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Gastbeitrag von BerlinPodo

Eigentlich sollten nur ein paar Kräuter gepflanzt werden. Dann kommt das Unkraut dazu, ein Kübel muss versetzt werden und plötzlich ist der Nachmittag vorbei. Lange Tage im Garten können nicht nur den Rücken und die Hände beanspruchen. Auch die Füße leiden mitunter unter der Belastung. Fußschmerzen nach der Gartenarbeit entstehen häufig durch ungeeignetes Schuhwerk, Druckstellen oder Reibung.

Den Schuh passend zur Arbeit auswählen

Für einen kurzen Gang zum Kräuterbeet gelten andere Anforderungen als für mehrere Stunden mit Spaten und Schubkarre. Schuhe sollten zum Untergrund, zur Witterung und zur jeweiligen Tätigkeit passen. Die Zehen brauchen ausreichend Platz, während der Fuß sicher sitzen sollte. Bei Arbeiten mit besonderen Verletzungsrisiken ist entsprechend geeignetes Schutzschuhwerk nötig; ein bequemer Freizeitschuh erfüllt diese Aufgabe nicht automatisch.

Zum Gartentag gehört auch die Wahl passender Schuhe. KI-generiertes Symbolbild, bereitgestellt von BerlinPodo.

Probieren Sie die Gartenschuhe mit den Socken an, die Sie später tragen. Eine dicke Socke kann den verfügbaren Raum deutlich verändern. Gehen Sie einige Schritte und achten Sie auf Druck von oben, seitliche Enge und das Rutschen im Schuh. Auch eine verrutschte Einlage oder ein kleiner Fremdkörper im Inneren kann stören. Der kurze Blick in den Schuh gehört deshalb genauso zur Vorbereitung wie die Kontrolle des Werkzeugs.

Feuchte Socken nicht bis zum Feierabend tragen

Nasser Rasen, eine undichte Gießkanne oder Schwitzen im geschlossenen Schuh: Feuchtigkeit lässt sich im Garten nicht immer vermeiden. Ein trockenes Ersatzpaar Socken griffbereit zu haben, macht den Wechsel einfacher. Wer erst nach Hause fahren müsste, schiebt ihn eher auf. Nach der Arbeit die Schuhe trocknen lassen und die Socken wechseln, statt noch den ganzen Abend in derselben feuchten Kombination zu verbringen.

Es hilft, solche kleinen Pausen an ohnehin nötige Unterbrechungen zu koppeln. Wenn Wasser geholt wird oder die nächste Aufgabe beginnt, ist auch ein kurzer Schuhcheck möglich. Eine störende Falte lässt sich dann richten, bevor sie über Stunden unbemerkt bleibt. Wiederkehrende Beschwerden an derselben Stelle sind allerdings mehr als ein Organisationsproblem und sollten fachlich abgeklärt werden.

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Bei Druck nicht einfach weiterarbeiten

Wenn ein Nagel beim Hocken oder Gehen drückt, wechseln Sie zunächst die Position und unterbrechen Sie die Tätigkeit. Schauen Sie nach, ob der Schuh, die Socke oder eine sichtbare Veränderung auffällt. Ein lockerer sitzender Schuh kann einen Hinweis auf die Rolle der Passform geben, ersetzt aber keine Untersuchung. Bleibt der Schmerz bestehen oder kommt er bei jedem Gartentag zurück, sollte seine Ursache geklärt werden.

Eine nützliche Notiz lautet zum Beispiel: „Linker großer Zeh, seitlicher Nagelrand, nach zwei Stunden in den kurzen Stiefeln.“ Bei einem Termin lässt sich damit mehr anfangen als mit der Erinnerung, dass die Füße irgendwann nachmittags wehgetan haben. Bringen Sie das betreffende Schuhpaar möglichst mit. Die Gartenarbeit liefert den zeitlichen Zusammenhang, aber nicht automatisch die Diagnose.

Nach dem Gartentag schonend reinigen

Entfernen Sie Schmutz mit Wasser und einem milden Waschprodukt und trocknen Sie die Füße anschließend sorgfältig ab, besonders zwischen den Zehen. Bei trockener Haut kann eine geeignete Feuchtigkeitscreme auf Sohlen, Fersen und Fußrücken aufgetragen werden. Die Zehenzwischenräume dabei aussparen. Vor dem Aufstehen die Creme einziehen lassen, damit die Füße auf glattem Boden nicht rutschig werden.

Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Blick auf die Haut. Gibt es eine neue Scheuerstelle, einen Riss oder eine auffällige Rötung? Ein Handspiegel hilft beim Betrachten der Sohlen. Wer die Füße schlecht erreicht, kann um Unterstützung bitten.

Kräftiges Schrubben, Schneiden oder eine zusätzliche Runde mit scharfen Hornhautwerkzeugen ist nach einem belastenden Tag keine gute Antwort auf eine unklare schmerzende Stelle.

Nägel pflegen, bevor sie zum Problem werden

Gesunde Zehennägel grundsätzlich gerade und nicht zu kurz schneiden. Die Ecken nicht tief abrunden oder seitlich herausschneiden. Für die Pflege einen sicheren Sitzplatz und gute Beleuchtung wählen. Wenn ein Nagel bereits eingewachsen oder der Rand entzündet ist, sollte man nicht selbst in der schmerzenden Stelle schneiden. Bei starken Schmerzen, Eiter oder ausgeprägter Entzündung ist ärztlicher Rat erforderlich.

Es gibt auch keinen Grund, einen Gartentag mit einer hastigen Nagelpflege beginnen zu müssen. Ein fester Zeitpunkt an einem ruhigeren Abend ist oft praktischer. Wer die Nägel nicht mehr sicher selbst kürzen kann, organisiert Hilfe. Bei bekannten gesundheitlichen Risiken wird die geeignete Fußpflege am besten mit dem behandelnden Team abgestimmt.

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Blasen schützen und Warnzeichen ernst nehmen

Eine durch Reibung entstandene Blase sauber halten und mit einem geeigneten Pflaster oder Verband schützen. Nicht selbst aufstechen und verbliebene Haut nicht abziehen. Den auslösenden Schuh zunächst nicht weitertragen. Bei der Auswahl eines passenden Schutzes kann die Apotheke beraten. Ein Pflaster ist jedoch keine Dauerlösung für ein Schuhpaar, das jedes Mal an derselben Stelle scheuert.

Zunehmende Rötung, Überwärmung, Schwellung, Eiter oder starke Schmerzen sollten zeitnah medizinisch beurteilt werden. Bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder vermindertem Gefühl neue Wunden rasch mit dem behandelnden Team besprechen – auch wenn wenig Schmerz zu spüren ist. Eine offene Verletzung sollte nicht bei der nächsten Gartenrunde erneut Schmutz und Reibung ausgesetzt werden.

Für den nächsten Gartentag bleibt die Vorbereitung überschaubar: geeignete Schuhe, passende Socken, ein trockenes Ersatzpaar und die Bereitschaft, bei Beschwerden eine Pause einzulegen. Nicht jedes Beet muss an einem Nachmittag fertig werden. Auffällige Stellen früh wahrzunehmen ist hilfreicher, als sie nach jeder Gartenarbeit mit derselben improvisierten Lösung zu versorgen.

Zum Autor: Marcel Schneider ist Inhaber von BerlinPodo, einer Praxis für Podologie Berlin in Charlottenburg. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung.


Quellen


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