Schritt für Schritt zum Hühnerstall im eigenen Garten

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Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich dafür, eigene Hühner im Garten zu halten, und dieser Trend ist nicht nur ein vorübergehendes Phänomen. Es gibt nämlich eine Vielzahl von Gründen, die diese Entwicklung vorantreiben.

Viele möchten wissen, woher ihre Nahrungsmittel stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert werden. Mit eigenen Hühnern im Garten haben sie die Gewissheit, dass ihre Eier von glücklichen Hühnern gelegt werden, die artgerecht gehalten werden.

Doch wer Hühner im eigenen Garten halten will, braucht einen geeigneten Unterschlupf für sie. Alles, was du über Hühnerställe wissen musst, erfährst du im nachfolgenden Beitrag.

Der Umbau eines Bauwagens in einen geräumigen Hühnerstall

Wenn es darum geht, einen Hühnerstall zu bauen, sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Eine innovative Möglichkeit, deinen gefiederten Freunden ein geräumiges und sicheres Zuhause zu bieten, ist die Umnutzung eines vorhandenen Bauwagens. Damit recycelst du nicht nur ein ungenutztes Objekt, ein Bauwagen bietet darüber hinaus so manch einen Vorteil in Bezug auf Platz und Schutz.

Wie viel Platz braucht ein Huhn?

Sitzstangen im Hühnerstall, Hühnerstall bauen
Foto von Zoe Schaeffer

Hühner brauchen ausreichend Platz, um sich frei bewegen, ihre Flügel ausbreiten und bequem Eier legen zu können. Die Berechnung des benötigten Platzbedarfs für Hühner im Stall hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Hühnerrasse, die Anzahl der Hühner und deren Verwendungszweck (Eier legen, Fleischproduktion, usw.).

So benötigen zum Beispiel 5 Zwerghühner mindestens 2 Quadratmeter Stallfläche und 25-50 Quadratmeter Auslauf im Freien. Größere Hühner und Hähne brauchen natürlich mehr Platz. Eilegende Hühner benötigen etwa 1 bis 2 Quadratmeter pro Huhn im Stall.

Wenn deine Hühner auch Auslauf im Garten haben, sollte dieser Bereich groß genug sein, damit die Hühner herumlaufen und scharren können. Pro Huhn sollte man mindestens 5 bis 10 Quadratmeter Freilauffläche einplanen.

Den Auslauf begrünen – und grün halten

Möchtest du vermeiden, dass sich der Hühnerauslauf schon nach kurzer Zeit in eine Mondlandschaft verwandelt, kannst du zum Beispiel Rasengitter und Paddockplatten anbringen.

Weiterhin solltest du robuste und schnell wachsende Pflanzen auswählen, die eine starke Narbe bilden und sehr trittfest sind. Beispiele hierfür sind Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), Rotschwingel (Festuca rubra rubra) und Weißklee (Trifolium repens). Diese Mischung kann schon im März gesät werden. Für die Begrünung und Nachsaat ab Mai/Juni kommen zu der Grundmischung noch Staudenroggen (Secale multicaule) und Buchweizen (Fagopyrum esculentum) dazu.

Quelle: Hühner-Kräuter

Bauwagen & Auslauf gegen unerwünschte Eindringlinge absichern

Auch an Nistkästen und Sitzstangen sollte es nicht mangeln. Hühner brauchen ein ruhiges, gemütliches Plätzchen zum Eierlegen. Aus diesem Grund solltest du Nistkästen im Bauwagen anbringen. Sitzstangen sind wichtig, damit sich das Federvieh nachts niederlassen kann. Sie sollten sich oberhalb des Bodens befinden, damit Raubtiere wie Füchse und Waschbären nicht eindringen können.

Sicherheit ist das A und O. Deshalb solltest du den Bauwagen gründlich nach vermeintlichen Schlupflöchern checken – und diese ggf. ausbessern. Gleiches gilt für den Zaun des Hühnerauslaufs, unter denen sich Fuchs & Co. gerne mal durchbuddeln.

Mit etwas durchdachter Planung und ein wenig Heimwerkerarbeit lässt sich ein Bauwagen in einen geräumigen und schönen Hühnerstall verwandeln, der den Hühnern ein sicheres und komfortables Zuhause bietet und gleichzeitig die vorhandenen Ressourcen nutzt. Falls du einen Bauwagen kaufen möchtest, solltest du dich zuvor jedoch informieren, ob er in deinem Garten erlaubt ist. Hier kann das Bauordnungsamt weiterhelfen.

Ein kompakter Hühnerstall zum Selbermachen

Für diejenigen, die nur wenig Platz haben oder weniger Hühner unterbringen müssen, ist ein selbst gebauter Hühnerstall eine kostengünstige und lohnende Lösung. Wer seinen eigenen kompakten Hühnerstall baut, kann ihn an seinen Garten und seine gefiederten Freunde anpassen.

Um sorgfältig zu planen, bestimmst du zunächst die Anzahl der Hühner und deren Platzbedarf. Ein kompakter Hühnerstall benötigt etwa 2 Quadratmeter Innenraum pro Huhn, wobei zusätzlicher Platz für Nistkästen und Sitzstangen vorgesehen ist.

Achte beim Bau des Hühnerstalls auf Einfachheit und Funktionalität. Du kannst Materialien wie alte Paletten oder Altholz verwenden, um Kosten zu sparen.

Hier ist eine Liste von Materialien, die für einen Hühnerstall zum Selberbauen verwendet werden können:

  • Holz: Für das Gerüst, die Wände und die Dachkonstruktion.
  • Sperrholz oder OSB: Für die Wände, den Boden und das Dach des Stalls.
  • Bedachungsmaterial: Zur Auswahl stehen Holz, Schindeln, Metalldächer oder gewellter Kunststoff.
  • Maschendraht: Für Fenster, Türen und zur Abgrenzung des Auslaufs.
  • Nistkästen: Können aus Sperrholz gebaut oder als Fertigprodukte gekauft werden.
  • Sitzstangen: Auch Äste sind gut geeignet.
  • Farbe und Kalk: Zum Kalken des Hühnerstalls, Schutz des Holzes und für ein schönes Aussehen.
  • Säge und Bohrer: Unverzichtbare Werkzeuge zum Schneiden und Zusammenbauen.
  • Abdeckplanen oder Plastikplanen: Als vorübergehender Wetterschutz während des Aufbaus.
  • Wärmelampe (falls erforderlich): Für das Ausbrüten von Küken oder als Wärmespender in den kälteren Monaten.
  • Nistmaterial: Zum Beispiel Stroh, Heu oder Holzspäne für die Nistkästen.

Die Wahl des Materials hängt zudem von der Bauweise, dem Klima und der Anzahl der Hühner, die du halten möchtest, ab. Bei der Auswahl und Verwendung von Materialien für den Hühnerstall sollte immer die Sicherheit und der Komfort der Hühner im Vordergrund stehen.

Es ist sicherzustellen, dass der Hühnerstall gut belüftet ist und Schutz vor Hitze, Regen und Schnee bietet. Fenster mit Fliegengittern können für ausreichende Belüftung sorgen und gleichzeitig Fressfeinde fernhalten.

Mit dem Bau eines Hühnerstalls spart man nicht nur Geld, sondern gewinnt auch eine engere Verbindung zu den Hühnern. Es ist ein praktisches Unterfangen, das mit frischen Eiern und der Genugtuung belohnt wird, dass du deinen gefiederten Freunden auf kleinem Raum ein gemütliches Zuhause geschaffen hast.

Spielzeug für die Hühner im Hühnerstall

Spielzeuge im Hühnerstall dienen der Unterhaltung und sind eine sinnvolle Investition in das Wohlbefinden der Hühner. In den kälteren Wintermonaten, wenn die Hühner mehr Zeit im Stall verbringen, kann Langeweile ein echtes Problem werden.

Spielzeuge wie Futterballen, hängendes Gemüse oder Klettermöglichkeiten wie Leitern und einfache Sitzstangen regen die geistige und körperliche Aktivität an und vermeiden Stress im Stall. Zudem fördern diese Ablenkungsmöglichkeiten die Bewegung und sorgen dafür, dass die Hühner gesund bleiben und auch in der kalten Jahreszeit noch Eier legen.


Alles in allem ist die steigende Beliebtheit der Hühnerhaltung in deutschen Gärten ein Zeichen für das gesteigerte Interesse an nachhaltiger Landwirtschaft, Selbstversorgung und einem bewussteren Lebensstil. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend in Zukunft entwickeln wird.

MM

Beitragsbild: von Danielle-Claude Bélanger


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4 Kommentare

  1. Queen All

    Ich sehe den Trend zum eigenen Hühnerstall kritisch. Vielen ist glaube ich gar nicht bewusst, dass das auch eine Menge Arbeit macht. Ich sehe das im Gehege der Nachbarin – mal eben in Urlaub fahren geht dann nicht mehr. Man sollte sich vorab wirklich sehr ausführlich informieren und auch checken, ob es einen Tierarzt in der Umgebung gibt, der Hühner im Notfall auch behandelt. Geld spart man sicherlich nicht, die Vögel müssten schon eine Menge Eier legen, um all die Ausgaben wieder reinzuholen. Und damit die Damen Eier legen braucht es auch einen Hahn (das ist für manche echt eine Überraschung), womit man sich eventuell im Wohngebiet nicht sonderlich beliebt macht. Nicht ohne Grund verschwinden viele Hühnergehege schnell auch wieder aus den Gärten…

    • Miss Minze

      Der Hahn ist obsolet, solange du keine Küken haben möchtest 😉
      Ich bin eher überrascht, wie wenig Arbeit Hühner verursachen. Man kann es in etwa mit dem Halten von Meerschweinchen vergleichen: Einmal die Woche den Stall säubern, täglich füttern, hin und wieder Bespaßen. Allerdings habe ich auch nur drei Hühner. Wenn ich im Urlaub bin, werden sie von meiner Nachbarin gefüttert – so wie wir auch die Meerschweinchen der Nachbarn füttern, wenn die im Urlaub sind. Unseren Hund müssen wir hingegen in Pflege geben, wenn wir auf Reisen gehen, da er nicht so lange allein bleiben kann. Bei Katzen ist es sicherlich ähnlich, wenn es sich nicht gerade um echte Dorfkatzen handelt, die allein klarkommen.
      Da sind Hühner deutlich unkomplizierter, glaub mir!

      • Queen All

        Sehr interessant, dass die „Hühnerfachfrau“ das nicht weiß und uns solche Märchen auftischt. Naja, mit Stadtkindern kann man es ja machen 😂.
        Dabei war der Hahn vor uns da, wir haben ihn also nie in Frage gestellt. Und immerhin gibt es Live-TV vom Feinsten, wenn sich die Hennen mal wieder um einen einzelnen Wurm zanken. Ich bin immer wieder überrascht, wie schnell die doch rennen können, wenn´s ums Futter geht.

        • Miss Minze

          Jep, wenn’s ums Futter geht, sind selbst die ängstlichsten Hühnchen plötzlich überhaupt nicht mehr schüchtern 🙂
          Weniger lustig ist es, wenn sie sich gegenseitig wehtun. Da ich bis vor Kurzem noch rein gar nichts über Hühner wusste, war ich doch recht überrascht, wie aggressiv sie werden können: Nämlich wenn es darum geht, die Hackordnung festzulegen (jetzt ist mir auch klar, woher das Wort kommt…). Davon liest man auch eher selten. Ich selbst habe es in meinem Artikel ja auch nicht erwähnt, weil ich es schon wieder verdrängt habe 😉

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