Ich widme mich bekanntlich den robusten Pflanzen, denn die Gegebenheiten in Brandenburg sind alles andere als ideal: Auf sandigen Böden gedeiht eben nicht viel. Trockene Sommer und eiskalte Winter tun ihr Übriges, um empfindlichen Pflänzchen den Garaus zu machen. Da kann der Daumen noch so grün sein, es kostet einfach viel zu große Mühen, anspruchsvolle Stauden oder gar Gemüse am Leben zu erhalten. 

Warum ein Gewächshaus nicht nur Pflanzen guttut

Es sei denn, man investiert in ein Gewächshaus…

Viktorianisches Gewächshaus
Formschön: Die Gewächshäuser im Botanischen Garten

Momentan spiele ich tatsächlich mit dem Gedanken, mir eins anzuschaffen. Nicht nur, um dort Gemüse zu ziehen, sondern vor allem der Optik wegen. Ich mag Gewächshäuser einfach, insbesondere die schnörkeligen Viktorianischen. -So genannt, weil sie sich an den formschönen, ornamentalen Gewächshäusern des Viktorianischen Zeitalters (Großbritannien) orientieren.

Sie sehen aus wie kleine Schlösser aus Glas und Gusseisen und sind so groß, dass man locker einen Gartentisch und mehrere Stühle darin unterbringen kann. Umgeben von tropischen Pflanzen hat man so einen behaglichen Sitzplatz, eine Art separaten Wintergarten sozusagen. Wie der Name schon andeutet, kann man so ein Luxus-Gewächshaus auch im Winter nutzen. Schließlich erwärmt sich die Luft unter Glas sehr schnell – vorausgesetzt die Sonne scheint. Wärme und Licht wiederum wirken gerade in der kalten Jahreszeit wie Balsam für die Seele.

Ach ja, wenn ich doch reich wäre…

Ein Gewächshaus ist auch eine Kostenfrage

Der Normalverdiener muss mit einem ordinären Gewächshaus Vorlieb nehmen. Das muss nicht unbedingt schlecht(er) sein. Schließlich hat es auch seinen Preis: Je nach Größe & Ausstattung kann es in die Tausende gehen! Deshalb wundere ich mich oft, warum bei so vielen Dingen Funktionalität und Schönheit nicht Hand in Hand gehen.

Nun, immerhin – das habe ich gerade recherchiert – kann man auch normale Gewächshäuser verschönern, zum Beispiel indem man sie mit einer Firstkrone versieht.

Bei so hohen Kosten ist genau abzuwägen, ob sich eine Investition überhaupt lohnt. Nur weil man im Frühjahr gerne Tomaten anbauen möchte, braucht man nicht unbedingt ein mannshohes Gewächshaus aus Glas. Tatsächlich gibt es gute Alternativen, die ich im Folgenden aufliste:

Gewächshaus mal anders: 6 Alternativen

Um ein Gewächshaus zum Überwintern zu improvisieren, reichen einige einfache und gleichzeitig effektive Ideen. Damit lassen sich die Anschaffungskosten deutlich reduzieren und auch die aufwändige Montage fällt weg.

1. Aufblasbares Gewächshaus

Ähnlich wie ein Zelt wird das aufblasbare Gewächshaus erst dann aufgebaut, wenn du es brauchst – vornehmlich im Winter. In der frostfreien Zeit hingegen kannst du es einfach wieder abbauen und verstauen. Vor allem Kübelpflanzen profitieren von einer solchen Überwinterungsmöglichkeit, denn es ist schön hell im “Zelt”. Sehr frostempfindliche Pflanzen benötigen jedoch zusätzlich eine Heizung, damit die Temperaturen im aufblasbaren Gewächshaus nicht unter Null Grad Celsius fallen.

2. Überwinterungszelt

Ganz ähnlich funktioniert ein Überwinterungszelt. Auch dieses wird genutzt, um Pflanzkübel unterzubringen und somit vor Frost zu schützen. Das Überwinterungszelt besteht aus einer lichtdurchlässigen PVC-Folie und bietet relativ wenig Platz (ein großer oder mehrere kleine Kübel). Dank seiner platzsparenden Konstruktion lässt es sich einfach auf der Terrasse oder dem Balkon aufbauen. 

3. Foliengewächshaus / Folientunnel

foliengewächshaus
flexible & günstige Alternative zum Gewächshaus: Das Folien-Gewächshaus

Deutlich günstiger als ein Gewächshaus aus Glas oder Kunststoff ist ein Foliengewächshaus. Optisch hat es jedoch große Ähnlichkeit mit seinen Namensvettern. Auch das Foliengewächshaus besteht aus einer Metallkonstruktion. Diese wird allerdings mit einer Folie umspannt.

Es eignet sich vor allem für die Pflanzenanzucht – weniger zum Überwintern, da es kaum isoliert. Zudem hält die Folie kaum mehr als drei Jahre. Nachhaltig ist das nicht.

4. Gartenhaus als Gewächshaus

Zugegeben, kostengünstiger als ein klassisches Gewächshaus ist das Gartenhaus zwar nicht, doch lassen sich damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man kombiniert eine Abstell- bzw. Aufenthaltsmöglichkeit mit einem Gewächshaus.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass das Gartenhaus über große Fenster verfügt, denn Pflanzen mögen es hell. Eine Gartenlounge wie zum Beispiel folgendes Modell bei Gartenhausfabrik mit seinen verglasten Türen ist hier optimal.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Verwendung von Isolierglas, denn dadurch sinken die Temperaturen im Winter nicht unter Null Grad Celsius. Das Gartenhaus eignet sich daher perfekt, um frostempfindliche Gewächse zu überwintern. Eine zusätzliche Heizung – wie sie auch in herkömmlichen Gewächshäusern verwendet wird – ist demnach nicht nötig.

5. Erweiterte Terrassenüberdachung

Auch diese Option ist sehr teuer. Ich möchte sie dennoch nicht unerwähnt lassen, weil viele Häuser bereits über eine Terrassenüberdachung verfügen. Diese muss dann „nur“ noch erweitert werden, und zwar mit Seitenwänden.

Die Seitenwände bestehen entweder aus Glas oder Polycarbonat, sind entweder fix oder lassen sich mittels Schiebewandsystem an jede gewünschte Position verschieben. Die Wände fungieren vor allem als Schutz gegen Wind und Regen. Im Winter jedoch haben sie dem Frost mit Sicherheit nichts entgegenzusetzen. Insofern müsste zusätzlich geheizt werden.

6. Gewächshaus selber bauen

Ich erwähne es, weil es vielen Menschen am Herzen liegt, solche Projekte von A-Z selbst umzusetzen. Ob es sich wirklich rechnet, kann ich indessen nicht beurteilen. Wobei ich immer wieder erstaunt bin, wie viel Geld man im Baumarkt lassen kann… Nun, wer kreativ ist, findet mit Sicherheit auch dafür eine Lösung. Ich habe bspw. schon Gewächshäuser gesehen, die gänzlich aus alten Fenstern bestanden.

In diesem Artikel findest du eine Anleitung inklusive Materialliste und ausführlicher Beschreibung. Viel Erfolg!


Fazit

Ich persönlich werde garantiert nicht selbst den Hammer schwingen. Sogar Bausätze sind mir zu komplex. Leider gehört aber auch das zu einem Gewächshaus: der Aufbau.

Darüber hinaus musst du über ein geeignetes Fundament nachdenken. Zwar kann man ein Gewächshaus auch einfach auf die Wiese stellen, aber es sollte schon entsprechend mit dem Boden verankert sein, um starken Winden zu trotzen. Dies geschieht i.d.R. mittels Punktfundament. Für handwerklich Begabte sicherlich kein Problem – für mich hingegen schon.

Und dann wäre da noch die oftmals notwendige Baugenehmigung

Ob ich mir tatsächlich ein Gewächshaus kaufe, lasse ich daher noch offen. Selbst wenn ich die Kosten stemmen kann, stellt sich die Frage, wer das Glashaus inklusive Fundament baut und montiert. Das will zweimal überlegt sein.

MM