Aus der Gedankenwelt einer gelangweilten Hausfrau

Mein Mann ist ein Scherzkeks. Deshalb passen wir auch so gut zusammen. Ich bin nämlich leider überhaupt nicht witzig. Man stelle sich vor, wir wären beide so humorlos wie ich: Das wäre der Untergang für uns. So reißt er uns immer wieder raus. Mit einem dreckigen Witz.

Heute Morgen zum Beispiel rätselte ich mal wieder, warum die Nachbarskinder immer zu uns kommen, um sich hier die Bäuche mit Haferflocken und/oder Cornflakes vollzuschlagen. Wir kaufen meistens eine beträchtliche Auswahl an Cornflakes und Müsli und Haferflocken und dazu literweise Milch. Das hat sich rumgesprochen. Jedenfalls gehören die lieben Kleinen von nebenan nachmittags stets zu unseren Stammgästen. Ich fragte sie einmal, ob sie denn zu Hause keine Cornflakes bekämen. Natürlich nicht. Sonst müssten sie ja nicht zu uns kommen.

Aber warum eigentlich nicht? Ein Haushalt ohne Cornflakes ist doch ziemlich… unvollständig. Und wenn man dazu noch weiß, dass die eigenen Kinder gerne welche essen, könnte man sie doch kaufen, auch wenn sie einem selbst nicht schmecken. Mir ist das echt ein Rätsel.

Nun sind die Eltern unserer Nachbarskinder wahnsinnig übergewichtig. Vielleicht verzichten sie deshalb auf Cornflakes, weil sie glauben, die würden sie noch dicker machen. Überhaupt gibt es dort nur gesundes Futter: Gemüseschnitze mit Quarkdip, Tomatensalat, Möhrchen auf die Faust – Vieles davon sogar aus eigenem Anbau! Warum die Eltern so dick sind, ist mir deshalb auch ein Rätsel.

Die einzige Ernährungssünde, die sie täglich(!) begehen, ist das Frühstück: Sie essen immer Brötchen. Frische Bäckersbrötchen und leckere Croissants. Jeden Morgen. Nein, nicht nur am Wochenende. Immer.

Kommentar meines Mannes: „Wir schenken ihnen ein T-Shirt zu Weihnachten mit der Aufschrift „Brötchen formten diesen Körper.“


Und weiter geht’s im Kuriositätenkabinett…

Gestern recherchierte ich für einen Artikel zu den gesundheitlichen Nachteilen von Kunstfasern. Also Kleidung aus synthetischen Stoffen. In den Google-Suchergebnissen tauchten gleich ganz oben Shopping-Empfehlungen auf, was ich zwar unpassend fand, mich jedoch nicht davon abhielt, draufzuklicken. – Ich landete auf einem mir völlig unbekannten Onlineshop. SHEIN.

Der war fast so kurios wie meine cornflakeslosen Nachbarn. Zunächst die Beschreibungen: in einem amüsanten Google-Translator-Deutsch. Dann die Mode: Von den Preisen her auf Kik-Niveau. Nur ungefähr 1000 mal hässlicher. Und das will was heißen. Es ist, als habe jemand die trashigsten Schnittmuster aus den 80er Jahren aufgehoben und nun neuaufgelegt.

Ich musste sofort wissen, woher der Anbieter kam (meine Vermutung: China) und rief die „Über uns“ Seite auf. Mit Erstaunen las ich, dass Shein ein Produkt der Vereinigten Staaten sei mit Sitz in New Jersey. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt jedoch vor diesem „China-Shop“… Tatsächlich gab es wohl schon viele geprellte Kunden aus Deutschland, so dass von einem Fake-Shop ausgegangen wird.

Eigentlich ist das Rufmord. Wenn ich die USA wäre, würde ich angesichts dieses Fashion-Desasters rechtliche Schritte einleiten.

Ich frage mich derweil, wieso Menschen überhaupt bei Shein bestellt haben. Für den nächsten Karneval vielleicht?

Es ist mir ein Rätsel.

MM