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So nutzt du Regenwasser clever

Wer einen Garten neu anlegt, hat selbst in der Hand, wie das eigene Stück Natur früher oder später aussehen wird. Auch wenn es ein kleines bisschen größenwahnsinnig klingt, hat es schon etwas Gottgleiches, wenn man nach eigenem Gutdünken pflanzen, säen und ernten kann.

Auch von Vorteil ist der Umstand, dass man beim Gärtnern gleich etwas für den Klimaschutz tun kann, indem man zum Beispiel einen Schwammgarten anlegt.


Was ist ein Schwammgarten überhaupt?

Gemeint ist ein Garten, der Regenwasser möglichst lange auf dem Grundstück hält, statt es schnell über Wege, Abflüsse oder die Kanalisation abzuleiten. Der Boden, bepflanzte Flächen, Mulchschichten, Regentonnen oder kleine Versickerungsmulden übernehmen dabei gemeinsam die Funktion eines Schwamms: Sie nehmen Wasser auf, speichern es und geben es nach und nach wieder ab. So leistet ein Schwammgarten auch bei Starkregen effektive Abhilfe, indem er große Wassermassen gezielt abpuffert und Überflutungen vorbeugt.


Viele dieser Elemente lassen sich von Anfang an in deine Planung einbeziehen. Wege können wasserdurchlässig gestaltet, Bäume an den richtigen Stellen gepflanzt und Regenwasser gezielt gesammelt werden.

In diesem Beitrag soll es aber erst einmal nur um den Wasserhaushalt in deinem Garten gehen. Bevor du überlegst, welche Pflanzen in deinen neuen Garten einziehen dürfen, solltest du dir anschauen, wo das Regenwasser landet.

Regenwasser auffangen: Das Wasser vom Dach ist zu schade für den Abfluss

Bei vielen Einfamilienhäusern läuft das Regenwasser vom Dach über die Fallrohre direkt in den Garten auf die Erde. Für einen Schwammgarten ist das verschenktes Wasser. Denn gerade bei längeren Trockenperioden kannst du jeden Liter gebrauchen.

schwammgarten anlegen
Der einfachste Weg, Regenwasser aufzufangen, geht über die Regentonne

Die einfachste Lösung ist eine Regentonne am Fallrohr. Das Wasser kannst du später zum Gießen verwenden. Bei einem größeren Garten lohnt sich eventuell auch eine Zisterne. Diese muss allerdings im Boden vergraben werden, was einen kleinen Bagger erfordert. Legst du deinen Garten neu an, werden dabei jedoch immerhin keine Beete oder Wege beschädigt.

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Noch besser wird es, wenn du gleich den nächsten Schritt mitdenkst: Die Regentonne kann einen Überlauf bekommen, der das überschüssige Wasser beispielsweise in eine geeignete Pflanzfläche oder eine kleine Versickerungsmulde leitet.

Was zeichnet eine Versickerungsmulde aus?

Letztere kannst du dir wie einen kleinen Teich vorstellen, der lediglich bei Starkregen voll läuft. Ist es trocken, wirkt die Mulde wie ein typisches Beet, allerdings von Pflanzen bewohnt, die sowohl Staunässe vertragen als auch längere Trockenperioden überstehen.

Wichtig: Nicht einfach irgendwo einen Schlauch hinlegen und hoffen, dass das Wasser schon versickert. Ob und wo eine Versickerung auf deinem Grundstück sinnvoll ist, hängt unter anderem von Boden, Gelände und Grundwasserstand ab.

Wozu ist eine Versickerungsmulde gut?

  • Biologische Reinigung: Der bewachsene Oberboden wirkt wie ein natürlicher Filter. Mikroorganismen und Pflanzenwurzeln bauen Schadstoffe ab, bevor das Wasser ins Grundwasser gelangt.
  • Schutz vor Überflutung: Bei zunehmenden Starkregenereignissen kann die Kanalisation die Wassermengen oft nicht mehr fassen. Eine Mulde fängt Sturzbäche von der Dachfläche oder der Terrasse direkt ab und schützt so tiefer liegende Bereiche, Terrassen und Keller vor Wasserschäden.
  • Natürlicher Wasserspeicher für den Boden: Das versickernde Wasser füllt das lokale Grundwasser auf, anstatt ungenutzt in der Kanalisation zu verschwinden. Der Boden um die Mulde bleibt länger feucht, wovon umliegende Beete und Bäume in sommerlichen Trockenphasen direkt profitieren.
  • Verbessertes Mikroklima: Über die Bepflanzung verdunstet kontinuierlich Feuchtigkeit. An heißen Sommertagen sorgt diese kühle Verdunstungsluft für eine spürbare Abkühlung im direkten Umfeld des Gartens.
  • Wertvolles Biotop: Im Gegensatz zu einem reinen Rasenstück schafft eine unterschiedlich feuchte Senke einen abwechslungsreichen Lebensraum für Insekten, Amphibien und Vögel.

So legst du eine Versickerungsmulde an:

schwammgarten
Schwammgarten im Querschnitt, Bild von NisaCiock

1. Standort wählen & Vorgaben prüfen

  • Abstand einhalten: Mindestens 2 bis 3 Meter Abstand zu unterkellerten Gebäuden wahren.
  • Sicherheitsabstand zum Grundwasser: Der höchste Grundwasserstand sollte mindestens 1 Meter unter der Muldensohle liegen.
  • Boden testen: Ein einfacher Hör- und Versickerungstest verrät, ob der Boden aufnahmefähig genug ist (lehmiger Sand bis sandiger Lehm ist ideal; reiner Ton versickert zu langsam).

2. Mulde dimensionieren

  • Als Faustformel gilt: Die Oberfläche der Mulde sollte etwa 10 bis 15 % der angeschlossenen Dach- bzw. Entwässerungsfläche betragen.
  • Die Tiefe der Mulde liegt meist bei moderaten 20 bis 30 cm, um Unfälle zu vermeiden und eine schnelle Abtrocknung zu gewährleisten.

3. Aushub und Bodenaufbau

  • Die Vertiefung flach und sanft auslaufend ausheben (Gefälle der Ränder max. 1:3).
  • Die Sohle nicht verdichten! Bei schwerem Boden unterhalb der Mulde eine 20–30 cm tiefe Kiesschicht (Schotter/Kies 16/32) als zusätzlichen Sickerraum einbringen.
  • Darüber eine 20 cm dicke Schicht aus humusreichem, durchlässigem Oberboden auftragen.
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4. Zuleitung installieren

  • Den Überlauf der Regentonne über ein leichtes Gefälle (mind. 1–2 %) per oberflächlicher gepflasterter Rinne, Kieselsteinspur oder Rohr zur Mulde führen.
  • Am Einlaufpunkt Kieselsteine oder größere Findlinge platzieren, um Ausspülungen der Erde bei starkem Zufluss zu verhindern.

5. Bepflanzung auswählen Pflanzen für eine Versickerungsmulde müssen extrem flexibel sein: Sie benötigen Toleranz gegenüber temporärer Staunässe, müssen aber auch längere Trockenperioden problemlos überstehen.

Für den Muldenrand eignen sich zum Beispiel Frauenmantel, Wiesen-Flockenblume oder Pfeifengras. Auf die Muldensohle kannst du Sumpf-Schwertlilie oder Wiesenknöterich pflanzen.


Fazit: Der erste Schritt zum Schwammgarten ist vollbracht

Versickerungsmulde schützt vor Starkregen
Keine Angst vor Regen!

Wenn du deinen Garten neu anlegst, musst du nicht alle Schwammgarten-Maßnahmen gleichzeitig umsetzen. In diesem ersten Schritt geht es vor allem darum, die Grundlagen für einen guten Wasserhaushalt zu schaffen.

Damit hast du bereits viel erreicht. Im nächsten Schritt kannst du deinen Garten weiterentwickeln – beispielsweise mit ersten Pflanzen, und sei es auch nur mit einem ausgesäten Blühstreifen. Hauptsache, die Erde ist nicht nackt, denn ungeschützter Boden trocknet schneller aus und kann bei Starkregen verschlämmen.

Falls du mit dem Pflanzen noch warten willst, kannst du den Boden auch mit einer Mulchschicht bedecken. Dadurch verdunstet weniger Wasser. Gleichzeitig kann Mulch den Boden vor Starkregen schützen und – je nach Material – langfristig zur Humusbildung beitragen.

Und das Schöne daran: Ein Schwammgarten muss nicht fertig sein. Er darf wachsen – genau wie der Garten selbst.

MM


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