiesenkräuter gern selbst sammeln wollen, sei gesagt: Die ein oder andere Pflanze hat giftige Doppelgänger (insbesondere das Johanniskraut). Wer sich unsicher ist, sollte die Teekräuter daher lieber in der Apotheke oder im Handel kaufen. In getrockneter Form liegen alle genannten Pflanzen vor – und das in bestmöglicher Qualität. So ist man auf der sicheren Seite.

MM