Die Regentonne ist endlich wieder voll! Es hat nämlich gewittert am Wochenende. Mein Garten hatte es nötig, denn ich bevorzuge es, Wasser zu sparen.

Damit jedes Pflänzchen grünt und blüht, müsste ich theoretisch täglich den Sprenger anstellen. Schließlich ist es schon seit Wochen Monaten(!) heiß. Diese Woche sinkt das Thermometer tagsüber gar nicht mehr unter 30 Grad. Übermorgen werden sogar 36 Grad Celsius erwartet. Den Großteil meiner Freizeit verbringe ich im Schwimmbad. Ja wirklich, es gibt Schlimmeres! Ein weiterer Vorteil: Von Mücken sind wir bislang verschont geblieben. Das Gärtnern jedoch macht keinen Spaß mehr. Ich übe mich in Schadensbegrenzung, mehr nicht.

Der Rasen ist gelb und knirscht bei jedem Schritt. Meine Rosen haben dieses Jahr nur einmal kurz geblüht, die Blüten der Rispenhortensien färben sich bereits braun. Mein Sanddorn trägt so gut wie keine Beeren. Da habe ich schon auf trockheitsresistente Pflanzen geachtet, als ich meinen Garten angelegt habe, und trotzdem wird es langsam problematisch. Ich wässere zwar, doch eben nicht täglich, denn mein Gewissen plagt mich: Was da im sandigen Boden versickert, ist schließlich bestes Trinkwasser. Irgendwie finde ich es verantwortungslos, es zum Blumengießen zu verwenden – oder schlimmer noch: dafür, dass der Rasen grünt. Der erholt sich doch ohnehin wieder, sobald es endlich ausgiebig regnet.

Was mich nach all den Monaten den Trockenheit wundert: Von offizieller Stelle gibt es kein Bewässerungsverbot. Offenbar sind die Brunnen noch voll. Weshalb dann so wenige Bauern es den Kleingärtnern nachtun und ihre Felder bewässern, wundert mich fast noch mehr. Das Getreide vertrocknet, die Kiefernwälder brennen, aber die Rabatten dürfen blühen.

Immerhin ist es in Fichtenwalde offiziell verboten, privat Brunnen zu bauen und somit das Grundwasser anzuzapfen. Viele Leute machen es trotzdem, denn geahndet wird es nicht.

MM