Ich trage nicht gern die Verantwortung für andere Lebewesen. Deshalb stand mir nie so recht der Sinn nach Haustieren. Die Kinder wollten natürlich trotzdem welche, also einigten wir uns stets auf die unverfänglichsten – und langweiligsten – Tiere: Nager.

Zuerst hatten wir zwei Ratten, danach Meerschweinchen. Genauso gut hätten wir uns aber auch Wellensittiche oder Schildkröten ins Haus holen können. Diese Tiere taugen zu rein gar nichts. Sie lassen sich nicht einmal gern anfassen. Trotzdem musst du sie natürlich füttern und hinterher ihr Scheiße aus dem Käfig (und den Futternäpfen!) kratzen. Vor allem Letzteres bleibt immer an Mama und Papa hängen.

Nachdem die Ratten und die Meerschweinchen gestorben sind, waren wir also sehr erleichtert. Die Kinder hätten zwar gerne einen Hund gehabt oder wenigstens eine Katze, aber nein, wir sträubten uns erfolgreich. Bis wir vor ein paar Wochen Karli geschenkt bekamen. Karli ist ein Kater und eigentlich ist er ganz niedlich, aber er bestätigt, was ich schon immer befürchtet habe: Haustiere sind lästig und zudem furchtbar unhygienisch.

Wie es ist, einen Kater zu haben

Gestern zum Beispiel haben die Kinder (sehr zu meiner Freude) Vanillekipferl gebacken. Ich bin nämlich ein echtes Krümelmonster. Doch kaum stand die Schüssel frischgebackener Kekse auf dem Tisch, kam Karli an und schleckte den Puderzucker runter.

Jetzt traut sich natürlich keiner mehr an die Vanillekipferl ran, denn Karlis Zunge schleckt ebenfalls gern über die kleinen Katerklöten. Das muss unheimlich Spaß machen. Jedenfalls hockt er ständig mit angehobenem Bein da und leckt sich entweder den Anus oder die Eier*. Wenn ich in die Verlegenheit komme, Kater Karli zu streicheln, muss ich mir hinterher gründlich die Hände waschen. Es ist geradezu zwanghaft, weil mein Unterbewusstsein mich stets an diese kleine Zunge erinnert, die erst über den Anus fährt und danach über den Rest des Körpers.

Der Kater hat natürlich auch Vorteile. Besonders meine Tochter mag ihn sehr. Er ist schließlich noch jung und genauso verspielt wie das Mädchen. Wenn sie ihn danach grobmotorisch packt und fest an sich drückt, als sei er ein Kuscheltier, lässt er dies über sich ergehen, ohne zu kratzen oder zu beißen. Er versucht natürlich zu fliehen, aber die kleinen Ärmchen sind meistens stärker…

Doch zurück zu seinen Verhaltensauffälligkeiten: Da wären noch seine bestialischen Fürze zu erwähnen, die den durchschnittlichen menschlichen Furz wie ein Parfümwölkchen duften lassen. Wenn Karli einen fahren lässt, muss man augenblicklich den Raum verlassen, in welchem sich der Kater befindet. Anders hält man es nicht aus. Zu dumm, dass er einem ständig folgt.

Einen weiteren Fauxpas hat er sich geleistet, als er absichtlich meine Blumentöpfe durchwühlte. Vor allem mein Hibiskus hatte arg zu leiden. Er hat bestimmt ein Viertel seines Blattwerks verloren.

Zudem niest der Kater morgens immer so stark, dass sein gelbgrüner Rotz Flecken auf den Fliesen hinterlässt. Ein Glück, dass wir keinen Teppich verlegt haben. Trotzdem muss ich mindestens jeden zweiten Tag den Wischmob schwingen, um all diese Popel aufzuwischen. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 15 Jahren werde ich noch lange das Vergnügen haben. Oh Mann, ich freue mich schon aufs Frühjahr, wenn das Tier anfängt, zu haaren…

Na, immerhin weiß Kater Karli, dass er ins Katzenklo machen muss. Wer das Ding saubermacht, ist klar.

MM


*Vielleicht kann er sich denken, dass er sie nicht mehr lange haben wird.