Miss Minze

Ein Garten- & Geschichtenblog

Günstige Terrasse gesucht!

Ein Argument für den Hausbau bzw. -kauf lautet: Du steckst dein Geld in die eigene Immobilie, statt es einem gierigen Vermieter in den Rachen zu werfen. Das Haus als Sparbüchse. Logisch.

Mittlerweile kommen mir jedoch Zweifel am Wahrheitsgehalt der o.g. These. Unser Haus entpuppt sich als reine Geldverbrennungsmaschine. Plötzlich haben wir immense Ausgaben, die wir als Mieter nie tätigen mussten:

Fangen wir an mit der Bepflanzung unseres noch nicht vorhandenen Gartens, übrigens eine Endlosgeschichte. Sie hat uns bislang inklusive Rollrasen weit über 1000 Euro gekostet, obwohl wir alles selbst gemacht haben! Hinzu kommt das Pflastern der Einfahrt: 5000 Euro. Der Schuppenbau: 1500 Euro. Nicht zu vergessen die Anschaffung eines Zweitwagens: Oh Gott, ich möchte gar nicht daran denken!

Der langersehnte Roadtrip durch Kanada wäre für dieses Geld durchaus drin gewesen.

Last but not least müssen können wir eine Terrasse bauen, weil wir noch keine haben. Schwer einzuschätzen, wie viel so etwas kostet, wenn wir die Umsetzung einem Handwerker anvertrauen, weil wir selbst nicht in der Lage dazu sind. Ich nehme an, dass auch hier mehrere tausend Euro zu veranschlagen sind. -Geld, das wir lieber für den o.g. Zweitwagen verwenden würden…

Daher bin ich auf der Suche nach günstigen Alternativen zur herkömmlichen Terrasse (meist aus Stein). Welche Möglichkeiten – mit ökologischem Anspruch – gibt es denn, um vorm Haus einigermaßen gut zu sitzen?

günstige terrassen ideen

Günstige Terrassen: Ideen

1 – Rasen

Momentan stellen wir unsere Gartenmöbel einfach auf den Rasen vor unserem Haus. Frisch angelegt, ist der Boden noch zu weich, um Stühle und Tische darauf zu platzieren. Mit der Zeit verwurzelt sich das Gras jedoch immer stärker, so dass der Rasen betreten werden kann. In diesem Sinne würde ich empfehlen, den Rasen im Herbst anzulegen. So lässt er sich im folgenden Frühjahr garantiert als Sitz- und Liegefläche nutzen.

Einen Rasen anzulegen, gelingt sogar Laien wie mir. Darüber hinaus gibt es wohl kaum günstigere „Terrassenbeläge“. Der Boden wird weder verdichtet noch versiegelt. Ökologischer geht’s kaum. Lediglich mähen musst du hin und wieder, aber das macht sogar Spaß, wenn du einen ultralauten Rasenmäher (die mit Verbrennungsmotor) nutzt, um in den Abendstunden deine Nachbarn zu ärgern 😉

kies für terrasse

Kies muss nicht billig aussehen!

2 – Kies

Die Fläche vorm Haus einfach mit Kies aufzuschütten, ist ebenfalls eine günstige Alternative. Allerdings sollte der Boden hierfür verdichtet werden, z.B. mit einer Rüttelplatte. Abhängig von der Größe des Kieses, stehen Gartenmöbel darauf nicht unbedingt fest. Je größer die Steine, desto mehr eiert man darauf herum. Barfuß kleben die Kieselsteine zudem an deinen Füßen und werden überall mit hingeschleppt. Als Terrassenbelag empfinde ich Kies daher als wenig empfehlenswert, aber das ist bekanntlich Geschmackssache.

3 – Gummigranulat

Bei meiner Online-Recherche bin ich auf Terrassenbeläge aus Gummigranulat gestoßen, einem Material, das mir bislang nur von Spiel- und Sportplätzen bekannt war. Dort wird es eingesetzt, um Stürze zu dämpfen, denn die Platten sind weich und federnd.

Dass sie überhaupt als Terrassenbelag zum Einsatz kommen, war mir neu, denn sie sehen nicht sonderlich schick aus. Zum Posen eignen sie sich ganz und gar nicht. Dafür sind sie praktisch, denn man kann sie wie Puzzleteile ineinanderstecken. Einen besonderen Untergrund bedürfen sie nicht. Ökologisch sind sie außerdem, weil sie aus recycelten Gummireifen bestehen.

Die Platten sind unzerstörbar, können beliebig oft ein- und ausgebaut werden und sind sehr kinderfreundlich. Benötigst du deine Gummigranulatplatten irgendwann nicht mehr, können sie wieder recycelt werden. Insofern sind sie ökologisch unbedenklich. Von Nachteil ist lediglich der relativ hohe Preis von ca. 60€/qm.

4 – Gebrauchtes

Apropos Recycling, Terrassenplatten aus Stein und Holz werden gerne mal erneuert, schließlich unterliegen auch sie der Mode und dem persönlichen Geschmack. Der alte Belag weicht einem neuen. Dabei ist er mitunter noch gar nicht so abgenutzt. Auf Kleinanzeigenportalen findest du deshalb die unterschiedlichsten Angebote an gebrauchten Terrassenbelägen. Oft sind auch Klinker- und Ziegelsteine dabei, ein Traum für jeden Cottage-Gärtner. 🙂

Allerdings sind die Platten und Dielen oft bereits beschnitten. Auch findest du nicht immer die Größenordnung, die du brauchst. Nicht zu vergessen den Transport, für den du i.d.R. selbst verantwortlich bist. Wenn du nicht gerade stolzer Besitzer eines  Kastenwagens oder Anhängers bist, steht dir auch organisatorisch viel bevor… Was für Liebhaber. Und Pfennigfuchser.

5 – Holzdielen

günstige terrasse ideenDer Vollständigkeit halber nenne ich an dieser Stelle auch Holz als Baustoff für Terrassen, obwohl es alles andere als günstig ist. Zumindest wenn man auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, aus denen es stammt, Wert legt.

Du kriegst natürlich auch billiges Holz, bei IKEA zum Beispiel. Für 20 Euro/qm kannst du dort wunderhübsche Holzfliesen kaufen. Macht bei einer 30 qm großen Terrasse 600 Euro. Zum Vergleich: Ich habe mir ein Angebot eines lokalen Terrassenbauers eingeholt, der Robinienholz aus EU-Produktion verwendet: 2700 Euro für dieselbe Größe (im Preis inbegriffen ist allerdings auch die Unterkonstruktion für die Terrasse sowie alle weiteren Materialien wie Schrauben und Clips).

Ich finde, der große Nachteil von Holzterrassen besteht darin, dass du einen ebenen Untergrund/Fundament (Estrich, Steinplatten o.ä.) benötigst, auf welchen die Fliesen bzw. Dielen verlegt werden. Im Grunde benötigst du also erst einmal eine Terrasse aus Stein, um darauf die eigentliche Holzterrasse zu setzen.

6 – Stein

Wenn dir das Aussehen deiner Terrasse egal ist, kannst du mit einfachen Betonplatten als Terrassenbelag sehr viel Geld sparen. Die kriegst du schon ab 10 Euro/qm – macht beim oben erwähnten Beispiel von 30 Quadratmetern insgesamt 300 Euro. Hinzurechnen musst du allerdings noch Bordsteine und Splitt, Beton – und einen Handwerker, der das Ganze in die Tat umsetzt.

So richtig günstig finde ich folglich auch diese Variante nicht.

Überlegungen am Ende

Bislang sitzen wir in unserem Garten auf dem Gras. Ob sich das in Kürze ändern wird, bezweifle ich angesichts der wenigen günstigen Alternativen zu teuren Terrassenbelägen.

Ich frage mich, ob es sich rechnet. Damit meine ich nicht die Langlebigkeit oder Ästhetik der Terrasse. Vom Fachmann umgesetzt mit einem attraktiven Belag hat man mit Sicherheit eine gute Terrasse, auf die man lange stolz sein kann.

Vergleichen würde ich eher die Lebensqualität, die sich durch den Bau einer teuren Terrasse ja um ein Vielfaches erhöhen müsste. Schließlich hat man einen hohen Preis dafür bezahlt. Tut sie das denn?

MM

2 Kommentare

  1. Hallo,ich musste doch lachen…Warum könnt ihr das nicht selbst? Ich baue mit meinem Partner gerade ein Haus(50 qm) selbst in kompletter Eigenleistung,bin eigentlich eine Bürotussi. Also:gucke,wo Abbruchhäuser stehen und holt euch da die Klinker. Untergrund verfestigen und dann verlegen. So ist mein Plan,wenn wir nächstes Jahr so weit sind. Ich baue dann noch ein Schachbrett ein in die Terrasse. ..lach. LG Sylvia

    • Miss Minze

      14/05/2018 at 9:56 am

      Kann deinen Einwand absolut nachvollziehen!!! Sind jedoch absolut unbegabt, was alles Handwerkliche betrifft.
      Nichts gegen DIYler, aber ich bin der Meinung, dass es nur dann richtig gut wird, wenn der Fachmann es macht. -Gerade wenn es sich um langlebige Dinge wie Häuser oder Terrassen handelt, würde ich immer irgendwie sparen, damit ich echte Profis dafür bezahlen kann. Selbstgemacht sieht halt auch selbstgemacht aus – zumindest bei uns. Von der schlechten Laune, die das Selbermachen bei uns erzeugt, mal ganze abgesehen… 😉
      LG Miss Minze

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