Beinahe hätte ich meinen eigenen Blog vergessen! So wenig ist passiert da draußen.

Um Inspirationen zu sammeln, habe ich mir ein paar andere Gartenblogs angeschaut – und dabei eine merkwürdige Feststellung gemacht:

Gärtnerische Tipps und Erfolge werden vor allem von Frauen verbloggt. Wenn man aber etwas genauer hinsieht, steht hinter diesen Frauen oft mindestens ein anonymes Männchen, das die Gartenideen in die Tat umsetzt.

Also, wenn es danach geht, könnte ich mich auch Gartengestalterin nennen. Leider fehlt mir nur der handwerklich begabte Mann, der meine Gartenträume realisiert.

Nun, immerhin habe ich höchstselbst einen Gartenweg angelegt – aus echten Steinen! Leider führt er nicht zum Ziel (Schuppen), sondern hört nach der Hälfte des Weges auf, weil ich irgendwann keine Lust mehr hatte, weiterzumachen. Nein, ich gehöre leider nicht zu den Menschen, die vom Ehrgeiz getrieben sind. Da uns Corona noch eine Weile begleitet und die Baumärkte wieder offen sind, könnte ich mein Werk eigentlich dieses Jahr fortsetzen. Mal sehen, wann die Lust wiederkehrt…

Gute Erfahrungen

Ansonsten war ich aber schon sehr lustvoll am Gärtnern, obwohl wir erst März haben und das Wetter nicht gerade einladend ist. Zum Beispiel habe ich meine Carex-Gräser geteilt, weil sie mittlerweile so breit geworden sind, dass sie beinahe den Kübel sprengten.

Im Garten-Ratgeber liest sich das so: Spaten nehmen, in der Mitte des Grases ansetzen – und halbieren. Et voilà, du hast zwei Gräser. Super!

In der Realität hat das natürlich nicht funktioniert. Ich bin mit dem Spaten nicht einen mickrigen Zentimeter durchgekommen. Erst mit einem Fleischmesser ist es mir gelungen, den Wurzelballen mühevoll zu durchtrennen.

Meinen Vorgarten habe ich ebenfalls ein wenig umgestaltet: Den Walnussbaum, der sein Wachstum komplett eingestellt hat, seitdem ich ihn gepflanzt habe, habe ich nun in eine unscheinbare Ecke verbannt. Soll er doch vor sich hindümpeln, Hauptsache er ist mir aus den Augen.

Dafür habe ich mir neue Sträucher gekauft: Bauernjasmin und Rosmarin. Ich setze jetzt nur noch auf Pflanzen, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.

Sobald es wärmer wird, pflanze ich auch noch Rosen und Bambus. Letzterer hat den harten Winter mit Temperaturen bis -20 Grad Celsius entgegen meiner Erwartungen einwandfrei (und ohne Winterschutz!) überstanden. Warum sind nicht alle Pflanzen solche Überlebenskünstler?

Auf Diät gesetzt

Was geistige Nahrung angeht, bin ich schon seit Monaten auf Diät. Die gute Kost ist aufgebraucht, jetzt ist Resteessen angesagt. Vor allem bei den Serien, die ich gerade konsumiere: Lost in Space ist hier noch die anspruchsvollste. Die Niederungen von Cobra Kai und Titans hingegen habe ich zum ersten Mal erreicht. Unterhaltsam sind sie alle, klar, aber sie machen einem doch bewusst, dass Welten zwischen ganz guten und brillanten Produktionen liegen.

Um noch mal die erstklassigen Serien zu nennen, die ich euch ans Herz legen kann:

Man in the High Castle, Fargo, Expanse, DEVS, True Detective (aber nur die erste Staffel mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson), Stranger Things, Game of Thrones und Black Mirror sowie Der Tatortreiniger, West World und noch viele mehr.

Zum Totlachen

Leider ist keine einzige richtig witzig. Deshalb sei zum Schluss noch die gute alte The IT-Crowd genannt, die einzige Serie, bei der ich so schlimm lachen musste, dass ich fast vom Sofa gekippt wäre.

Ich hoffe und bete, dass ich irgendwann einmal wieder so eine Serie finden werde, aber ich befürchte, dass ich noch lange warten muss… (Mir wurden Brooklyn Nine-Nine (getestet und leider nicht für lustig befunden) und Silicon Valley empfohlen – bin gespannt, ob sie halten, was sie versprechen!)

In letzter Zeit habe ich mich ohnehin aufs Hören verlegt: Ich glaube, ich habe jetzt alle Folgen von Baywatch Berlin durchgehört, einer der wenigen Podcasts, die im Laufe der Zeit immer besser/witziger geworden sind. Das merke ich besonders beim Joggen: Ständig muss ich Zwangspausen einlegen, weil die Luft nur zum Lachen reicht. Meine Multitasking-Kompetenzen sind ausbaufähig. Oder das Lungenvolumen.

Da der Soziopod immer seltener neue Folgen produziert, ich jedoch immer noch an soziologischen Themen interessiert bin, lausche ich nun Andreas Reckwitz im Gespräch. Reckwitz ist Soziologe und lehrt an der Humboldt Universität Berlin. Sein Podcast klingt daher wie eine Vorlesung, in der er seine Gesellschaftstheorien erklärt – ziemlich theoretisch-wissenschaftlich. Das heißt, man muss wirklich konzentriert zuhören, sonst entgehen einem die Zusammenhänge – und die sind einfach verblüffend.

Was mich aber am meisten erstaunt an seinen Ausführungen, ist die fehlende Bewertung: Reckwitz analysiert die Gesellschaft mit all ihren teils negativen Ausprägungen, aber er verliert nie ein böses Wort darüber. Er betrachtet sie völlig neutral. Das ist ein Kunst, die ich leider überhaupt nicht beherrsche und die ich an anderen deshalb umso mehr bewundere.

Leider bin ich mit den ersten sieben Folgen auch schon wieder durch. Aber nach kurzer Recherche bin ich auf diese Liste mit Podcasts gestoßen, die sich allesamt den Sozialwissenschaften zugeordnet werden. Da müsste ich doch fündig werden!

MM

Beitragsbild von Brianna Martinez von Pexels