Und noch mehr Sonnenanbeter im Garten…

Dass die Sommer heiß und trocken bleiben, ist dank des Klimawandels sehr wahrscheinlich. Wer trotzdem nicht ständig gießen möchte, setzt daher auf Pflanzen, die auch ohne häufige Wassergaben wachsen und gedeihen.

Im vorherigen Artikel bin ich auf trockenresistente Gräser, Stauden und Blumen eingegangen. Nun folgen die größeren Gewächse: Büsche und Bäume, die als Sonnenanbeter bekannt sind.

Sträucher für sonnige, trockene Standorte

Erfreulicherweise haben sich eine Vielzahl an Sträuchern an trockene Gegebenheiten angepasst, allen voran Pflanzen, die man vom Mittelstreifen bzw. Rand der Autobahn kennt: Sanddorn, Ginster und Tamariske. Ich möchte an dieser Stelle jedoch auf die etwas unbekannteren trockenheitsliebende Sträucher eingehen:

Blut-Pflaume (Prunus cerasifera ‚Nigra‘)

Die Blutpflaume kann bis zu vier Meter hoch werden und ist damit praktisch so stattlich wie ein Baum. Ihren Namen verdankt sie ihrem dunkelroten Laub, das durchaus eine Besonderheit darstellt. Selbst ihre Früchte sind essbar und im Frühling blüht sie mindestens so schön wie jeder andere Obstbaum. Im Gegensatz zu diesen ist sie allerdings pflegeleichter. So kommt die Blutpflaume mit jedem Gartenboden zurecht, ist frosthart und auch sonst völlig anspruchslos.

Die Blut-Pflaume liebt die direkte Sonneneinstrahlung. Kurze Trockenphasen übersteht sie problemlos.

Felsenbirne (Amelanchier ovalis)

Auch die Felsenbirne kann als Baum kultiviert werden, da sie je nach Sorte bis zu sechs Meter hoch wachsen kann. Allerdings wächst sie sehr langsam. Ebenso wie die Blutplaume bildet sie essbare Früchte aus – ein Grund für ihren umgangssprachlichen Namen „Korinthenbaum“.

Stammt die Felsenbirne von einer Wildart ab, erweist sie sich als sehr robust und widerstandsfähig – auch gegen Schädlinge und Krankheiten. Der Großstrauch aus der Familie der Rosengewächse bevorzugt einen Platz an der Sonne und übersteht auch Trockenphasen gut, wenn er denn einmal angewachsen ist.

Goldregen (Laburnum)

Noch besser an Trockenperioden angepasst ist der Goldregen, der seinen Namen den zahlreichen gelben Schmetterlingsblüten verdankt, die im Frühjahr seine überhängenden Zweige zieren. Pflanzen sollte man den Strauch allerdings nur, wenn man keine Kinder hat – und auch fremde Kinder keinen Zugang zum Garten! Der Goldregen ist nämlich stark giftig. Die tödliche Dosis beträgt beim Kind 15 bis 20 Samen, das sind 4 bis 5 Hülsen.

Die ursprünglich aus Südeuropa stammende Pflanze bevorzugt einen sonnigen Standort mit trockenem, kalkhaltigem Boden. Selbst sandige Böden werden von der Pflanze toleriert, gedüngt werden muss sie nicht bzw. nur sehr selten.

Judasbaum (Cercis siliquastrum)

sträucher für sonnige trockene standorte

Ein weiterer Sonnenanbeter ist der Judasbaum, der als Strauch oder als Baum kultiviert werden kann. Ebenso wie der Goldregen gehört er zur Familie der Hülsenfrüchtler. Deshalb bildet auch der Judasbaum viele Schmetterlingsblüten aus, die jedoch rosafarben sind. Seine ebenfalls in Hülsen befindlichen erbsenartigen Früchte sind nur leicht giftig.

Der Judasbaum liebt nicht nur die Sonne, sondern auch trockene Böden, die kalkreich sein sollten. Leider ist er in jungen Jahren frostempfindlich. Aus diesem Grund benötigt er einen geschützten Standort. Ist er aber einmal angewachsen, erweist er sich als sehr pflegeleicht: Er braucht weder gedüngt noch gegossen zu werden.

Perlmuttstrauch (Kolkwitzia amabilis)

Der Perlmuttstrauch hat sich in meinem Garten als ein wahres Wunder erwiesen, denn trotz sandigen Bodens und kaum Pflege hat er den Rekordsommer 2018 unbeschadet überstanden. Dürrezeiten sind für die Kolkwitzie also kein Problem. Allerdings wächst sie wesentlich schneller, wenn sie doch hin und wieder gegossen wird.

So oder so ist sie ein äußerst dankbarer Strauch, frosthart und unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Belohnt wird der Gärtner überdies mit reichlich rosa Blüten von Mai bis Juni, wenn der Perlmuttstrauch viel Sonne abbekommt.

Wild- und Strauchrosen

Zugegeben, auch Wildrosen benötigen zum Anwachsen erst einmal viel Zuwendung in Form von regelmäßigen Wassergaben und nährstoffreicher Erde. Haben sie sich im Beet jedoch einmal etabliert, braucht man sie gar nicht mehr zu beachten, so widerstandsfähig sind sie!

Wild- und Strauchrosen bevorzugen sonnige Lagen, einige Sorten kommen auch mit Halbschatten zurecht. Je nach Art erreichen sie Höhen zwischen einem und drei Metern und sind mehr oder weniger stark bestachelt. Ihre Früchte, die Hagebutten, setzen in Herbst und Winter hübsche farbige Akzente und können außerdem weiterverarbeitet werden – zum Beispiel zu Marmelade.

Bäume für sonnige, trockene Standorte

Bäume sind – einmal angewachsen und in die Jahre gekommen – oft sogar noch besser an Dürren angepasst als Büsche und sonstige Pflanzen, denn ihr Wurzelgeflecht ist wesentlich größer und reicht in Tiefen, in denen noch der ein oder andere Rest Grundwasser zu finden ist. Hier die wohl angepasstesten Exemplare:

Birke (Betula pendula)

bäume für trockene standorte

Sie ist auch als „Sand-Birke“ bekannt, was als Hinweis auf ihre Anspruchslosigkeit gegenüber den Bodenverhältnissen anzusehen ist. Dabei wächst die Birke trotzdem vergleichsweise schnell und kann bis zu 25 Meter hoch werden.

Die weiße Färbung des Birkenstamms macht den Baum zum Hingucker, den selbst Kleinkinder erkennen. Die Birke braucht viel Licht, um zu gedeihen. Deshalb kann sie sich nur schwer im Verbund mit anderen Bäumen behaupten. Obwohl die Birke an trockene Standorte angepasst ist, kommt sie auch mit viel Feuchtigkeit zurecht. Wenn Herbst und Winter sehr nass-kalt werden, muss man sich um die Birke also keine Sorgen machen.

Vogelbeere / Eberesche

bäume für sonnige standorte

Der kleine Baum ist hierzulande schon lange heimisch. Es gibt ihn in vielen unterschiedlichen Arten, die allesamt zur Familie der Rosengewächse gehören. Weithin bekannt ist die Eberesche wegen ihrer in großen Büscheln zusammenstehenden Früchte, die besonders bei Vögeln und Insekten beliebt sind. Für uns Menschen sind sie allerdings ungenießbar.

Die Eberesche gehört zu den Sonnenanbetern und kommt auch mit nährstoffarmen Böden zurecht. Bei langanhaltenden Trockenperioden sollte sie gewässert werden, da sie sonst ihre Blätter abwirft. Leider ist sie anfällig für Echten Mehltau und wird auch von Blattläusen nicht verschmäht.

Kiefer (Pinus sylvestris)

bäume für trockene sandige böden
typische Krone einer Kiefer

Ob sich eine gemeine Kiefer – auch Waldföhre genannt – wirklich für den Garten eignet, bleibt jedem Gärtner selbst überlassen. Mit 35 Metern kann sie jedenfalls sehr hoch werden – und mit bis zu 500 Jahren zudem extrem alt.

Trockenresistent ist das Pioniergehölz allemale. Darüber hinaus liebt es die Sonne und ist absolut hitzverträglich, aber trotzdem frosthart. Kein Wunder, dass fast ausschließlich Kiefern in den Märkischen Sand gepflanzt wurden.

Unter den zahlreichen Kiefernarten finden sich auch einige Zwergformen – für den Fall, dass im Garten nur wenig Platz zur Verfügung steht.

Wacholder (Juniperus)

trockenresistente bäume
Sehr genügsam: Wacholder

Obwohl der Wacholder auf der Nordhalbkugel beheimetet ist, wächst er auch in Wüstengebieten. Dürrezeiten übersteht er also, mit trockenen Sandböden kommt er ebenfalls bestens zurecht.

Genau wie die Kiefer zählt der Wacholder zu den immergrünen Gewächsen, die äußerst robust und anspruchslos sind. Im Garten bevorzugt er einen sonnigen Platz. Er muss nicht regelmäßig gedüngt werden. Unter seinen 50 bis 70 Arten finden sich sowohl strauchartige Pflanzen als auch stattliche Bäume. Hierzulande wird er außerdem gerne als Heckenpflanze verwendet.

Bäume & Sträucher für sonnige trockene Standorte

MM