Momentan kreisen meine Gedanken vornehmlich um Gras. 😉 Schon vergangene Woche habe ich euch von meinen „Rasensaat-Experimenten“ berichtet. Ich weiß: total spießig.  Aber ich verfüge einfach über so viel Fläche in meinem Garten, die ich anderweitig nicht so schnell grün kriege.

Klar, ich könnte auch überall Bodendecker und Stauden pflanzen, aber davon müsste ich so viele kaufen, dass ich einen Kredit aufnehmen müsste! Nee, dann doch lieber Gras.

Warum eigentlich Rollrasen?

Unser Nachbar ist sich jedenfalls sicher: „Kauft euch Rollrasen!“ Den empfahl er uns so oft, dass wir schließlich Rollrasen bestellten. 100qm als Spielwiese vorm Haus sollten angelegt werden.

Das war vor vier Monaten. Beim Ausrollen hatten wir noch Angst, ob wir alles richtig machen und vor allem: ob der Rasen auch wirklich anwachsen würde! Jetzt sind wir jedenfalls mehr als zufrieden mit dem Resultat: Der Rollrasen hat sich als pflegeleicht erwiesen. Er ist schnell angewachsen, obwohl er von Anfang an wenig gewässert und noch seltener gemäht wurde. (Wir sind nicht die fleißigsten Gärtner, hüstel.)

Rollrasen Kosten

Etwa 400 Euro haben wir für unsere 100qm Rasenfläche bezahlt. Da wir keinen Anhänger besitzen und den Rollrasen somit nicht selbst abholen konnten, fielen entsprechende Mehrkosten für die Lieferung an. Ohne diese hätte wir etwa 150 Euro gespart, also nur ca. 250 Euro bezahlt.

Ich empfinde diesen Preis als gerechtfertigt. Schließlich gibt man für 100qm Rasensaat von hoher Qualität auch schon gut uns gerne 100 Euro aus. Hinzu kommt der Kauf von Blumenerde, falls man den vorhandenen Gartenboden aufwerten muss. Auch wässern muss man die frische Aussaat regelmäßig, denn der Boden darf nicht austrocknen.

Rollrasen: Anlegen und Pflegen

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Hinterher hatten wir Muskelkater: Rollrasen verlegen.

Damit der Rollrasen optimal anwächst, wird ebenfalls empfohlen, ihn am besten täglich morgens und abends zu sprengen. Und das zwei Wochen lang! In jenen zwei Wochen sollte man den Rasen auch nicht betreten. Wir haben ihn weitaus weniger mit Wasser versorgt.

Allerdings war es zu dieser Zeit (Ende April) auch noch recht kühl. Das Wasser ist nur langsam verdunstet. Insofern kann ich nur raten, auch auf die jeweiligen Standortbedingungen und das Wetter zu achten. Auf dem Rollrasen gespielt haben die Kinder bereits nach einer Woche.

Den Rollrasen zu verlegen, war anstrengender, als ich es mir vorgestellt hatte: Die einzelnen Ballen sehen zwar recht klein aus, sind aber wirklich schwer. Hinzu kommt der Umstand, dass man zügig arbeiten muss. Schließlich soll der Rasen nicht ewig zusammengerollt herumliegen. Er braucht Licht und will seine Wurzeln entfalten!

Wer schwächelt, sollte beim Ausrollen unbedingt Hilfe hinzuziehen. Große Flächen schafft man nicht allein.

Entgegen der Ratschläge unserer Nachbarn haben wir den Rollrasen auf unserem normalen Gartenboden verlegt, den wir vorher etwas begradigt haben. Leider ist er sandig und deshalb sehr durchlässig. Die Erde (inklusive Gras) trocknet folglich schnell aus und muss entsprechend öfter gesprengt werden. Jetzt, wo ich schlauer bin, würde ich den Boden daher mittels lemiger Erde verbessern.

Fazit: Ein praktischer, jedoch kein Englischer Rasen

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Längst sind keine Zwischenräume mehr zu sehen. Wir sind echt glücklich mit unserer Spielwiese.

Vor einer Woche habe ich ihn erstmals gedüngt – weil das alle so machen, nicht weil es unbedingt nötig war 😉 Da wir generell wenig gießen, aber der Sommer trocken war, ist der Rasen an einigen Stellen etwas heller geworden. Das stört uns wenig. Schließlich haben wir uns für einen Rasen entschieden, damit die Kinder darauf spielen und wir Erwachsenen bisweilen darauf sitzen können. Das Aussehen spielte für uns eine untergeordnete Rolle.

Rollrasen Vorteile:

  • sofortiges Ergebnis: man muss nicht warten, bis etwas keimt & wächst
  • bestens geeignet für große Flächen, da das Aussäen hier oft nicht so gleichmäßig klappt
  • auf lange Sicht günstiger, da nicht nachgesät werden muss, um etwaige kahle Stellen auszugleichen

Rollrasen Nachteile:

  • körperlich anstrengende Arbeit
  • höhere Anschaffungskosten
  • man weiß nicht genau, welche Rasensaat verwendet wurde (könnte sich um minderwertige Qualität handeln)

Nun denn, es sind immer noch genügend Flächen unbepflanzt in unserem Garten. Hier habe ich in den vergangenen Tagen fleißig gesät. Hoffentlich mit einem ebenso guten Resultat wie bei unserem Rollrasen. Fotos folgen 🙂

Eure Miss Minze 🙂