Meine Liebenswürdigkeiten hinsichtlich des provinziellen Lebens haben sich in letzter Zeit – ähm – arg im Rahmen gehalten. Eigentlich habe ich überhaupt nichts Nettes vom Stapel gelassen. Man könnte meinen, ich hätte es satt, auf dem Lande zu wohnen.

Aber es gibt Lichtblicke. Positiv überrascht war ich gestern, als ich beim Einwohnermeldeamt einen Reisepass beantragen wollte. Ich dachte ja, dass ich nur hingehe, um einen Termin zu vereinbaren. So ist es nämlich in Berlin: Du vereinbarst erstmal einen Termin. Wenn du dann zum Termin erscheinst, musst du trotzdem eine Nummer ziehen und dich in den Warteraum setzen. Da man nie genau weiß, wie lange man warten muss, bis man drankommt, nehmen sich die meisten Arbeitnehmer sogar einen Tag frei. Für ihren Termin im Amt.

Nicht so in Beelitz: Ich gehe also zum Einwohnermeldeamt, das Wartezimmer ist leer. Nachdem ich trotzdem eine Nummer gezogen habe, ertönt nach circa einer Minute der Gong und ich darf zum Sachbearbeiter ins Büro. Der Sachbearbeiter empfängt mich lächelnd, offenbar ist er gut gelaunt.

Ich beantrage meinen Reisepass. Ein Passfoto habe ich dabei, nicht jedoch meinen Personalausweis. Oh-oh. Aber der Führerschein geht auch, yeah! 60 Öcken rübergereicht und voilà – der Pass ist beantragt. Bis jetzt sind etwa zehn Minuten vergangen.

Wenn ich schon mal vor Ort bin, denke ich, gehe ich auch gleich mal zum Ordnungsamt. 10 Schritte und ich stehe vorm Büro, darf meine Frage stellen. Man versichert mir, sich darum zu kümmern. Jetzt fällt mir nichts mehr ein.

Angesichts dieser Reibungslosigkeit war ich erst einmal ganz verdattert und bin wie in Trance zum Auto zurückmarschiert. Ich konnte es noch nicht so recht fassen: alles erledigt in 20 Minuten!

LG eure
MISS MINZE

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