Aus und vorbei: Game of Thrones ist nun (Film-)Geschichte

Die verbliebenen Protagonisten durften am Leben bleiben. Die meisten jedenfalls. Davon war nicht auszugehen angesichts der vielen zuvor schon Gestorbenen. Kaum hattest du einen Charakter liebgewonnen, wurde er auch schon abgeschlachtet. Ein Merkmal dieser Serie – glücklicherweise nicht das einzige. Ja, das Ende hat versöhnlich gestimmt, traurig bin ich aber trotzdem. GoT mag nicht die beste Serie aller Zeiten sein, doch noch nie hat mich eine Serie so lange begleitet. Acht Jahre. Ich bekam schon Herzklopfen bei der Titelmelodie.

Ein richtiger Serien-Fan bin ich bis dato nie gewesen. Und dann kam mein Gatte mit dem Vorschlag, es doch mal mit Game of Thrones zu versuchen. Er hatte die Bücher von George R. R. Martin (Das Lied von Eis und Feuer) gelesen und wollte nun unbedingt auch die Verfilmung sehen.

„Och nö, so einen Mittelalter-Fantasy-Bullshit tu‘ ich mir nicht an“, war meine Antwort. Ich weiß ja, was mein Mann gerne liest: Unsere Geschmäcker könnten nicht unterschiedlicher sein. Ich mag’s halt realistisch. Zumal die vielen Charaktere von GoT auch unheimlich verwirrend auf mich wirkten. Aber ich quälte mich trotzdem durch die erste Staffel – und spätestens seit Ned Starks Hinrichtung war ich angefixt.

Obwohl es auch viele Momente zum Fremdschämen gab. So fand ich den gesamten Erzählstrang um Daenerys Targaryen oberpeinlich. Da hat sich Martin wohl vollständig seinen Altmännerfantasien hingegeben…

Wie auch immer, ich wurde gut unterhalten. Game of Thrones hat einen regelrechten Sog ausgeübt, war trotz aller Fantasy-Elemente nie unlogisch, sondern im Gegenteil: wahnsinnig gut durchdacht. Auch die Figuren haben sich im Laufe der Geschichte immer weiterentwickelt, sind nie eindimensional gewesen. Ich habe mich mit ihnen gefreut und mit ihnen gelitten. Und nun, da es kein Wiedersehen mehr geben wird, merke ich, dass sie Leerstellen hinterlassen haben. Ich werde sie vermissen.

Tja, nun brauche ich Serienersatz. Irgendwelche Vorschläge?

MM