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Ein Garten- & Geschichtenblog

Ob sie den Winter überstehen?

Von der Schwierigkeit, mediterrane Pflanzen zu überwintern

Irgendwann einmal sind meine Tochter und ich im Gartencenter an einer Zitruspflanze vorbeigeschlendert. Obwohl das Bäumchen zwergenhaft klein war, erkannten wir sofort, dass es sich um eine Zitrone handelte, denn an einem seiner zarten Zweige hing eine einzige riesige Zitrone. Es sah verdammt grotesk aus, schien aber auch praktisch. Schließlich braucht man immer mal eine Zitrone, besonders in der Erkältungszeit. Zudem ist die häusliche Frucht ungespritzt, also total bio! Infolgedessen wuchs in uns der Wunsch, ein Zitronenbäumchen zu besitzen, allerdings ein etwas größeres. Eines, das mehr nach Baum aussieht.

Was spricht eigentlich gegen einen Zitronenbaum?

So ein Zitruspflänzchen ist ein echter Hingucker auf der Terrasse, egal ob man sich für eine Orange, Kumquat, Limette oder Zitrone entscheidet. Sein dunkelgrünes Laub kontrastiert perfekt zur weißen Blüte, die zumindest bei Zitronen auch noch herrlich duftet. Außerdem handelt es sich um eine Nutzpflanze: Wenn es gut läuft, kann man sich auch noch über eine reiche Ernte freuen. Was spricht also gegen den Kauf eines Zitronenbaums?

Die Kübelpflanze wird im Winter zur Diva

Zitronenbaum überwintern
Zitronen pflanzt man hierzulande in einen Kübel

Nun, im Gegensatz zum Apfelbaum ist der Zitronenbaum leider nicht frosthart. Man kann ihn folglich nicht einfach in den Garten pflanzen. Stattdessen steht er im Kübel und macht dort ohne Zweifel eine gute Figur. Vor allem verzierte Terrakottatöpfe passen optisch hervorragend. Leider sind sie sehr schwer, was den Transport ins Haus – sobald die Temperaturen gen Null tendieren – zu einem Kraftakt macht.

Leichter und auch langlebiger sind Pflanzkübel aus Polyrattan oder Fiberglas, die teils auch in sehr großen Größen angeboten werden. Das ist vorteilhaft, weil Zitruspflanzen ohnehin alle zwei bis drei Jahre in den nächstgrößeren Kübel umgetopft werden sollten. Je größer sie werden, desto mehr Platz benötigen sie logischerweise auch.

Die Zitrone ist keine Zimmerpflanze

Ist die Zitruspflanze erst einmal im Haus, lauert dort allerdings schon das nächste Problem, denn drinnen ist es eigentlich zu warm zum Überwintern. Wer nicht das Glück hat, über einen Wintergarten oder ein beheiztes Gewächshaus zu verfügen, dem bleibt nur die Fensterbank.

Wo es hell ist, dürfen Zitruspflanzen nämlich gerne auch wärmer überwintern. Allerdings reicht das Tageslicht während der kürzer werdenden Wintertage nicht mehr aus. Zusätzlich muss eine spezielle Pflanzenlampe für Helligkeit sorgen.

Steht die mediterrane Pflanze kühl, kann es ruhig dunkler sein. Zudem braucht sie nur noch mäßig gegossen zu werden.

Kein Wintergarten – kein Zitronenbaum

So hübsch und nützlich ich ein Zitronenbäumchen auch finde, die Überwinterung ruft bei mir noch große Skepsis hervor. Ich scheitere ja schon daran, meine Geranien über den Winter zu bringen. Im Schuppen ist es ihnen zu kalt, im Haus zu warm. Entweder sie erfrieren oder sie vertrocknen oder bekommen einfach nicht genug Licht. Allerdings kann ich Geranien jedes Frühjahr billig neu kaufen. Um einen Zitronenbaum hingegen wäre es schade, wenn er eingeht.

Nein, man muss nicht alles haben, so schön es auch wäre. Momentan gebe ich mich mit meinen frostharten Pflanzen zufrieden.

MM

1 Kommentar

  1. Dankbar für den Tipp zum Überwintern! Der wurde mir zum Geburtstag geschenkt. Sammle nun Tipps zu seiner Pflege. Eine Grow-LED-Pflanzenlampe habe ich schon besorgt.

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