Welche Sträucher blühen im Winter?

Kürzlich habe ich einen Artikel darüber gelesen, dass sich in den USA immer mehr Menschen das Leben nehmen. Die Suizidrate steigt und steigt. Begründet wurde dies mit: einer „langsamen Anhäufung von Verzweiflung“. Das klingt, als hätte es jemand durch den Google Translator gejagt, aber genau so stand es in der Zeitung. Und obwohl es seltsam klingt, weiß man sofort, wie es gemeint ist. Erst kommt der Frust, danach beschleicht dich die Resignation, später verzweifelst du angesichts absoluter Hoffnungslosigkeit und gibst auf.

So fühle ich mich – auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken.

Pflanzen auch im Winter verschenken?

Schließlich sollen die Geschenke echte Freude bereiten, keine vorgetäuschte. Sie sollen zum Beschenkten passen, etwas sein, was er sich schon lange wünscht, sich selbst aber nicht kauft. Dabei haben doch alle alles. Es zermürbt mich.

Übers Jahr verteilt zu Ostern und an Geburtstagen verschenke ich seit ein paar Jahren immer Pflanzen aus der Baumschule. Das kam bislang gut an, vor allem bei Menschen fortgeschrittenen Alters, also all jenen, die sonst mit der obligatorischen Flasche Wein und einer Schachtel Pralinen abgespeist werden. (Seit Rotkäppchen hat sich nicht viel geändert.)

Diese Erfolgsgeschichte wollte ich nun auch zu Weihnachten fortsetzen, bis ich feststellte, dass Pflanzen im Winter ziemlich trostlos aussehen. Man könnte auf Zimmerpflanzen ausweichen: Welche ältere Dame freut sich nicht über eine besonders große Amaryllis?

Welche Sträucher auch im Winter blühen

Doch bleiben wir bei den etwas größeren Exemplaren, die man zum Beispiel im Kübel auf die Terrasse stellen kann. Da gibt es nämlich durchaus ein paar Pflanzen, die auch im Winter blühen! An kalten, grauen Tagen erinnern sie dich daran, dass der Winter endlich ist und bald schon wieder alles grünt. Welche Sträucher im Winter blühen:

1. Zaubernuss

welche sträucher blühen im winter
unverkennbar: die Zaubernuss

Als Kübelpflanze eignet sich die Zaubernuss, auch Hamamelis genannt, bestens, da sie an ihren Standort hohe Ansprüche stellt, bis zu drei Jahre zum Anwachsen benötigt und lieber nicht noch einmal umgepflanzt werden will.

Pflegeleicht ist das urige Gewächs mit der bonsai-artigen Krone folglich nicht. Auch Trockenheit verträgt die Zaubernuss schlecht.

Dafür ist der Strauch ein echter Winterblüher. Das Besondere an der Zaubernuss ist, dass sie schon vor dem Blattaustrieb blüht, und zwar ab Ende Januar. Je nach Sorte blüht der Strauch rot oder gelb und duftet süßlich nach Jasmin.

Die Zaubernuss wächst sehr langsam und wird nicht höher als vier Meter. Als Solitär kommt sie sehr gut zur Geltung.

2. Schneeforsythie

Die Schneeforsythie ist eine echte Rarität. Der kleine Strauch stammt ursprünglich aus Südkorea, kommt wild jedoch kaum noch vor. Dabei ist die Schneeforsythie überhaupt nicht anspruchsvoll. Ein sonniges, geschütztes Plätzchen in normaler Gartenerde reichen für sie völlig aus.

Auch die Schneeforsythie blüht ab März weiß bis zartrosa, bevor sich ihre Blätter zeigen. Dabei duftet sie angenehm nach Mandeln.

Da der Winterblüher maximal zwei Meter hoch wird, eignet er sich bestens für eine Pflanzung im Kübel.

3. Winterduft-Heckenkirsche

duft winter geißblatt
weißblühend: das Winter-Geißblatt,
Image by Lynn Greyling from Pixabay

Ich selbst habe diesen kleinen Strauch (1,5-2m Wuchshöhe) nicht im Garten, laufe aber oft an einem Vorgarten vorbei, in dem er wächst – und freue mich jedesmal über seinen wunderbaren Duft. Die Winter-Heckenkirsche, auch Winter-Geißblatt genannt, verströmt nicht nur einen Wohlgeruch wie zum Beispiel die Rose. Ihr Duft macht einfach gute Laune. Gäbe es ein Parfüm namens Winter-Geißblatt, ich würde es kaufen. Sofort!

Ansonsten ist die Winter-Heckenkirsche eher unscheinbar. Sie wächst überhängend und bleibt in milden Gegenden sogar wintergrün, verliert also nicht ihr Laub. (Was bei uns, südlich von Berlin, nicht der Fall ist.) Der Strauch blüht von Januar bis April.

Das Winter-Geißblatt ist noch anspruchsloser als die Schnee-Forsythie. Der Strauch fühlt sich sowohl in der Sonne als auch im Schatten wohl und kommt mit jedem Gartenboden zurecht. Krankheiten und Schädlinge, die dem Winter-Geißblatt etwas anhaben könnten, sind nicht bekannt. Auch im Kübel kann es kultiviert werden.

4. Echter Seidelbast

echter seidelbast, daphne
blühender echter Seidelbast,
Image by Hans Braxmeier from Pixabay

Er ist mit gut einem Meter Wuchshöhe der kleinste der hier vorgestellten Frühblüher, der Echte Seidelbast (daphne mezereum). Auch er blüht bereits im Winter – noch bevor sich Blätter an seinen Zweigen bilden. Aus seinen Blüten werden später rote Früchte, die für den Menschen äußerst giftig sind – genau wie alle anderen Bestandteile des Winterblühers.

Dafür ist der Zwergstrauch mit seinen vielen rosa-violetten Blüten ein echter Hingucker im Winter. Der ursprünglich in Wäldern vorkommende Seidelbast verträgt darüber hinaus auch schattige Standorte und hat – belaubt – große Ähnlichkeit mit der Azalee. Der Seidelbast gehört in Deutschland zu den geschützten Wildpflanzen.


Immergrüne Gehölze eignen sich in der kalten Jahreszeit natürlich ebenfalls gut, um Akzente zu setzen. Weiterhin gibt es auch Stauden, die in der grauen Jahreszeit für bunte Akzente sorgen, die Schneeheide zum Beispiel, die Christrose oder das Vorfrühlings-Alpenveilchen.

Jetzt heißt es nur noch, eine Gärtnerei ausfindig zu machen, in welcher die genannten Pflanzen angeboten werden – und Weihnachten kann kommen!

MM


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Winterblüher