Ein Tagesausflug nach Beelitz-Heilstätten

Bevor ich nach Beelitz gezogen bin, kannte ich den Ort nur vom Beelitzer Spargel. Doch selbst die vielen Spargelhöfe hier hatte ich noch nie besucht. Dabei zieht zumindest der Spargelhof Klaistow massig Besucher an. Nun ist Beelitz noch einmal um zwei Attraktionen reicher. Meine Güte, ich wohne dort, wo andere Urlaub machen!

Ein Geheimtipp ist der Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten schon lange nicht mehr. Erst gestern bildete sich ein Stau vorm angrenzenden Parkplatz. Vermutlich war der Pförtner mit dem Ansturm völlig überfordert. Deshalb lautet mein erster Tipp:

Die Anfahrt per Regionalbahn ist dem Auto vorzuziehen.

Vom Bahnhof läuft man auch nur 10 Minuten bis zum Gelände des ehemaligen Sanatoriums, auf dem sich sowohl Baumkronenpfad als auch Barfußpark befinden.

Wer mit dem Auto kommt, der wird zur Kasse gebeten. Neben dem Eintritt für den Baumkronenpfad, der mit 9,50€ (Kinder: 7,50€) nicht gerade knapp bemessen ist, werden 2€ fürs Parken fällig. Finde ich angesichts des hohen Eintrittsgeldes dreist. Außerdem gibt es in Beelitz-Heilstätten zahlreiche kostenlose Parkplätze. Du musst dich am Ortseingang beim Landhotel Gustav lediglich links halten Richtung Ladestation für Elektrofahrzeuge.

Wann man den Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten besuchen kann

baumkronenpfad beelitz heilstätten

Bei Führungen durchs ehemalige Klinikgelände von Beelitz-Heilstätten erhält man auch Einblick in die Gebäude.

Leute, die uns besuchen kommen, werden von uns stets zum Baumkronenpfad geschleppt – ob sie wollen oder nicht. Bereut hat es noch keiner, denn auf der Höhe von Kiefernwipfeln durch den Wald zu spazieren, ist ein nicht-alltägliches Vergnügen. Somit gehört der Baumkronenpfad zu einem der wenigen Ausflugsziele, das generationenübergreifend einfach jeden begeistert. Ob Kinder oder Greise, ich habe dort noch nie jemanden mürrisch dreinschauen sehen. -Wobei ich auch noch nie zu Stoßzeiten dort war. Am allerletzten sonnigen Herbstwochenende sollte man sich also nicht unbedingt auf den Weg nach Beelitz begeben… Oder erst später anreisen. Gegen Abend leert sich das Gelände naturgemäß.

Fürs leibliche Wohl ist mit Einschränkung gesorgt

Übrigens ist der Baumkronenpfad fast durchgehend geöffnet. Nur im Januar gönnt man sich mal eine Pause. Im Winter kann man sich an Feuerstellen (am Boden) aufwärmen und im angrenzenden Biergarten Glühwein trinken.

Bis auf den Biergarten gibt es keine Gastronomie im Beelitz-Heilstätten-Park. Wer mehr zu sich nehmen möchte als ein Bratwürstchen oder ein Wassereis, der muss sich selbst versorgen. Leider. Anfangs erwähnte ich zwar das Landhotel Gustav, das auch ein Restaurant betreibt. Hier speist allerdings eine Klientel 70+ (sollte man bedenken, wenn man mit Kindern unterwegs ist).

Auch einen Geldautomaten habe ich bislang noch nicht in Beelitz-Heilstätten gefunden. Selbst in Beelitz gibt es nur eine Sparkasse, sonst nix. Mittlerweile ist immerhin Kartenzahlung an den Eintrittskassen möglich.

Weshalb man Baumkronenpfad und Barfußpark kombinieren sollte

Mit 320 Metern Länge ist der Baumkronenpfad kein Ausflugsziel, bei dem man sich ewig aufhalten könnte. Verlängern kann man seinen Aufenthalt jedoch mit Spaziergängen durch das ehemalige Klinikgelände. Für Kinder wurde ein abenteuerlicher Spielplatz errichtet, auf dem die Kleinen stundenlang herumtollen. Außerdem kann man Führungen buchen, die entweder durch die halbverfallenen Gebäude führen oder der Naturkunde dienen.

Da ich persönlich den Barfußpark noch schöner finde als den Baumkronenpfad – und sowieso Kombitickets an der Kasse angeboten werden – würde ich auf jeden Fall beide Attraktionen an einem Tag abhaken.

Lohnt sich der Barfußpark?

Als schwierig hat es sich jedoch erwiesen, meine Leute dafür zu begeistern. Wie gesagt, zum Baumkronenpfad kommen sie ja noch gerne mit, aber beim Barfußpark gucken sie immer sehr skeptisch: „Was? Du bezahlst Geld dafür, barfuß herumzulaufen???“

Oder sie denken an diese schlecht gepflegten Barfußstrecken auf Naturlehrpfaden, wo man sich unter Schmerzen über Kienäppel (a.k.a. Kiefernzapfen) quält.

Nee, Leute, der Barfußpark in Beelitz Heilstätten ist tausendmal spannender und ungefähr eine Million mal origineller. Man watschelt nämlich einen künstlichen Bachlauf herunter, durch ein Kneippbecken hindurch, außerdem durch Schlamm und Lehm. Hüpfen, balancieren, wippen, schaukeln oder einfach nur spielen gehören natürlich auch zum Repertoire.

Am Ende sind die Füße schwarz, fühlen sich aber echt gut an. Sauber schrubben kann man sich mit Bürsten und Wasserschläuchen, die extra für diesen Zweck bereitgehalten werden. Lediglich ein Handtuch muss man selbst mitbringen.

Der Barfußpark sieht sich als Erlebnispark auf drei Kilometern Wegstrecke. Das Areal wurde professionell entworfen und durchgestaltet – und das sieht man auch. Erwachsene zahlen 7€, Kinder 5€. Ein kleines Café bietet auch hier Snacks an.

In Herbst und Winter bleibt der Barfußpark Beelitz-Heilstätten geschlossen.


Weitere Infos zum Baumkronenpfad findest du hier>> (Webseite lädt langsam!)
Über den Barfußpark liest du hier mehr>>

MM