Blattläuse bekämpfen: Was hilft?

Gestern habe ich mich einer besonders wohltuenden gärtnerischen Aufgabe gewidmet, dem Töten von Schädlingen, genauer: Blattläusen. Ich habe mir Gartenhandschuhe übergestreift und die Viecher zwischen Daumen und Zeigefinger zerquetscht. Das war so lecker, dass ich mühsam den Brechreiz unterdrücken musste.

Anders wusste ich mir gegen die Übermacht der grünen und schwarzen Blattläuse, die auf meiner Prachtspiere, den Apfelbäumen und dem Falschen Jasmin sitzen, nicht mehr zu helfen. Zuvor hatte ich es schließlich schon mit einem Pestizid aus dem Baumarkt probiert. Ohne nachhaltigen Effekt.

Denn die chemische Keule – gegen alles „was kriecht“ (laut Packungshinweis) hatte den Blattläusen zwar (vorübergehend) den Garaus gemacht. Allerdings sind die Blätter meiner Büsche regelrecht verbrannt und brauchten eine Weile, um sich davon wieder zu erholen. Genau so lange übrigens, wie die Blattläuse, die sich dann ebenfalls wieder auf den frischen Trieben ansiedelten. Super.

blattläuse bekämpfen

Einer schlimmer als der andere: Blattläuse und Ameisen in meinem Garten

Behilflich dabei waren und sind ihnen übrigens Ameisen, ebenfalls zahlreich vertreten in meinem Garten. Sie scheinen sich auf die Zucht von Blattläusen spezialisiert zu haben, denn Blattläuse scheiden sogenannten Honigtau aus. Den haben die lieben Waldarbeiterinnen zum Fressen gern und melken ihre Blattlauskolonien, um mit dem Honigtau ihre Brut zu füttern. Dabei gehen sie recht rigoros vor: Damit ihnen die Blattläuse nicht entkommen, beißen ihnen die Ameisen sogar die Flügel ab!

Wie auch immer, weder Blattläuse noch Ameisen sind mir sonderlich sympathisch. Immer gehen sie die frischen, jungen Triebe an, was die Pflanzen komplett am Wachstum hindert. Mag sein, dass Ameisen nützlich sind. Ich betrachte sie schon deshalb als feindlich gesinnt, weil sie meine frisch-gepflasterte Einfahrt systematisch untergraben. Mein Gott, der Garten ist groß. Warum gehen die dämlichen Viecher immer an die Pflastersteine??? Blattlaus-Gate bringt das Fass nun zum Überlaufen. Es wird Zeit, das Problem endgültig zu lösen.

(By the way, ich gehöre nicht zu den Bio-Gärtnern, hähä.)

Mittel gegen Blattläuse & Ameisen

Leider darf man dabei keinen Aufwand scheuen. Ohne das Anrühren von Schädlingsbekämpfungsmitteln läuft’s nicht.

Die chemische Keule

Das Pestizid aus der Sprühflasche war zu aggressiv und hat nicht nur die Insekten vernichtet, sondern auch meine Pflänzchen eingehen lassen. Darüber hinaus hat es gestunken und scheint auch für Menschen nicht ganz ungefährlich zu sein. Jedenfalls sollte man den Hautkontakt unbedingt vermeiden.

Allerdings gibt es auch Ameisengifte in Granulatform, die dem Gießwasser beigemischt werden. Auf die Nester gegossen, soll es nach Möglichkeit viele Ameisen töten, bestenfalls natürlich die Königin. Ich selbst habe dieses Mittel noch nicht ausprobiert, kenne aber Leute, die darauf schwören.

Die einfache Handhabung wird durch einen großen Nachteil getrübt: Man muss die Ameisennester erst einmal ausfindig machen, was bei einem großen Garten gar nicht so einfach ist (besonders dann, wenn sich das Nest unter der gepflasterten Einfahrt befindet…).

Schädlingsbekämpfung auf die natürliche Art

Neemöl

Neemöl, das aus den Samen des indischen Neembaums gewonnen wird, hat gegenüber der chemischen Keule einen klaren Vorteil: Es schadet wirklich nur Insekten wie Blattläusen und Spinnmilben, nicht den eingesprühten Pflanzen. Letztere profitieren sogar von der Anwendung des Neemöls, denn es hat eine ähnliche Wirkung wie Dünger.

Schwierig ist Neemöl allerdings in der Handhabung, denn weil es sich um ein Öl handelt, kann man es nicht so einfach dem Gießwasser beimischen (Öl schwimmt oben). Deshalb muss man den Umweg über die Herstellung einer Milchmischung gehen. Wie diese hergestellt wird, liest du hier>>
Neemöl wirkt verzögert, tötet die Insekten also nicht sofort. Es sollte außerdem nicht nur einmal angewendet werden, sondern regelmäßig.

Erhältlich ist Neemöl online, ich zum Beispiel habe mir gerade hier eine Packung gekauft.

Schmierseife
mittel gegen blattläuse

Mit der Sprühflasche lassen sich Pflanzenschutzmittel gezielt ausbringen.

Schmierseife wurde mir erst kürzlich von meinem Nachbarn empfohlen. Auch sie ist in Apotheken oder Drogerien erhältlich (bitte darauf achten, dass kein Parfüm zugesetzt ist, außerdem sollte der PH-Wert mindestens bei 10 liegen). 150 – 300g Schmierseife werden in 10 Liter heißem Wasser aufgelöst. Dieses wird danach in eine Sprühflasche umgefüllt.

Die Mischung legt sich auf die Insekten, was sie flugunfähig macht und ihre Atmungsorgane verklebt. Sie ersticken.

Nach einer Einwirkzeit von ca, 10-15 Minuten muss die Schmierseife wieder von den Pflanzen abgewaschen werden, da sie sonst auch deren Blätter verklebt bzw. verbrennt.

Brennesselsud

Der Klassiker unter den Pflanzenschutzmitteln! Brennesselsud wurde mir von meiner anderen Nachbarin ans Herz gelegt. Sie setzt jedes Jahr einen ganzen Trog voll an und düngt damit ihren gesamten Pflanzenbestand.

Doch nicht nur als Düngemittel hat sich die Brühe aus frischen Brennesseln bewährt, sondern auch in der Bekämpfung von Blattläusen und Spinnmilben. Das enthaltene Nesselgift tötet die Insekten wohl (habe es selbst noch nicht ausprobiert), wenn man sie mit dem Sud ansprüht.

Jedenfalls gestaltet sich das Ansetzen der Brühe sehr kostengünstig und ziemlich einfach: Brennesseln pflücken, in Stück schneiden und in einen Eimer geben. Mit Wasser auffüllen und mindestens 12 Stunden ziehen lassen. Ab in die Sprühflasche und fertig! Eine genauere Anleitung findest du auf folgender Webseite>>)

Marienkäfer

Na, wer ist der Blattlaus ärgster Feind? -Richtig, der Marienkäfer. Er ernährt sich von den grünen Läuschen. Komischerweise lassen sich in meinem Garten kaum Marienkäfer blicken. Das muss aber nicht so bleiben, denn:

Marienkäferlarven kann man im Fachhandel und/oder online kaufen und somit Marienkäfer züchten. Diesen Lösungsansatz finde ich persönlich am praktischsten, da ich – bis auf den Bestellvorgang – keine Arbeit habe. Die verrichtet ja der Marienkäfer (oder eben die Larve). Allerdings habe ich so viele Ameisen in meinem Garten, dass die Marienkäferlarven wahrscheinlich keinen einzigen Tag überleben würden.

Insofern werde ich wohl zunächst die Ameisen vernichten müssen. Meine Entscheidung ist gefallen: Als nächstes probiere ich das o.g. Granulat aus…

Zu guter Letzt bleibt zu sagen, dass man seine Pflanzen auch schon vor dem Befall durch Schädlinge schützen kann: Indem man sie nicht zu stark düngt!

MM