Ab diesem Freitag (25. Mai) gilt die neue Datenschutzgrundverordnung. Bislang habe ich mich nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt, weil ich dachte, dass ich eh keine Daten speichere: So what?

Gestern allerdings war ich mit meinem Auto unterwegs und habe komischerweise ausschließlich den DLF reingekriegt. Wie gut, dass dort die ganze Zeit über die Datenschutzgrundverordnung gequatscht wurde. Das Gequatsche hat mir klargemacht: Mein Blog speichert sehr wohl Daten.

Wer zum Beispiel hier kommentiert, dessen IP-Adresse wird gespeichert. Nun müsste ich meinen LeserInnen anbieten, dass sie kommentieren können, ohne dass WordPress ihre Daten speichert – oder ihre Daten wieder gelöscht werden können. Durch mich. Ich aber habe KEINE AHNUNG, wie das geht. Also habe ich ab heute die Kommentarfunktion abgeschaltet.

Sorry Leute, aber kommentieren könnt ihr hier nicht mehr. Habt ihr ohnehin nur sporadisch getan. Die Spam-Bots sind da wesentlich aktiver… Falls ihr trotzdem unbedingt etwas loswerden wollt, schreibt es einfach auf Facebook. Ich mag Facebook eigentlich nicht, aber zum Kommentieren eignet es sich hervorragend. Außerdem muss ich mich dann nicht mehr um eure Daten kümmern – die sammelt Facebook ein, hihi.

Also, hier findet ihr meinen schlecht gepflegten Facebook-Account: https://www.facebook.com/missminze/ In Zukunft werde ich dort jeden meiner Artikel posten für den Fall, dass jemand etwas kommentieren möchte.

So könnt ihr auch gleich auf dem Laufenden bleiben, denn meinen Newsletter habe ich ebenfalls eingestampft. Auch hier wusste ich nicht, wie ich nachträglich irgendwelche Einverständniserklärungen meiner Abonnenten einholen soll. Ihr merkt, das Thema ist mir schlicht zu hoch.

Zu guter Letzt habe ich mich von Google Analytics verabschiedet. Das war echt hart, denn ich liebe Google Analytics. Mein Arbeitstag begann stets mit einem Blick in dieses wunderbare Analyse-Tool, doch auch Google speichert Daten (wer hätte das gedacht?). Und in einem Rechts-Blog hieß es sinngemäß, dass man seinen Google-Analytics-Account löschen sollte, wenn man auf der sichersten Seite stehen will.

Boah, das macht mich echt fertig, vor allem weil ich es nicht verstehe. Was soll der Sinn des Ganzen sein? WAS???? Daten werden doch nicht zum Spaß gespeichert, sondern damit es im Internet runder läuft. Und zwar für ALLE, nicht nur für uns Gierschlunde, die MILLIONEN mit Werbeanzeigen verdienen. (Sobald ich mit diesem Artikel fertig bin, gehe ich wieder eine Runde schwimmen – in meinen Goldmünzen, yeah.)

Liebe Datenschützer: burn in hell.

Vermutlich arbeiten diese Pisser mit den Abmahn-Anwälten Hand in Hand.

Liebes Google, ich liebe dich weiterhin heiß und innig. Speichere so viele Daten wie du willst. Ich weiß, dass es im Sinne des Nutzers ist. Und wenn du nebenbei hohe Werbeeinnahmen erzielst, weil du genau weißt, worauf der Nutzer anspringt, dann ist das nur gerecht. Schließlich stellst du all deine Services kostenlos zur Verfügung. Meinen eMail-Account zum Beispiel. Oder mein Handy-Navi, das überall in der Welt funktioniert, sofern eine Internetverbindung existiert. Oder meinen Wetterbericht, damit ich weiß, ob es sich heute noch lohnt, meine Blümlein zu gießen. Es ist auch mal Zeit, danke zu sagen. Danke, Google, dass es dich gibt. Lass dich nicht unterkriegen.

MM