Die Unverwüstlichen

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Das Gärtnern ist eines der liebsten Hobbys der Deutschen. Ob am Haus, im Schrebergarten oder auf dem Balkon: Das Pflanzen und Pflegen empfinden viele von uns als eine Wohltat, denn es hält fit und ist ein naturnaher Ausgleich zur Schreibtischarbeit.

Trotzdem geht das Gärtnern auch mit Schattenseiten einher: Anspruch und Wirklichkeit klaffen oft weit auseinander. Das Staudenbeet wird im Nullkommanichts von Gräsern überwuchert, die Wurzeln der Obstbäume von Wühlmäusen angeknabbert und die Rosen von Mehltau befallen. Nur das Unkraut zeigt sich unbeeindruckt. 

Pflegeleichte Pflanzen, die sich besonders für Neu-Gärtner eignen

Einen Garten neu zu gestalten – oder überhaupt erst ein Stück Land in einen Garten zu verwandeln – fühlt sich manchmal an, wie gegen Windmühlen zu kämpfen. Und nicht nur das!: Es kann auch ganz schön teuer werden, wenn die abgestorbenen Pflanzen immer wieder durch neue ersetzt werden müssen. 

Nur die Harten kommen in den Garten

Glücklicherweise gibt es genug Pflanzen, die es mit einer breiten Palette an (Extrem-)Bedingungen aufnehmen können, und trotzdem blühen und gedeihen. Vornehmlich um Geld zu sparen, habe ich diesen “Überlebenskünstlerpflanzen” meinen Blog gewidmet. Aber auch wenn du Kindern die Freude am Gärtnern vermitteln möchtest , kann ich dir diese lebenshungrigen, pflegeleichten Stauden nur empfehlen:

1. Blumenzwiebeln

pflegeleichte Pflanzen, Blumenzwiebeln
Blumenzwiebeln kann man sogar im Supermarkt günstig erwerben.

Schon im Winter zeigen sich die ersten Frühlingsboten in Form von Winterlingen, Schneeglöckchen und Krokussen. Dass ihnen der Frost nichts anhaben kann, sieht jedes Kind. Doch die kleinen Frühlingsblüher haben noch mehr gemeinsam: Sie wachsen aus Zwiebeln heran, die vornehmlich im Herbst in die Erde gebracht werden. Dafür brauchst du nur ein kleines Loch zu buddeln. Ist die Erde sehr fest, hilft ein spezieller Blumenzwiebelpflanzer.

Im Laufe des Frühjahrs tanken Blüten und Blattwerk Energie, die sie in ihrer Zwiebel speichern. Wird es wärmer, ziehen sich die oberirdischen Pflanzenteile einfach zurück: Die sommerliche Hitze kann ihnen also nichts anhaben. Auf Staunässe hingegen reagieren die Blumen empfindlich.

Ob in der Blumenrabatte oder im Balkonkasten: Blumenzwiebeln sind die pflegeleichtesten Pflanzen, die ich mir vorstellen kann.

2. Blattschmuckstauden

pflegeleichte Pflanzen
Woll-Ziest

Stauden mit silbrig-grauen Blättern sind ein guter Indikator dafür, dass Hitze und Sonne problemlos toleriert werden. (Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch, dass sie im Schatten überhaupt nicht gut gedeihen.)

Wahre Sonnenanbeter sind zum Beispiel Woll-Ziest (wegen seiner flauschigen Blätter auch Hasenohr genannt) und Silberraute (auch unter dem Namen silbiger Beifuß bekannt), die sehr unauffällige Blüten entwickeln. Trotzdem sollte den pflegeleichten Stauden ruhig ein Plätzchen im Garten zugewiesen werden. Schließlich erfreuen sie mit konstant schönem und üppigem Blattwerk. 

3. Bodendecker für den Schatten

Taubnessel, Ehrenpreis
Mischung aus Taubnessel (violett) und Ehrenpreis (blau)

Auch im Schatten gedeihen einige wunderbar robuste Pflanzen, die sich in ihrem Wachstum kaum hemmen lassen. Zu nennen wäre da die Taubnessel, eine zarte Staude, die trotz ihres Blütenreichtums oft für Unkraut gehalten wird. Denn kaum jemand pflanzt sie bewusst: Sie breitet sich ganz von allein aus.

Ebenso wie der Ehrenpreis, der sich selbst Wege in besonders schattige Winkel des Gartens sucht. Dort benötigen die genannten Pflanzen überhaupt keine Pflege. Und trotzdem blühen sie im Frühling so reichlich, dass sie wahre Insektenmagneten sind. Insbesondere Hummeln fühlen sich von den kleinen Blüten magisch angezogen.

Wenn du die Baumscheibe – also die Erde direkt unter einem Baum – bepflanzen möchtest, brauchst du eine besonders anspruchslose Staude oder alternativ Bodendecker. Schließlich muss die Pflanze nicht nur mit dem Schatten klarkommen, den der Baum wirft, sondern auch mit trockenem Boden und weniger Nährstoffen. Diese verbraucht nämlich bereits der Baum en masse.

Der Frauenmantel ist eine jener robusten Pflanzen, die selbst in dieser Umgebung gut gedeihen. Als außergewöhnlich winterharte Pflanze übersteht der Frauenmantel sogar starke Fröste.

Trittfeste Bodendecker gedeihen hingegen auch außerhalb klassischer Beete und anderer Ecken im Garten. Wie der Name bereits andeutet, verkraften die robusten Pflanzen es außerdem, „niedergetrampelt“ zu werden. Sie bieten sich daher sogar als begahbarer Rasenersatz an!

4. Gräser die wenig Wasser brauchen

pflegeleichte pflanzen ziergräser
Rutenhirse im Kiesbeet

Ziergräser gehören unbedingt auf den Einkaufszettel eines jedes Garten-Anfängers, denn die meisten von ihnen sind unverwüstlich. Dazu machen sie immer eine gute Figur – ob als Solisten oder in Kombination mit Stauden. Zwar bilden Ziergräser keine Blüten aus, doch sie erzielen trotzdem eine enorme Wirkung. Gerade in Herbst und Winter, wenn der Blütenreichtum anderer Pflanzen längst zum Erliegen gekommen ist, schlägt die Stunde der Gräser. Jetzt treten ihre zarten Strukturen und vielfältigen Formen besonders gut hervor.

Viele Gräser, die wenig Wasser brauchen, stammen ursprünglich aus der Prärie und haben sich an ungünstige Witterungsbedingungen angepasst. Selbst Schädlinge können ihnen nichts anhaben. Besonders hitze- und trockenheitstolerant ist das Federgras. Rutenhirse und Lampenputzergras sind ebenfalls wahre Sonnenanbeter, werden aber viel höher (bis zu 2 Meter!). Magere Böden werden bevorzugt. Zu düngen brauchst du die Pflanzen daher nicht.

5. Fulminante Stauden

katzenminze und salbei
Salbei, im Hintergrund Katzenminze, Bild von DieFia

Es gibt so wunderschöne Stauden in den spektakulärsten Farben, die du einmal pflanzt, um sie in den folgenden Jahren nicht mehr wieder zu sehen, weil sie sofort eingehen. Unzählige Male habe ich mich schon am Sonnenhut (Echinacea) probiert. Umsonst.

Und dann gibt es das Gegenteil, nämlich ebenso blütenreiche Stauden mit fulminanter Fernwirkung, die auch den widrigsten Bedingungen trotzen:

Die etwa einen Meter hoch wachsende Katzenminze ist ein solche Staude. Ihr hübsches graugrünes Laub ergänzt jede Blumenrabatte, und Bienen erfreuen sich an den nektarreichen violetten Blüten, die während der Sommermonate erscheinen.

In Neubauvierteln einen Garten anzulegen, ist eine besondere Herausforderung, denn für den Hausbau wird der Mutterboden abgetragen. Und der Schutt, der zurückbleibt, kann kaum als „Blumenerde“ bezeichnet werden. Doch auch auf diesem unwirtlichen Standort gedeihen Blumen, namentlich die Blauraute. Drei Monate lang erfreut sie den Gärtner mit einer Wolke aus lila Blüten. Da die Staude bis zu zwei Meter hoch werden kann, sind ihre Blüten zudem weithin sichtbar.


Die oben genannten pflegeleichten Stauden und Gräser werden dir das Gärtnern auf jeden Fall erleichtern. Gerade wenn du noch am Anfang stehst, solltest du dich erst einmal auf ein paar Pflanzen beschränken. Später kannst du deinen Radius immer noch erweitern – und dann vielleicht sogar eigenes Gemüse anbauen.

Natürlich gehören nicht nur Stauden und Ziergräser zu den pflegeleichten Pflanzen. Auch Bäume können durchaus anspruchslos sein – und Sträucher sowieso! Robuste Gehölze habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.


Beitragsbild von Alexander Fox | PlaNet Fox auf Pixabay


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2 Kommentare

  1. Queen All

    Der Artikel kommt wie gerufen! Unser Garten ist gerade am Entstehen, der Landschaftsgärtner baut gerade die Grundlage. Die Liste mit neuen Wunsch-Bewohnern ist lange und gerade pflegeleichte Pflanzen sind für mich als Garten-Anfänger ideal. Das Hasenohr kommt auf jeden Fall auch dazu 🙂

    • Miss Minze

      Freut mich, dass ich dir ein paar Anregungen geben konnte! Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut anwächst!!!

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