So vermarktest du deine Kunst im Internet

Künstler präsentieren sich auf Märkten und in Galerien. Eine Homepage wird lediglich als Online-Visitenkarte bereitgehalten, weil „es halt dazugehört“. Tatsächlich werden diese Webseiten oft jedoch gar nicht in den Suchergebnissen angezeigt, wenn man nicht gerade den exakten Namen des Künstlers eingibt. Aber was ist, wenn man den gerade nicht im Kopf hat?

Zumindest habe ich mal auf einem Weihnachtsmarkt einen Stand entdeckt, der ganz besondere Kerzenhalter verkaufte. Ich schnappte mir den Flyer des Herstellers, verlegte diesen jedoch. Namen und Webseite der kleinen Manufaktur hatte ich vergessen. Also versuchte ich mein Glück auf Google. Umsonst. Ich habe sie bis heute nicht gefunden.

Wie Suchmaschinen deine Webseite finden

Ich vermute, dass die Betreiber der Webseite in ihren Texten und Beschreibungen nicht dieselben Worte verwendet haben wie ich bei meiner Suchanfrage. Stattdessen zeigte mir Google alle möglichen anderen Kerzenhalter an, die teilweise sogar recht ähnlich aussahen. Letztlich entschied ich mich für einen von der Konkurrenz.

Für eine Suchmaschine sind die Inhalte deiner Webseite maßgeblich, um sie thematisch einordnen zu können. Nur indem sie die Inhalte crawlt, kann sie herausfinden, unter welchen Schlagwörtern (Keywords) sie deine Webseite in ihren Suchergebnissen anzeigen kann.

Weiterhin ist es online enorm wichtig, sich zu vernetzen. Hierfür benötigt deine Webseite nicht nur Backlinks thematisch verwandter Webseiten, sondern sollte auch in den sozialen Medien vertreten sein. Dies hilft der Suchmaschine, die Relevanz deiner Webseite zu bewerten.

Zusammengefasst bedeutet das:

A) Sorge für relevante Inhalte

Verabschiede dich von einer zu minimalistischen Homepage! Deine Webseite muss über genügend Inhalte verfügen, bestenfalls verbunden mit eindeutigen Schlagwörtern, nach denen deine potentiellen Kunden suchen.

Dafür musst du dich in deine Zielgruppe hineinversetzen: Was will sie? Wonach genau sucht sie? Wie kannst du ihr weiterhelfen? Die Antworten auf ihre Fragen & Bedürfnisse findet sie bestenfalls auf deiner Webseite.

Weil Google keine Augen hat…: Finde die passenden Worte!

Inhalte baust du auf, indem du über dich und deine Kunst schreibst. Wahlweise kannst du natürlich auch Videos drehen, Podcasts produzieren oder Bildergalerien ins Netz stellen. Aber auch Bilder solltest du verschlagworten (entsprechende Dateinamen, ALT-Attribute, Bildbeschreibungen). Schließlich kann Google nicht sehen, sondern lediglich den Code deiner Webseite auslesen. Mehr zum Thema Bilder-SEO erfährst du hier

  • Im Idealfall sind deine Inhalte so unterhaltsam, originell, lehrreich,…, dass sie in den sozialen Medien geteilt werden, also viral gehen.
  • Weiterhin ist es wichtig, deine Webseite hin und wieder zu aktualisieren. Dies geschieht i.d.R. mit Hilfe des Blogs, in welchem du Neuigkeiten mitteilst. Damit signalisierst du Google, dass deine Webseite noch „lebt“.
  • Generell sollten deine Inhalte Lust auf mehr machen – dich kennen zu lernen, deine Werke live zu sehen oder gleich ein Werk zu kaufen. Kaufentscheidungen sind stets emotionale Entscheidungen: Vermittle deinen Website-Besuchern daher ein gutes Gefühl!

Die Inhalte auf deiner Webseite solltest du darüber hinaus intern verlinken. Doch das läuft schon wieder unter dem nächsten Punkt:

B) Vernetze deine Webseite

Nichts geht über Backlinks? Das ist nur bedingt richtig! Besser als viele Links von anderen Webseiten, sind relevante Links. Bestenfalls wird deine Webseite also von anderen Künstler-Webseiten verlinkt.

Derlei externe Links sollten jedoch niemals zusammenhanglos nur in der Sidebar stehen oder in irgendeiner Blogroll auftauchen. Stattdessen bindest du sie in passenden Content ein.

Soll heißen: Ein Empfehlungsschreiben mit entsprechendem Link wäre optimal. Das könnte zum Beispiel in Form einer kleinen Anekdote in den Blog-Bereich eingefügt werden:

„Kürzlich habe ich meine Werke auf dem Handwerkermarkt XY ausgestellt und hatte das Vergnügen, meinen Stand mit der Goldschmiedin Z zu teilen, deren ausgefallene Halsketten echte Hingucker sind. Am liebsten hätte ich ihr diese hier (Foto inkl. passenden ALT-Textes) abgekauft, doch eine Kundin war schneller als ich. Auf ihrer Webseite… könnt ihr euch weitere Schmuckstücke anschauen. Mir war es ein Vergnügen, den Markttag mit ihr zu verbringen. Hoffentlich sitzen wir auch auf dem nächsten Künstlermarkt in… zusammen (interner Link zu deinem Veranstaltungskalender)!

Kooperationspartner aus dem künstlerischen Bereich suchen

Eine weitere Form, einander vorzustellen UND Content zu produzieren, besteht in Interviews. Ob du diese mit einem Diktiergerät aufnimmst und danach abtippst oder mit dem Smartphone filmst, liegt in deiner Hand. 

  • Frag am besten mal in einer freien Minute auf dem Markt herum, wer an einer solchen Kooperation interessiert ist. Letztlich profitieren ja beide Seiten von einer Vernetzung. Auch mit anderen (befreundeten) Künstlern kannst du auf diese Art zusammenarbeiten. Ebenso mit Ausstellern und Galeristen oder Kunstvereinen.
  • Links von Seiten der Stadt oder Kommune sind ebenfalls möglich, bspw. in der Rubrik Bildung/Kultur oder im Branchenverzeichnis.
  • Eine Vernetzung mit Influencern kommt natürlich auch in Frage, sofern du welche kennst.
  • Genauso gut kannst du dich auch der Lokalpresse vorstellen. Das ist zwar der klassischen PR zuzuordnen, läuft aber aufs Gleiche heraus: Du vergrößerst deine Reichweite.

Keine Kooperationspartner in Sicht? -Online-Marketing-Agenturen schaffen Abhilfe, allerdings gegen Geld. Ebenso kannst du Texte inklusive Links auch selbst in Auftrag geben.

kunst online vermarkten
Gar nicht so einfach: Online-Marketing für Künstler

C) Pinterest nutzen, um deine Kunst bekannter zu machen

Im Prinzip ist Pinterest eine Bildersuchmaschine, die von ihren registrierten Nutzern fleißig mit Fotos, Grafiken und Videos gefüttert wird. Insofern ist Pinterest unverzichtbar für alle, die visuelle Medien promoten wollen.

Die Besonderheit von Pinterest liegt weiterhin darin, dass die Inhalte für Suchmaschinen wie Google aufbereitet werden und somit auch in den Suchergebnissen weit oben auftauchen. Wer seine Bilder für Pinterest optimiert, steigert also gleichzeitig seine Relevanz bei Google.

Ein Pinterest-Profil ist allerdings kein Selbstläufer. Nur wer fleißig pinnt (also Bilder auf entsprechenden Pinnwänden verlinkt), generiert auf Dauer Traffic. Die Teilnahme an Gruppen-Boards ist daher ein Muss. Viele Pinterest-Profis setzen zudem auf externe Tools, um ihre Pins zu verwalten und zu vermarkten. Diese zu bedienen, kostet wiederum Zeit – und Geld.

Sogenanntes Pinterest-Marketing erfordert erst einmal Geduld, lohnt sich aber auf jeden Fall.


Generell ist Geduld gefragt, wenn du deine Kunst online vermarkten willst. Die Sichtbarkeit deiner Webseite erhöht sich nicht von jetzt auf gleich. Optimierst du sie nach den o.g. Vorschlägen für Suchmaschinen, wird sie etwa innerhalb eines halben Jahres deutlich sichtbarer werden. Damit einher geht ein höherer Bekanntheitsgrad deiner Person und deiner Kunstwerke.

Für schnellere Resultate empfiehlt es sich, wenn du in Anzeigen investierst (z.B. Google AdWords oder Facebook Ads).

MM


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