When one is troubled by the reality of this world, it can be comforting to consider other possibilities, even if those possibilities disturb us, so strong is the desire to escape the tyranny of consciousness and the narrow boundaries of our perceptions, to unlock the prisons of thought in which we trap ourselves, all in the hope that a better world or a better version of ourselves, perhaps, may lie on the other side of the door.

aus: The Man in the high castle, 2. Staffel (The road less traveled)

Nach dem Ende von Game of Thrones eine Serie zu finden, auf die ich mich Woche für Woche ähnlich freue, hat mich zunächst zu The Man in the High Castle geführt. Mit GoT hat diese Serie nicht viel gemeinsam. Hier geht’s um ein Gedankenspiel: Was wäre, wenn die Nazis und die Japaner den zweiten Weltkrieg gewonnen hätten?

Eine solche Welt beschreibt The Man in the High Castle. Die Stimmung ist folglich gedrückt, die Menschen sind terrorisiert und verängstigt. Selbst die Machthaber werden von ihrem eigenen System derart eingeengt, dass auch ihnen kaum eine Wahl bleibt. Nein, witzig ist dieser Stoff leider ganz und gar nicht, doch immerhin Hoffnung schimmert hin und wieder durch – in Form von Filmrollen, die eine Alternativwelt zeigen, in welcher alle Menschen frei sind.

Ich brauchte ein paar Folgen, um mich mit der Serie anzufreunden. Die Protagonisten sind nicht gerade sympathisch. Außerdem begehen sie ständig folgenschwere Fehler, was jedoch nachvollziehbar ist. Schließlich haben sie ihr Leben lang Unterdrückung erfahren und sich damit arrangiert. Nur durch einen Zufall geraten sie mit dem Widerstand in Kontakt, der jedoch, was Brutalität und Verachtung für seine Opfer angeht, den Machthabern in nichts nachsteht.

Für eine amerikanische Produktion ist die Story von „The Man in the High Castle“ erstaunlich nuanciert. Das klassische Gut gegen Böse sucht man vergeblich: In den Reihen der Japaner und der Nazis gibt es immer wieder Leute, die dem Bösen trotzen. Umgekehrt geht der Widerstand äußerst rücksichtslos vor, um seine eigenen Ziele zu verfolgen.

Mittlerweile habe ich mir zwei Staffeln angeschaut und bekomme langsam den Eindruck: Nur wer sich in einer solchen Diktatur seine Menschlichkeit nicht nehmen lässt, zählt zu den Guten. Egal, auf wessen Seite man offiziell steht.

Ich freu mich schon auf die dritte und vierte Staffel. Danach ist Schluss, das steht schon mal fest.

MM