„On the other hand, we all like each other. It’s not as if there were any problems. There aren’t any, really, except that I am not essential. I carry the titles of mother, grandmother, employee, but, in fact, I am an unnecessary person.“ (Lucia Berlin, A New Life, Where I live now.)

Vorige Woche saß ich nach dem Training noch ein Weilchen im Tennisclub und wir quatschten über dies und das, der Trainer und ich und noch ein anderer Mann, der auf sein Training wartete. Letzterer sagte allerdings nicht viel. Dafür redete der Trainer umso mehr, er wurde geradezu philosophisch. Nicht ohne Stolz erwähnte er, dass er kürzlich von einer 28-Jährigen aufgefordert wurde, durchzubrennen. Nur sie und er. Ein neues Lebens. Er ist fast doppelt so alt, daher der Stolz.

Er hatte jedoch abgelehnt. Man könne ja nicht alles hinwerfen. Das Haus, die Ehe, seine Rolle als Vorstand des Tennisclubs. Außerdem würden seine Töchter ihn für diese Entscheidung bis an sein Lebensende hassen und verfluchen. Wir stimmten ihm zu, nickten und lächelten, als würden wir einer Anekdote lauschen, die sich so nie zugetragen hat.

Aber allein wie er darüber sprach, ließ erahnen, dass er länger mit dem Gedanken gespielt hatte.

MM