Sobald es warm wird, wächst das Bedürfnis des Menschen, seine Mahlzeiten draußen einzunehmen, obwohl dies – seien wir ehrlich – oft genug ein beinahe masochistischer Akt ist: Kaum liegt das Steak auf dem Teller, wird es von Schwärmen schwarzglänzender Fliegen belagert. Der Obstsalat wiederum wird von Wespen umkreist und alles, was herunterfällt, tragen die Ameisen davon. Gegen Abend dann wird das Ensemble durch Mücken ergänzt, so dass man sich gezwungen fühlt, sich derart stark in entsprechende Sprays zu hüllen, dass man daran fast erstickt.

Zugegeben, ich habe gerade das Worst-Case-Szenario beschrieben. Zumeist läuft das Barbecue doch ganz beschaulich ab. Gestern zum Beispiel saßen wir gemütlich bei Freunden im Garten, der Grill brutzelte vor sich hin und die Kinder sprangen auf dem Trampolin herum, so dass wir Erwachsenen uns in Ruhe unterhalten konnten. Trotzdem konnte ich mich erst gegen Abend so richtig entspannen. Zuvor hatte mir die Sonne so erbarmungslos auf den Rücken gebrannt, dass mir der Schweiß in Bächen den Körper herunterlief.

Der einzige Sonnenschirm spendete nur sporadisch Schatten. Kühlend wirkte er sich jedenfalls nicht aus. Da die Sommermonate auch künftig heiß bleiben werden, lohnt es sich über echte Schattenspender nachzudenken. Die kühlen nicht nur auf der Terrasse, sondern schützen auch das Haus vor zu starker Erhitzung.

1. Der Baum als Klimaanlage

Der am effektivsten kühlende Schattenspender ist rein ökologischer Natur: Der Baum. Möglichst ein Laubbaum mit einer breiten Krone.

Im Wald trägt jeder Baum dazu bei, die Temperatur in der Umgebung zu regulieren. Der Wald schafft sich dadurch sein optimales Klima selbst. An warmen Tagen verdunsten die Bäume im Wald große Mengen Wasser. Mit der Feuchtigkeit, die der Wald dabei an die Luft abgibt, kühlt er die Umgebung wie eine natürliche Klimaanlage.

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Eberesche
Image by M W from Pixabay

Wer wenig Platz im Garten hat, setzt auf kleine Züchtungen wie Kugel-Ahorn oder –Trompetenbaum. Auch Obstbäume bieten sich hier an, die zudem im Frühjahr wunderschöne Blüten tragen und im Sommer oder Herbst für reiche Ernte sorgen.

Problematisch ist jedoch ihre lange Wuchsdauer. Selbst schnellwachsende Bäume brauchen Jahre, um zu echten Schattenspendern zu werden. Wer nicht so lange warten will, muss tief in die Tasche greifen. Für eine sechs Meter hohe Eberesche beispielsweise werden in der Baumschule locker 2000 Euro fällig.

2. Die permanente Terrassenüberdachung

Ebenso teuer ist eine feste Terrassenüberdachung aus Holz (eine Auswahl findet man auf Holzland) oder Aluminium, die oftmals mit einem transparenten Dach versehen wird. Dieses besteht entweder aus Polycarbonat oder aus Glas, spendet also erst einmal kaum Schatten. Eine solche Terrassenüberdachung dient vornehmlich dem Schutz vor Regen. Wer sie zusätzlich als Schattenspender nutzen will, sollte noch Lamellentücher oder eine Markise anbringen.

Eine solche Terrassenüberdachung ist ein recht anspruchsvolles kleines Bauvorhaben. Wer nicht über das entsprechende handwerkliche Geschick verfügt, muss zusätzlich Geld für Aufbau und Montage aufwenden.

Immerhin ist eine Terrassenüberdachung langlebig und stabil. Besteht sie aus Holz, muss sie lediglich alle paar Jahre mit einer Schutzlasur versehen werden, damit das Material wetterfest bleibt. 

3. Die Pergola als Rankhilfe

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Sorgen bis in den Herbst hinein für Grün: Kletterpflanzen
Image by Michael Kauer from Pixabay

Eine weitere Variante, die Holzkonstruktion einer Terrassenüberdachung zu nutzen, besteht in Form der Pergola. Hierfür verzichtet man einfach auf die Dacheindeckung. Stattdessen pflanzt man Kletterpflanzen an die Holzpfosten, zum Beispiel Wein, Blauregen, Kletterrosen oder Efeu (es gibt noch viele weitere!), damit sie über kurz oder lang ein Blätterdach über der Terrasse bilden.

Ähnlich wie bei den eingangs erwähnten Bäumen nimmt dies natürlich ein paar Jahre in Anspruch. Doch die Geduld zahlt sich aus: Ein Blätterdach sieht nicht nur toll aus, es kühlt durch den Verdunstungseffekt der Laubblätter auch noch. Insofern ist eine Pergola bestens als Schattenspender geeignet.

4. Die Markise als flexibler Schattenspender

Auch eine Markise kann man für gewöhnlich nicht selbst am Haus anbringen. Damit sie an modern gedämmten Wänden hält, muss nämlich durch die Dämmung hindurch ins Mauerwerk gebohrt werden. Nur so kann die Konsole der Markise professionell befestigt werden. Schließlich muss sie nicht nur ihr Eigengewicht halten, sondern auch den Witterungsbedingungen trotzdem. Insofern führt kein Weg am Fachhändler vorbei, was wiederum sehr teuer wird. Man sollte hier mehrere tausend Euro einplanen.

Dafür sind Markisen echte Schattenspender, die je nach Stoffart auch vor UV-Strahlung schützen. In der kühlen Jahreszeit werden sie einfach eingezogen, so dass sie nicht verschmutzen oder kaputtgehen können.

5. Das Sonnensegel für ein luftiges Erscheinungsbild

Einen ganzen Artikel habe ich bereits der Installation eines Sonnensegels gewidmet. Tatsächlich verwende ich es noch immer als Schattenspender auf der Terrasse. Zu 100% zufrieden bin ich allerdings nicht – obwohl es für eine ausreichende Beschattung der Terrasse sorgt.

Leider hängt es nämlich durch, egal wie fest man es spannt, was nicht gerade sexy aussieht. Auch die zugehörigen Pfosten stehen bereits schief, weil sie der Krafteinwirkung des Sonnensegels offenbar nicht standhalten konnten.

Trotzdem möchte ich ungern auf meine Sonnensegel verzichten. Sie verströmen ein wunderbar maritimes Flair, wirken leicht und frei. Früher oder später muss ich noch einmal in eine professionelle Bespannung investieren, wahrscheinlich inklusive neuer Pfosten und einer Kurbel.

Zusätzlich habe ich auch noch Blauregen gepflanzt, damit es rund um die Terrasse grüner wird – und auf lange Sicht somit kühler. Denn nicht nur die Sonne setzt mir zu, sondern alles, was die Hitze speichert: Das Mauerwerk des Hauses strahlt die Wärme genauso ab wie der Terrassenbelag aus Stein – und das noch lange nachdem die Sonne bereits untergegangen ist.

MM