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In letzter Zeit verspüre ich eine immer größer werdende Liebe zu Brandenburg, genau genommen zum Fläming, der sich – noch genauer genommen – über Sachsen-Anhalt und Brandenburg erstreckt. Hier ist es außerordentlich schön und das wird mir zumeist in Herbst und Winter bewusst.

Der Fläming ist ein eiszeitlich gebildeter Höhenzug und gleichzeitig eine historisch gewachsene Kulturlandschaft im südwestlichen Brandenburg und östlichen Sachsen-Anhalt.
Albrecht der Bär und der Magdeburger Erzbischoff Wichmann von Seeburg riefen im 12. Jahrhundert neue Siedler in die Grenzregion zwischen Elbe und Mark Brandenburg. Dem Ruf folgten Vlaamen (Flämlinge), Holländer, Seeländer und Rheinländer. Diejenigen, die sich im heutigen Fläming niederließen, brachten ihre Erfahrungen bei der Entwässerung von Sumpfgebieten, beim Anlegen von Deichen und beim Bau und Betreiben von Mühlen mit.

Naturpark Fläming

In der kalten Jahreszeit gehen wir nämlich häufig wandern, etwas, das wir im Sommer so gut wie nie tun, weil wir uns dann lieber aufs Rad schwingen.
Dabei hält das Winterwandern mindestens einen großen Vorteil bereit: Man ist zumeist allein. (Ich hebe das hervor, weil Radtouren in unserer Gegend an sonnigen Wochenenden tatsächlich in Stress ausarten können: Oft sind so viele Radfahrer unterwegs, dass man sich in einer riesigen Karawane fortbewegt.)

Besonders beliebt sind Ferch und Caputh am Schwielowsee. Verständlich, ist es doch wunderschön dort. Immerhin im Winter hat man aber seine Ruhe:

klirrendkalter Wintermorgen am Schwielowsee
Blick von Ferch aus über den Schwielowsee

Fast ebenso kalt war es bei unserem Spaziergang durch den Park Sanssouci in Potsdam am vorletzten Novemberwochenende 2025:

Orangerie in der Nachmittagssonne
Sanssouci, Potsdam
Sanssouci bietet auch im Winter viele schöne Eindrücke

Am letzten Novemberwochenende hat es mich allein nach Kloster Lehnin verschlagen. Ich wollte nicht ziellos umhergehen, deshalb habe ich im Hotel Markgraf eine Rad- und Wanderkarte der Region erworben. Darauf sind so viele Touren beschrieben, dass ich garantiert noch oft Unternehmungen in Lehnin und Umgebung unternehmen werde.

Richtig schön ist es am Gohlitzsee (Lehnin)
Gohlitzsee
Eindrücke vom Wegesrand am Emstaler Schlauch
Auf dem Drei-Ecken-Wanderweg bei Rädel erfährt man gleich noch von einer lokalen Sage…

Zwischen Caputh und Michendorf liegen die Lienewitzseen, die im Sommer zum Schwimmen einladen. Doch auch im Winter hat das Wasser seinen Reiz. -Selbst an grauen Tagen…

Kleiner Lienewitzsee
Caputher See
Stille und Nebel am Caputher See

So trist Wetter und Natur auch erscheinen mögen, ich liebe Winterlandschaften, ob gemalt oder fotografiert. Und was war das für ein Winter 2025/26! Im Fläming kann es tatsächlich auch schneien – und das über Wochen!!! Die folgenden Wanderungen haben wir uns gefühlt wie im Winterurlaub (lediglich die Berge fehlten):

Netzener See
Der zugrfrorene Netzener See

Den Netzener See kannte ich bislang nur als Badesee im Sommer. In der Umgebung verlaufen jedoch auch einige Wanderwege. Bei schönstem Winterwetter sind wir bis zum Vogelbeobachtungsturm am Streng (Rietzer See) gelaufen. Die meisten Vögel hat es zwar nach Süden verschlagen, den Ausblick haben wir aber trotzdem genossen.

Rietzer See
Ausblick auf den zugefrorenen Rietzer See
Netzen
Auf dem Weg zum Rietzer See. Irgendwer ist bereits mit Langlaufskiern vorbeigekommen.
Schnee im Fläming
Ich war ganz verzaubert vom Schnee. Sowas sieht man im Fläming schließlich nicht alle Tage.

Eine unserer längsten Wanderungen führte uns an einem besonders eisigen Tag ins Töpferdorf Görzke. Den Beinamen hat der Ort bekommen, weil sich hier viele Töpfer und Kunsthandwerker angesiedelt haben. Deren Werkstätten kann man auch besuchen. Passend dazu haben wir den „Töpferwanderweg“ beschritten. Obwohl wir am Wochenende dort waren, haben wir keine einzige Menschenseele angetroffen.

Mehr aus dieser Rubrik:  Weshalb Kiefernwälder in Brandenburg dominieren

Glücklicherweise war der Weg gut ausgeschildert, denn Fußabdrücke anderer Wanderer waren im Schnee nicht zu sehen. Dafür konnten wir allerhand Tierspuren entdecken, allen voran die Abdrücke von Wolfspfoten!

Görzke
Auf dem Töpferwanderweg bei Görzke. Da es so kalt war, habe ich tatsächlich nur dieses eine Foto gemacht und meine Hände ansonsten tief in den Taschen versteckt.

Rund um Klaistow (Beelitz) hat es natürlich auch viel geschneit. So wurden die täglichen Gassirunden zum Winterabenteuer:

Maggie liebt den Schnee genauso sehr wie ich.
Bedeckt von Schnee wirken selbst die sonst so langweiligen Kiefernplantagen äußerst reizvoll.
Klaistow
Klaistow: Blick über die Spargel- und Erdbeerfelder

Zu guter Letzt hat es uns nach Garrey verschlagen, ein kleines Nest unweit von Niemegk. Dort verlaufen gleich mehrere Wanderwege. Wir haben uns für eine etwa zweistündige Wanderung zur Neuendorfer Rummel entschieden. Den Verlauf der Wanderung kann man hier nachlesen.

Bei den sogenannten Rummeln handelt es sich um Täler, durch die einst Wasser geflossen ist, zum Beispiel zur Schneeschmelze. Dabei ist die Neuendorfer Rummel wohl die beeindruckendste, da die Seitenwände des Tals bis zu 20 Meter hochragen.

Schafherde im Dorf Garrey
Hier geht’s aus der Rummel heraus
Riesige Hotelanlage mitten im Nirgendwo: „Ferien Hotel Fläming“
Neuendorfer Rummel
Außerhalb der Neuendorfer Rummel verläuft die Wanderung zumeist über Feldwege wie diesen.

Alle hier veröffentlichten Fotos kommen ohne Bearbeitung und Filter aus. Meine kleine geduldige Begleiterin auf fast allen Wegen ist Maggie:

Schön brackig schmeckt es ihr am besten: Pfützenwasser

Erfahren habe ich von den o.g. Wanderungen und Ausflügen im folgenden Wanderführer, kostenlos erhältlich in allen Touristinformationen im Fläming:


MM

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