Seitdem ich einen Garten habe, gehe ich ja mit diesem speziellen Blick durch die Welt. Meistens richtet er sich auf Pflanzen. Und nun fällt mir auf, dass es ein paar Büsche gibt, die besonders hübsch aussehen – bedeckt mit Raureif oder ohne. Es sind genau die Büsche, die mir im Sommer überhaupt nicht aufgefallen sind und die ich deshalb auch nicht pflanzen wollte: zum Beispiel Stechpalmen (ilex aquifolium).

Zugegeben, unter einer zarten Schicht Raureif sehen auch die verdorrten Stengel der Sommerstauden noch romantisch aus. Aber die Stechpalme schafft es, auch noch im wintergrauen Nieselregen attraktiv zu sein.

Die Stechpalme

Ach, die sind so stachlig, nein, die will ich nicht, dachte ich noch vor wenigen Monaten. Jetzt bereue ich es ein bisschen, denn Stechpalmen sind

a) immergrün und verfügen

b) über kleine rote Beeren, die gerade jetzt wunderbar durchs Grau leuchten.

Die Beeren können auch andersfarbig sein – je nach Sorte – und davon gibt es hunderte: kleine Sträucher bis hin zu großen Bäumen! Da mein Garten viele schattige Bereiche aufweist, finde ich eine Eigenschaft der Stechpalme besonders günstig:

Sie verträgt nicht nur Halbschatten, sondern sogar sehr schattige Standorte!

Außerdem ist sie sehr robust, winterhart und verträgt sogar Trockenheit und saure Böden: Perfekt für meinen Garten!

Einziger Nachteil: Die Stechpalme ist giftig – sowohl Blätter als auch Früchte enthalten Urolsäure und Polyphenole.

Trotzdem werde ich mir wohl das eine oder andere Stechpalmen-Pflänzchen für meinen Vorgarten kaufen. Allerdings muss ich noch bis zum Frühjahr warten, denn der Boden ist jetzt steinhart gefroren!


welche pflanzen für den winter

Immergrün ist immergut?

Auf die Frage, welche Pflanzen im Winter noch optimal zur Geltung kommen, fallen mir sofort die immergrünen ein – und davon gibt es glücklicherweise viele. Buchs, Liguster, Eibe und Kirschlorbeer sind wohl die bekanntesten immergrünen Gehölze. Meist kommen sie als Hecke zum Einsatz, weil sie eben auch im Winter blickdicht sind.

Besondere Blüten haben diese Pflanzen nicht, dafür wirken sie durch ihre Form oder ihre glänzenden Blätter.

Kleiner kommt das Heidekraut daher, das je nach Sorte auch im Winter blüht und somit als eine der wenigen Pflanzen farbige Akzente setzt in der kalten Jahreszeit. Da es hier in der Umgebung ganz natürlich wächst, habe ich gleich ganz viel Heidekraut gekauft und gepflanzt. Obwohl es als sehr robust gilt, hatte ich trotzdem kein Glück: Bei der Hälfte der Pflanzen ist das vormals grüne Laub braun geworden. Ob sich das Heidekraut bis nächstes Jahr erholt?

Auch die Skimmie zieren kleine rote Blütenknospen sowohl im Herbst als auch im Winter. Beide Pflanzen sind sehr winterhart.

Umstritten: Nadelbäume

kiefer

eine Kiefer kann wirklich majestätisch aussehen

Immergrüne Gewächse sind gar nicht so selten. Nicht alle haben ihren Reiz (das ist jedoch bekanntlich Geschmackssache). Aber so eine stattliche Tanne passt einfach hervorragend in die Weihnachtszeit, vor allem, wenn man sie mit einer Lichterkette schmückt.

Obwohl, Tannen sind dafür gar nicht notwendig. Meine Nachbarin hat eine Lichterkette um ihre Eibe geschwungen. Das sieht auch gut aus. 🙂

In meinem Garten wachsen allerdings nur Kiefern. Die können auch stattlich aussehen, aber mit der Lichterkette habe ich es schwer…

Auf dem Bild ist übrigens eine Kiefer vom Nachbargrundstück zu sehen. Eine der letzten. Die meisten wurden gefällt: wegen der Nadeln. Oder mit den Worten der Nachbarn: wegen des ganzen Drecks.

Generell haben Bäume bei meinen Nachbarn einen schlechten Stand. Verständlich ist das schon: Wer viele Bäume auf seinem Grundstück hat, sieht die Sonne tatsächlich kaum. Es ist immer schattig, sogar ein wenig düster.

Genügsam: die Kiefer

Zu viele Tannen, Fichten und andere Nadelbäume möchte ich daher auch nicht im Garten haben. Die hohen Kiefern mag ich aber. Sie werfen nur lichten Schatten. Gegen ihre Nadeln habe ich auch nichts einzuwenden. Unangenehm ist höchstens, wenn man barfuß auf einen Kienapfel tritt. Das passiert im Sommer leider öfters.

Ansonsten ist die Kiefer ein ebenso pflegeleichter Baum wie die Stechpalme: Sie kommt gut mit sandigem (saurem) Boden aus, gedeiht im Schatten und in voller Sonne. Zwei klitzekleine Kiefern habe ich im Herbst gesetzt. Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie schnell sie wachsen. Sind sie erst einmal groß, wirken sie nicht nur im Winter majestätisch.

Der Kiefer werde ich wohl noch einen eigenen Artikel widmen. In Brandenburg dominiert sie ja die Wälder, was auch Schattenseiten hat…


Das ist noch nicht alles!

Welche Pflanzen für den Winter gibt es denn noch? -Natürlich Gräser!

Fast noch schöner als alle genannten Gehölze wirken nämlich Ziergräser oder Präriegräser unter Raureif oder einer zarten Schicht Schnee. Welche davon ich euch empfehle, erfahrt ihr in meinem nächsten Blog-Post. 🙂

Nicht zu vergessen: Bambus!!! Auch dieser gehört aus botanischer Sicht zu den Gräsern. Bambus verliert seine Blätter im Winter nicht und bietet daher eine grüne Oase im Grau des Winters. Welche Bambus-Sorten ich angepflanzt habe, erfährst du hier>>

Bis dahin,
liebe Grüße,
eure Miss Minze