Miss Minze

Ein Garten- & Geschichtenblog

Wie Robinien bekämpfen?

Was die Robinien (auch Schein-Akazien genannt) angeht, habe ich mich schon bei meinen Nachbarn umgehört: Gegen die ist kein Kraut gewachsen. Die muss man halt ständig zurückschneiden. Oder kennt jemand von euch ein Mittel, wie man diese schrecklich invasiven Bäume loswird? Versteht mich nicht falsch, ich liebe Bäume über alles! Aber wenn aus einem Baum innerhalb eines halben Jahres 20 werden, hört es auf mit der Liebe. 🙁

robinien bekämpfen

Wie werde ich meine vielen Robinien nur endlich wieder los?

Dornig & giftig: Besonderheiten der Robinie

Hässlich ist sie nicht, die Robinie, besonders wenn sie blüht. Im Frühjahr hängt sie voller rosa Blüten. Das sieht nicht nur fantastisch aus, es duftet auch wunderbar! Dazu sind ihre gefiederten Blätter saftig grün und bleiben auch so bis spät in den Herbst. Darüberhinaus reichert die Robinie den Boden mit Stickstoff an, was ein Düngen überflüssig macht.

Allerdings sind Stamm und Äste der Robinie mit fiesen Dornen übersät. Streift man die, bleibt i.d.R. die Jacke dran hängen oder man schürft sich die Haut auf. Will man die Robinien auslichten, muss man daher unbedingt feste Gartenhandschuhe tragen, sonst wird’s schmerzhaft.

Noch schlimmer ist der Fakt, dass die gesamte Pflanze als stark giftig eingestuft wird, insbesondere Rinde und Samen. Tatsächlich führt selbst das Knabbern an der Rinde auch bei Pferden schon zum Tod!

Das macht die Pflanze nicht gerade sympathisch. Bis auf einige wenige Exemplare will ich die Robinien somit loswerden. Sägen oder Abscheiden ist allerdings keine Option. Das macht ihre Wuchsbereitschaft nur umso stärker (so, als würde sich die Pflanze denken: „Jetzt erstrecht!!!“).

In den USA greift man zur Bekämpfung der Robinie auf das Herbizid Roundup zurück. Vor dessen Verwendung schrecke ich jedoch zurück, denn ich befürchte Folgeschäden. Wer weiß, was passiert, wenn das Zeug ins Grundwasser gelangt – oder schlimmer noch: an meinen Körper? Das ist bestimmt Krebserregend (auch wenn der Hersteller es abstreitet)…

Meine Nachbarin hat’s ausprobiert und eine unserer Robinien mit Roundup totgesprüht>> Es dauerte zwar eine gute Woche, aber danach hatte das arme Bäumchen tatsächlich ganz braune Blätter und ließ sich ohne weiteres entfernen.

Die Robinien samt Wurzeln herauszureißen, ist leider schwierig: Hierfür müsste ich meinen gesamten Garten metertief umgraben. Nein, danke.

Okay, dann bleibt eigentlich nur noch das Ringeln. Hierfür wird die Rinde der Robinie ringförmig entfernt. Danach wartet man darauf, dass die Wurzeln absterben. Das kann allerdings bis zu zwei Jahre dauern. Sieht so aus, als müsste ich mich mit meinen Robinien arrangieren. Oder?

Das habt ihr auf meine inoffizielle Umfrage auf Facebook geantwortet:
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Wie bekämpft man Robinien?

Weshalb ich mich mit den übrigen Robinien arrangiert habe

Ich habe immer noch um die zehn Robinien in meinem Garten, die jedoch eher Büschen gleichen als richtigen Bäumen. Mittlerweile weiß ich sie zu schätzen. Lässt man sie in Ruhe, bilden die Pflanzen offenbar kaum oder sogar keine Wurzelausläufer mehr, sondern stecken ihre Energie ins Wachstum nach oben. Robinien sind dankbare Bäume, die man weder wässern noch gießen muss. Trotzdem legen sie eine beachtliche Wachstumsgeschwindigkeit an den Tag! In zwei Jahren haben sie ihre Größe verdoppelt!

Eine derartige Wuchsleistung bringt keine andere meiner Gartenpflanzen hervor. Insofern finde ich es schon fast ein bisschen schade, dass wir so viele Robinien entfernt haben.

Darüber hinaus zählen Robinien dank ihrer tollen Blüten zu den Bienenweidepflanzen. Kein Wunder, dass sie in vielen Ländern als Imkerpflanze genutzt wird. Ihr Honig wird dann allerdings unter dem Namen „Akazienhonig“ verkauft. Sogar in Brandenburg stellt die Robinie in guten Jahren bis zu 60 % der Honigernte!

Liebe Grüße,
eure Miss Minze

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2 Kommentare

  1. Einfachste Methode bei Robinien:
    so tief mit der Kettensäge abschneiden, dass Du später über die Stubben ohne Probleme mit dem Rasenmäher fahren kannst. Dazu evtl. den Stubben mit Harke etc. etwas freilegen und mit dem Kärcher abspritzen, damit Dir der Sand nicht die Kettensäge stumpf macht. Dann, und jetzt kommt der Trick, in den verbliebenen Stubben mit der Kettensäge ein Kreuz von oben schneiden (rd. 5cm tief), das garantiert durch das Kernkolz des Stammes geht. Sand/Erde wieder an den Stubben, aber den Stubben nicht bedecken. Fertig! Die Robinie kommt nie wieder und bildet auch keine Ausläufer mehr. Den Rest erledigen die Bodenlebewesen.
    Unkraut:
    ab Vegetationsbeginn (Ende März) regelmässig mulch-mähen, wenn bereits Samen angesetzt sind: rausreißen – trocknen – verbrennen = Holzkohle / -asche daraus machen und diese dem Kompost zusetzen (evtl. vorher durch die Herren des Hauses „anreichern“ lassen, Details dazu hier: https://terraboga.de/)

    Viele Grüße von Jörn, der auch in der Brandenburger Wüste gärtnert 🙂

    • Miss Minze

      05/07/2017 at 11:04 am

      Wow, danke für die ausführliche Anleitung! Das mit dem Kreuz per Kettensäge habe ich noch nicht gehört, lohnt sich aber auszuprobieren.
      Momentan haben wir fast nur noch sehr junge Robinien im Garten, also die ganzen Ausläufer der Wurzeln, die noch im Boden geblieben sind. Die kann ich auch einfach mit der Astschere abzwacken. Mit dem Rasenmäher kann ich nur dort mähen, wo Gras wächst. Die Robinien wachsen bei uns jedoch häufig auch in den Staudenbeeten und dort, wo andere Büsche stehen. Ich muss mir wohl auch weiterhin die Mühe machen und sie händisch abschneiden oder rausreißen…
      LG Anne

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